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cir-adbust-flyer-06-11Von Peter Marwitz

Es ist ja schon eine Weile her, dass ich etwas zu dem schä(n)dlichen Treiben der Discounter geschrieben habe – heute erscheint es mir angebracht, dieses Thema mal wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Denn die Christliche Initiativ Romero e.V., die „Partei ergreift für die Menschen und Organisationen, die (z.B.) in Mittelamerika ihre Gesellschaft gerechter und zukunftsfähiger gestalten wollen“, hat ein neues Faltblatt namens „Brennpunkt billig – Ausbeutung zum Schnäppchepreis“ herausgebracht, in dem es um die schlimmen Arbeitsbedingungen in den Fabriken geht, die für Aldi, Lidl und Deichmann deren Billigbilligbillig-Waren herstellen. Jeder, der tatsächlich immer noch in diesen Läden einkauft, sollte sich den Flyer einmal herunterladen (hier als pdf), durchlesen und anschließend noch mal in sich gehen und darüber nachdenken, wen und welche Geschäftspraktiken er oder sie mit seinem/ihren Geld da unterstützt… (dazu empfehle ich wie üblich auch meine beide Discount-Grundsatzartikel „Profite auf Kosten der Allgemeinheit Teil 1“ und Teil 2)

Schnell noch bei Aldi oder Lidl einen Pullover und einen Schlafanzug in den Einkaufskorb? Keine Frage: Die Angebote sind meist verlockend, und jedE zweitE deutschE KonsumentIn greift deshalb auch beherzt zu. Die Billigtempel in Deutschland boomen: Angeheizt durch die Verarmungsprozesse im Zuge der weltweiten Finanzkrise und der Wirtschaftrezession seit 2008.
Allerdings geht die Billigproduktion zu einem großen Teil auf Kosten der ArbeiterInnen in den asiatischen, osteuropäischen und mittelamerikanischen Zulieferbetrieben, die unter miserablen Bedingungen arbeiten müssen.
Eine Näherin in Bangladesch beschreibt diese menschenunwürdigen Zustände, die in ihrer Fabrik an der Tagesordnung sind, denn auch mit den Worten: „Sie sagen Dinge, die ich nicht vor Ihnen wiederholen will. Du fühlst dich so schmutzig, dass du die Arbeit aufgeben möchtest.“

aldi-arbeitsdruck deichmanndazbusted

 

Dazu passt dann auch noch diese erschreckende Meldung, die ich vor einiger Zeit im sum1-Blog gefunden habe – „H&M-Fabriken brennen in Bangladesh“:

(…) Ja da werden Textilarbeiter/innen erschossen die etwa unsere Klamotten für H&M schneidern. Echt? Wo denn? Na da wo die meisten hergestellt werden, in Bangladesh (neben China, Indien etc.). Einfach mal aufs Etikett schauen bei H&M-Klamotten, das steht oft “Made in Bangladesh”.

Nachdem nun also “wegen der Finanzkrise” Menschen entlassen, Löhne gekürzt oder gar nicht erst bezahlt wurden ist die Situation in Bangladesh erneut eskaliert, da gibt es nämlich permanent Hungerrevolten und Ausschreitungen, einfach mal nach Bangladesh riots in Google.com suchen. (…)

(…) Wenn Du also einen H&M Pulli trägst denk dran, dafür hungern und sterben Leute.

Quelle: Konsumpf

Dieser Artikel ist unter einer CC Lizenz lizenziert.

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gelesen: 44 · heute: 2 · zuletzt: 04/09/2010

3 Kommentare auf “Brennpunkt billig – Ausbeutung zum Schnäppchenpreis”

  1. Volker sagt:

    Vergesst bitte nicht die andere Seite der Betrachtung.

    Als ich noch einigermaßen gut verdiente, hatte ich aus den bekannten Gründen diese Produkte vermieden.
    Heute, als ALG II-Bezieher, bin ich froh, wenn ich beim Discounter preisgünstige Waren einkaufen kann.

    Ich und millionen anderer Menschen haben keine andere Wahl mehr, und daran wird sich in Zukunft auch nichts mehr ändern.

  2. Peter sagt:

    Leider ist es ja so, dass nicht nur diejenigen beim Discounter einkaufen, die kein Geld für andere Geschäfte übrig haben (wobei zB ein Freund von mir nur von Bafög lebt und trotzdem einen Bogen um die Discounter macht), sondern ein Großteil der Kunden durchaus gut verdient, wie Studien herausgefunden haben. Und gerade diese Käuferschicht sollte mal in sich gehen und darüber nachdenken, was sie da eigentlich tut bzw. dem Planeten antut. Die Discounter sind ja durch ihre Preis- & Kostendrückerei auch mitverantwortlich für ein allmähliches Absinken des Lebensstandards (zB auch dadurch, dass Arbeitsplätze im Einzelhandel und bei Zulieferern vernichtet werden).

    Übrigens empfiehlt die CIR, die den Flyer rausgibt, gar nicht mal einen Boykott (den ich dennoch für sinnvoll halte), sondern, dass sich die Kunden via Karte bei Aldi, Lidl etc. über diese Ausbeutungsbedingungen beschweren.

  3. [...] Brennpunkt billig – Ausbeutung zum Schnäppchenpreis. Auch Billig hat seinen Preis und der ist nicht gerade angenehm! [...]

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