K.D. Rosenporten | RandZone-Online
Die 28.000 Karstadt-Mitarbeiter “wollen” sich laut stellvertretender Verdi-Vorsitzenden Mönig-Raane in den kommenden drei Jahren mit rund 150 Millionen Euro an der Rettung des insolventen Warenhauskonzerns “beteiligen”.
Beschäftigte mit einem Jahresgehalt ab 18.000 Euro sollen für drei Jahre auf 75 Prozent ihres Weihnachtsgelds und ihr Urlaubsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen verzichten, was dem Konzern ca. 50 Millionen Euro jährlich einbringen würde.
Solange Karstadt in der Insolvenz sei, solle das Geld auf ein Treuhandkonto fließen. Ob es irgendwann – z.B. wenn Karstadt wieder Profit einfährt – eine Rückzahlung dieser Beschäftigten-Millionen (plus Zinsen?) geben wird, dazu fand ich keine Aussagen.
Frau Mönig-Raane södert statt dessen davon, daß diese “Beteiligung” der beschäftigten die Standorte sichere und die Jobs “weitgehend” erhält. Im Klartext heißt das nichts anderes, als daß der Arbeiter Geld dafür bezahlt, daß der eigentlich insolvente Kapitalist ihn auch weiterhin ausbeuten darf. Seltsame “Marktwirtschaft”.
Mönig-Raanes vorsichtige Formulierung “weitgehend” deutet schon darauf hin, daß selbst dieser Verzicht der Arbeiter nichts “sichert”. Tatsächlich drohen weiterhin Filialschließungen, was für eine vierstellige Zahl (so umschreibt Mönig-Raane also die mögliche Vernichtung von 1.000 bis 9.999 Arbeitsplätzen) von Karstadt-Kollegen den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten könne. Daher denn auch die Versicherung der Dame, daß ver.di darauf hinarbeite, daß möglichst wenige Häuser geschlossen werden.
Über diese rechts-reformistische “Vereinbarung” der Gewerkschaft mit der Insolvenzverwaltung soll am kommenden Montag die Große Tarifkommission abstimmen. Während die Kollegen bei Karstadt ruhig abwarten sollen. Die Mönig-Raanes dieser Republik werden es schon richten.
Quelle: RandZone-Online
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