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Illegale Gen-​Leinsaat im Essen schreckt Behörden auf

Freitag, 11. September 2009-17:57 -|- Eingestellt von: |

Von Sigrid Totz | Greenpeace

In Deutsch­land bahnt sich ein Lebens­mit­tel­skandal an, der die gesamte EU betreffen könnte. In Brot und Müsli wurde ille­gale Gen-​Leinsaat ent­deckt, die nur in einer ein­zigen Saison in Kanada ange­baut wurde — vor neun Jahren.

Die Behörden erfuhren über das Euro­päi­sche Schnell­warn­system für Lebens– und Fut­ter­mittel von dem Fund.

Bei der Gen-​Leinsaat han­delt es sich um die Linie FP967, Han­dels­name CDC Triffid. Sie ist her­bi­zid­tole­rant und anti­bio­ti­ka­re­sis­tent. Die Saat hat keine Sicher­heits­über­prü­fung der euro­päi­schen Behörden durch­laufen und darf somit nicht in die EU ein­ge­führt werden — schon gar nicht als Lebensmittel.

Die alar­mierten Behörden stellten ihrer­seits Unter­su­chungen an. Dabei fand das Che­mi­sche und Vete­ri­när­un­ter­su­chungsamt Frei­burg in 16 von 41 Proben Spuren der ille­galen Gen-​Leinsaat — fast 40 Pro­zent und durchweg aus kon­ven­tio­nellem Anbau. Die 14 Proben aus Öko-​Anbau waren sauber.

Die ver­un­rei­nigten Proben ent­hielten bis zu einem Pro­zent CDC Triffid. Das klingt harmlos, ist aber viel. Gen­tech­nik­be­für­worter ver­su­chen schon seit län­gerem, die scharfen Richt­li­nien der EU für Saatgut auf­zu­wei­chen. Doch selbst die Gen­tech­nik­in­dus­trie geht dabei von einem sehr viel nied­ri­geren Grenz­wert aus: von maximal 0,1 Pro­zent Ver­un­rei­ni­gung mit nicht zuge­las­senen Gen-​Pflanzen.

Kanada ist das welt­weit wich­tigste Anbau­land für Lein­saat. Der größte Teil wird in die EU expor­tiert. 2006 waren das 407.000 Tonnen, zwei Drittel des gesamten EU–Lein­sa­men­im­ports. Die Saat wird für Brot und Bröt­chen, Müsli und Leinöl ver­wendet oder kommt als Lein­samen direkt in den Handel.

Die enge Han­dels­ver­flech­tung zwi­schen Kanada und der EU könnte dazu beige­tragen haben, dass Kanada die Zulas­sung von CDC Triffid 2001 zurückzog. Seitdem ist der Anbau dort ver­boten. Wie die ille­gale Saat neun Jahre später in deut­schen Bröt­chen auf­tau­chen konnte, ist eine von vielen Fragen, die der Fall aufwirft.

Auf jeden Fall bestä­tigt er, dass Kri­tiker wie der Gen­tech­nik­ex­perte Alex­ander Hissting von Green­peace zu Recht warnen: "Die Gen­tech­nik­in­dus­trie hat ihre künst­li­chen Geschöpfe nicht im Griff. Werden sie in die Natur frei­ge­setzt, sind sie nicht mehr rück­holbar und ver­breiten sich unkontrolliert."

Hissting for­dert Bun­des­kanz­lerin Angela Merkel auf, ihre Pro-​Gentechnik-​Politik auf­zu­geben. "Alle Par­teien sollten Farbe bekennen und sagen, wie sie die deut­sche Bevöl­ke­rung vor ille­galer Gen­technik schützen wollen. Auch die deut­schen Behörden müssen jetzt Ross und Reiter nennen: Welche Her­steller und welche Marken sind von dem Skandal betroffen?"

Die Hal­tung der Par­teien zur Gen­technik könnte auch bei der Bun­des­tags­wahl eine Rolle spielen. Ein großer Teil der Bun­des­bürger lehnt Gen­technik im Essen ab. Dass sie, ohne es zu wissen, bereits zu Ver­suchs­ka­nin­chen geworden seien, dürfte sie wohl kaum erfreuen, so Hissting.

Quelle: Green­peace

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Kategorie » Deutschland, Umwelt/Klima « | Tags » , , , «

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    Essen - Blog - 11 Sep 2009 11.09.2009 um 13:35 Uhr

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