Dieter Krogmann | Die Denkfabrik
Eine verkehrte Welt, so scheint es. Die christlichen Parteien haben ihre größte Niederlage seit dem Jahre 1949 erlebt, die GRÜNEN sind in das Lager der Etablierten gezogen und die FDP wird als Wahlsieger gefeiert.
Die wahren Sieger dieser denkwürdigen Bundestagswahl aber sind die LINKEN. Mit mehr als 10 % der Stimmen haben sie ihr Wahlergebnis innerhalb von 2 Wahlperioden um mehr als 100 % verbessert.
Und vor diesem politischen Antagonisten haben die traditionellen Altparteien Angst, wie der Teufel vor dem Weihwasser.
Man muß nicht unbedingt psychologisch vorgebildet sein, um diese Tatsache klar in den Dämonisierungsversuchen der Altparteien, seit der Hessenwahl gegenüber den LINKEN, als Reflexion der eigenen Philosophie wieder zu erkennen.
Der Wähler hat entschieden und die eigentliche Willensäußerung des Volkssouveräns, die mit dem Wahlergebnis sehr deutlich zu erkennen ist, wird wieder einmal ignoriert. Statt dessen wird die Wahl von den angeschlagenen christlichen Parteien als Bestätigung ihrer bisherigen Politik gefeiert.
Zusammen mit der FDP erhalten eine konservative, dem neoliberalen Gedankengut streng verpflichtete Truppe, ein Quantum an Stimmen, die eine regierungsfähige Mehrheit ermöglichen.
Und wieder, wie in der nun mehr als 4 Jahren andauernden Kanzlerschaft, plaudert Frau Merkel in einer Tonlage und mit einer inhaltslosen unverbindlichen Scheinargumentation von positiven Zuständen und visionären, ethisch-moralischen Zielen.
Aber hierin ist sie geradlinig. Mit einem sturen Festhalten an Beschönigungen von Resultaten politischer Entscheidungen, die sie als Kanzlerin mit getragen hat, vernebelt sie dem Wählervolk die Gehirne.
Diese "Geradlinigkeit" hat sie mit Beginn ihrer Karriere als Kanzlerin auf der politischen Bühne so gut verkauft, dass sich die BILD-Zeitung mit neoliberaler Vasallentreue in den Tagen vor den Wahlen noch zu dem Begriff verstieg, Frau Merkel verkörpere die Figur eines hilfreichen Engels für die Wählerschaft.
Wenn man einmal die Gegenrechnung dieser volksverdummenden Strategien aufmacht, so sieht die Realität für den Wähler ziemlich trostlos aus.
Unter Kanzlerin Merkel erlebte die Arbeitnehmerschaft einen Rechteabbau wie nie zuvor in der Geschichte unserer Nachkriegsrepublik.
Der Bürger findet sich in einem Überwachungsstaat wieder, ganz zu schweigen von der Finanzkrise, an deren zustande kommen die Merkel-Regierung zumindest eine Mitschuld trägt, sei es durch mangelnde Kompetenz in Sachen globaler Finanzstrategien oder durch Kniefall vor dem Weltmachtstreben der Machteliten der New Yorker Weltbörse.
Die dilettantischen Reaktionen der Bundesregierung auf die Finanzkrise, unter Anleitung und Beratung durch die Verursacher, den Banken, erinnern an die Plattitüde "..den Bock zum Gärtner machen"!
Dieser Finanzkrise, die vorhersehbar war, begegnet man mit immer mehr finanziellen Mitteln aus einem Geldtopf, den der Steuerzahler in Zukunft ganz alleine wieder auffüllen muß. Dieser Geldtopf wird in Zukunft zu einem "Fass ohne Boden" werden und alle finanziellen Entscheidungen, auch der noch kommenden Regierungen, diktieren.
Dieser Weg, der von unseren politischen Machteliten eingeschlagen wurde, ist ein Weg in eine Einbahnstraße der Abhängigkeit und einer nie endenden Schuld gegenüber einer Fraktion, die hier die eigentlichen Übeltäter sind, die US-Finanzmacht.
Um dieser Finanzkrise der Weltbörse in New York, die innerhalb von 9 Jahren nun zum zweiten Male die Finanzmärkte dieser Welt auskehrte, die Stirn zu bieten und grundlegende neue Regeln innerhalb des bis jetzt gültigen globalen Finanzraubrittertums zu formulieren, ist es vielleicht schon viel zu spät.
Die Verstrickungen der EU in das Gespinst von Verträgen, Nebenverträgen und sonstigen einseitig bindenden Absprachen mit den USA über ein Geflecht von unüberschaubaren Institutionen ist für den Bürger nicht mehr durchschaubar und das soll ja scheinbar auch so sein.
—————————————————————————–
Mit der Zustimmung zum europäischen "Reformvertrag" – der richtigerweise ein Verfassungsvertrag ist – durch Irland, bekommen die vertraglichen Verbindlichkeiten der einzelnen EU Länder, gegenüber einer von den USA gesteuerten EU-Kommission, ab sofort mehr Gewicht.
Auch die EU-Regierung befleißigt sich einer Abstrafungs-Strategie, wie sie heute in unserer Republik in Form von immer weiteren Strafgesetzen und Rechtebeschneidungen gegenüber dem Bürger praktiziert werden, nur mit dem Unterschied, dass es auf EU-Ebene gleich um Milliarden-Strafen geht, wenn ein Staat dem Diktat der EU-Kommission nicht nachkommen kann.
Ein wirtschaftlich bedrängter Staat muß auch noch Milliarden an Strafsummen in die EU Kasse zahlen, anstatt man eine solche Situation mit Erleicherungen vermeidet oder lindert.
Hiermit zeigt sich, dass letztlich die Bürger des betroffenen EU-Mitgliedes ausgeplündert werden, denn diese "Strafen" müssen aus dem Steuertopf der arbeitenden Bevölkerung genommen werden.
Die Zustimmung der irischen Bevölkerung wurde scheinheilig zum Zeitpunkt einer weltweiten Finanzkrise erpresst. In der irischen Bevölkerung geht die Angst um. Nach Jahren des wirtschaftlichen Erfolges ist mit der Finanzkrise wieder die "Normalität" nach Irland zurückgekehrt und hat dem Bürger eine hohe Arbeitslosigkeit beschert. Und gerade die irische Bevölkerung hatte im Laufe ihrer Geschichte hauptsächlich unter den Folgen von hoher Arbeitslosigkeit zu leiden.
Nicht ein Umdenken, wie dies in der Presse triumphierend von den Globalisierungsgewinnern verbreitet wurde, sondern die Hoffnung auf Hilfe aus dem EU-Finanztopf war alleine der Grund für die Zustimmung zum EU-Verfassungsvertrag durch die irischen Wähler.
————————————————————————————
Die Beteiligten des weltweiten indirekten "Bestechungssystems" lechzen schon wieder nach neuen Profiten. Was soll auch der "Schnee von gestern", es war ja zum größten Teil nur das Geld der Anleger, das verzockt wurde.
Bis jetzt wurden durch das Globalisierungsmonopol der USA die zu erobernden Märkte derart umstrukturiert, indem den Konzernen, in den jeweiligen Zielgebieten, mit führenden technischen und marktwirtschaftlichen Know-how, der Eintritt in die ehrenwerte Gesellschaft der New-Yorker Börse, durch das verlockende Angebot eines damit sofort verbundenen reichlichen Geldflusses, schmackhaft gemacht wurde.
Mit der Unterwerfung solcher großen Firmen unter die Knute des New-Yorker Börsen Diktates, die Vorbedingung für einem Börsengang ist, haben auch die einzelnen Nationen ihre steuertragenden Marktkräfte verjubelt. Die Beispiele vieler Konzerne, die vollkommen ausgeplündert wurden, um dann die bisherigen Produktionen im billig produzierenden Ausland herstellen zu lassen, sprechen eine deutliche Sprache.
Hier zeigt sich die Unfähigkeit der Europäer, selber Finanzierungsmöglichkeiten für den eigenen europäischen Markt zu schaffen, indem sich Konzerne, ohne ihre Autonomie zu verlieren, den Rahmen für marktwirtschaftliche Zielsetzungen schaffen könnten.
Der Börsengang nach New York, von Unternehmen aus Ländern dessen marktbeherrschende Stellung die USA anstrebt, ermöglicht es den Finanzmachteliten der Weltbörse in schmarotzerischer Weise an allen wirtschaftlichen Vorgängen der jeweiligen nationalen Märkte beteiligt zu sein. Der Warenbörsen-Terminhandel ist ein grandioses Beispiel hierfür. Hier werden lebenswichtige Güter gehandelt und in Zockermanier die höchsten Preise erpresst, die dann vom Verbraucher gezahlt werden müssen. Und das mit Geldern die teilweise von den "Zockern" als Kredite aufgenommen werden.
Das Kuriose an diesem ganzen System der maßlosen Ausbeutung ist, dass die Opfer mit Hilfe ihres eigenen Geldes, das sie als spekulative Mittel den Banken zur Verfügung gestellt haben, ausgeplündert werden.
Jetzt rücken staatliche Monopole, Volkseigentum und die Kreditvergabe an Nationen in das Visier der Begehrlichkeiten und damit die langsame aber sichere immer größer werdende Abhängigkeit auf allen Ebenen der gesellschaftlichen und politischen Existenz von ganzen Staatenblöcken, in erster Linie aber die der EU.
Was haben wir also von den Gespann "Merkel-Westerwelle" zukünftig als Volkssouverän zu erwarten?
Durch die Möglichkeit von Nebentätigkeiten unserer Politeliten innerhalb unserer "Demokratie" ist die Einflussnahme des Kapitals auf politische Entscheidungsträger kaum zu kontrollieren.
Die "Finanzindustrie hat gut investiert", so die Überschrift zu einem Beitrag auf der Website von Heise, der Ihnen als genüssliche Lektüre empfohlen sei:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31214/1.html
Was haben wir nun zu erwarten von unserer kommenden Regierung? Um diese Frage zu beantworten müssen nur die klaren Fakten aufgezählt werden.
Und diese sind:
eine völlige Abhängigkeit unserer Wirtschaft im Finanzbereich und ab sofort unserer politischen Machteliten und damit unser gesamtes Staatssystem von der New-Yorker Börse, damit verbunden ist das Sterben vieler kreativer Unternehmen, die für unser wirtschaftliches Überleben wichtig sind, die aber aufgrund der diktierten Konzentration von Marktmacht durch die New Yorker Börsenmogule keinerlei Chancen haben, gute Innovationen selber auf den Märkten umzusetzen.
Diese müssen sich in Zukunft erst dem Diktat der Weltbörse unterwerfen, um dann mit entsprechenden finanziellen Mitteln im globalen Markt einen Platz erobern zu können, hiermit bleiben letztlich alle Entwicklungen auf dem Weltmarkt unter der Kontrolle der New Yorker Börse, die dann an allem in extremer Weise und ohne dass sie hier irgendwelche unternehmerische produktive Arbeit leistet, mitverdient.
Es findet also eine Wertschöpfung der unternehmerischen Ideen anderer statt,
die Vorstellungen die wir bisher von einer "sozialen Marktwirtschaft hatten" kann der Bürger ab sofort "at acta" legen, die Totalüberwachung des einzelnen Bürgers ist die Reflexion dessen, was in den Köpfen der verantwortlichen Politeliten an machtpolitischen Vorstellungen und Scheinlösungen, von selber provozierten sozialen kritischen Zuständen innerhalb unserer Gesellschaft, verursacht wurde.
"Ein Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht" so eine alte Volksweisheit, und dann müsste logischerweise ein neuer Krug her.
Innerhalb unseres hoch komplizierten, weltweit vernetzten Wirtschaftssystems, das technologisch vollkommen einseitig abhängig ist, würde dies das vollkommene Chaos bedeuten. Alte Versorgungsstrukturen, die von den Globalisierungsprozessen zerstört wurden, müssten zunächst neu erarbeitet und installiert werden.
In einer Welt, die aufgrund einer hoch sensiblen Versorgungsstruktur, gekoppelt an die Finanzmärkte, keinerlei Vorsorgewirtschaft mehr betreibt, die ein Überleben von großen Bevölkerungsmassen garantieren könnte, wird die Menschheit im "Ernstfall" unvorstellbare Verluste an Menschenleben erleiden müssen.
Beispiele für solche Gefahren gibt es viele. Alleine solche, die aus dem Bereich Klimaveränderungen kommen, mögen einen Einblick geben, vor welchen ungeheuren Aufgaben die Menschheit steht.
Die für das Jahr 2010 erwarteten erhöhten Sonnenaktivitäten und die damit verbundenen gravierenden Veränderungen am Magnetfeld unseres Heimatplaneten könnten zum Beispiel das gesamte Internet lahmlegen, Stromausfälle im gigantischen Rahmen wären die Folgen. Unser computerbasiertes Wirtschafts- und Kommunikationssystem würde vollständig zusammenbrechen.
Die Gelder, die eigentlich in die sozialen Kassen der Völker gehören und der Forschung oder Weiterbildung der Bürger dienen sollte, sind an der Börse vernichtet worden.
Die Frage ist, wer kann diesem Irrsinns-System der Vernichtung von erarbeiteten Werten der Völker Einhalt gebieten?
Vielleicht nur die "Vernunft" zu der die Menschheit letztlich gezwungen sein wird. Wir stehen vor dem Punkt, nach dessen Überschreitung es kein Zurück mehr gibt.
Tod und Elend oder die Konzentration aller Kräfte für eine menschenwürdige Zukunft, das ist die einzige Alternative die wir haben.
Bis jetzt ist diese Erkenntnis noch lange nicht in Sicht.
Quelle: Die Denkfabrik
Die Veröffentlichung wurde von “Die Denkfabrik” genehmigt. Dankeschön !













