So titeln derzeit wirklich fast alle Medien in einer Selbstverständlichkeit, dass man nur noch staunen kann. Die Krise wird überall in der Vergangenheitsform genannt, weil wir nun offenbar das Tal durchschritten haben. Sind wir tatsächlich über den tiefsten Punkt hinweg oder trügt der Schein und die Medien lügen?
Auf welchen Luxus verzichten die Deutschen am ehesten in der Krise? Welt Online hat dazu am 07.10.2009 eine Kosumstudie einer Unternehmensberatung veröffentlicht. Es geht wirklich bei Leibe noch lange nicht um Existenzielles, sondern um kleine Einschränkungen im Luxusleben:
Diese Ausgaben und Einkäufe vermissen diejenigen, die weniger Geld zur Verfügung haben, am meisten:
- 29 Prozent der Befragten bedauern, dass sie nun weniger Geld für Restaurantbesuche zur Verfügung haben
- Autofahren: 12%
- Kinobesuche: 9%
- Cafébesuche: 9%
- Möbelkauf: 8%
- Fitnesscenter: 4%
- Zeitungen und Zeitschriften kaufen: 4%
- In exklusiven Geschäften einkaufen: 4%
- Sportveranstaltungen besuchen: 4%
- Musikkauf (Downloads, CDs ect.): 3%
- Kauf von Lebensmitteln der Premium-Marken: 3%
Meine Güte, was eine Ansammlung von Lächerlichkeiten. Die armen Kurzarbeiter, haben nicht mehr genug Kohle, um sich neue Möbel kaufen oder ins Fitnesscenter gehen zu können. Diese Menschen ahnen wirklich rein gar nichts davon, welche wahren Probleme auf sie zukommen werden – nicht können, sondern werden.
Noch lustiger sind die Zukunftsprognosen dieser Studie:
Nur 14 Prozent jedoch glauben, dass sie diese Einschnitte längerfristig durchhalten müssen. Hoffnung ergibt sich daraus vor allem für die Gastronomen. Denn die Restaurantbesuche vermissen die sparenden deutschen nach der Untersuchung am stärksten. „Damit ist zu erwarten, dass die Restaurants auch als erste von einer Erholung profitieren werden.
Woher kommt das denn, dass nur jeder Siebte glaubt, dass er langfristig mit diesen “Einschränkungen” leben muss?
„Die politischen Maßnahmen wie die Abwrackprämie und die Kurzarbeit haben stark dazu beigetragen, dass Folgen der Krise abgefedert wurden und die Konsumenten sie als nicht so bedrohlich wahrgenommen haben“, sagte Schauwecker. Zudem wollten sechs Prozent der Deutschen ihre verschobenen Einkäufe noch in diesem, 42 Prozent aber im nächsten Jahr nachholen. 72 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre persönliche Situation „demnächst“ wieder verbessern werde.
Die Folgen der Krise wurden durch Abwracklüge und Kurzarbeit abgefedert? So kann man das natürlich auch bezeichnen. Richtiger wäre allerdings das Wort “hinausgezögert” statt “abgefedert”, denn nachdem all diese Propagandawerkzeuge nun auslaufen, wird die scheinbar beendete Krise demnächst ihre wahre Fratze offenbaren.
Wir sind – das geben auch “Wirtschaftsexperten” zu – zwar länger als erwartet durch das Tal geschritten, doch es geht ab jetzt nicht etwa wieder aufwärts, sondern vor uns mitten im Tal liegt eine tiefe und steile Schlucht, die bisher von den wenigsten Menschen wahrgenommen wird. Wie bei der Schweinereigrippe bedarf es wohl zunächst ein paar Vorreitern, die in die Schlucht hinabstürzen, damit die Masse versteht, was ihr wirklich bevorsteht.
Es ist ziemlicher Blödsinn darüber nachzudenken, was man demnächst nach der Krise wieder als erstes verkonsumieren wird, denn die Menschen werden viel eher darüber grübeln, was sie überhaupt essen werden. Es geht dann nicht mehr darum, ob und in welches Restaurant man geht, sondern an welcher Essensausgabeschlange sich angestellt wird.
Ist Ihnen diese Vorstellung zu krass? Dann glauben Sie mal schön brav weiter, was Ihnen aus dem viereckigen Lügengenerator im Wohnzimmer entgegenschallt.
Es hilft wirklich alles nichts. Selbst die direkt Betroffenen, wie z. B. Kurzarbeiter der Automobilindustrie, raffen einfach nicht, dass sie sich derzeit nicht in einer Art gut bezahltem Dauerurlaub befinden, sondern sich in der Vorstufe zur Armut die Zeit mit den völlig falschen Dingen vertreiben.
Aber wie gehabt gilt, wer nicht hören will muss fühlen. Schmerzen sind ja immer sehr lehrreich. Möglicherweise helfen diese dem ein oder anderen dabei, langsam die Augen aufzumachen.
Man kann natürlich nicht allen diesen Leuten den Vorwurf des nicht hören Wollens machen, da viele gar nicht mitbekommen, dass es auch andere Meinungen gibt als im Fernsehen. Wer diesem System vertraut, der wird es nicht in Frage stellen – wozu auch, bisher scheint es doch immer zu stimmen, was behauptet wird.
Schaun wir mal, wie sich die nächsten Wochen entwickeln und welche Meldungen die Medien von sich geben werden – vielleicht schwenken einige um, wenn die Massenentlassungen beginnen oder ähnliche “unvorhergesehene” Dinge passieren.
Es ist im Moment sehr schwer, Systemanhänger auf die Wahrheit aufmerksam zu machen, weil viele wirklich der Auffassung sind, dass sich die Lage jetzt verbessern wird. Man kann das derzeit tagtäglich überall lesen und hören und der Normalo glaubt diese Pseudomotivation selbstverständlich auch.
Kommt Zeit – kommt Wahrheit. Bleiben wir geduldig und arbeiten uns Stück für Stück voran, um wenigstens ein paar der Schafe ins eigene Denken zu entführen. Kleinvieh macht schließlich auch Mist.
Quelle: Wahrheiten.org
Quelle Bild: von Markus via Pixelio
Die Veröffentlichung wurde von “Wahrheiten.org” genehmigt. Dankeschön !













