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Karl Theodor rettet Afghanistan

Freitag, 13. November 2009-17:17 -|- Eingestellt von: |

Parteitag (13) von Michael Panse MdLJochen Hoff | Duckhome

Er ist wirk­lich ein schöner Mann dieser Karl Theodor von und zu Gut­ten­berg. Selbst auf dem Flug nach Afgha­nistan. Die gegelte Frisur und die Kra­watte sitzen. Wie damals auf dem New Yorker Times Square, als er nichts für Opel erreichte, ist er bester Laune und feiert sich selbst.


Zu Gut­ten­berg: Im edlen Zwirn ins Kampf­ge­biet
Die Auf­nahmen, die zu Gut­ten­berg in einem Trans­portjet der Bun­des­wehr zeigen, lösten in Deutsch­land Befremden aus. Mitten im rus­ti­kalen Inte­rieur, zwi­schen nach­denk­li­chen Sol­daten in Kampf­montur, steht der geschnie­gelte Ver­tei­di­gungs­mi­nister in edlem Zwirn. Seine Hände hat er in die Hüfte gestemmt.

Zufrieden schaut er in die Kamera, ganz so als freue er sich auf die Reise ins Kampf­ge­biet. Die Kra­watte sitzt per­fekt — unter der schuss­si­cheren Weste. Auch nach der Ankunft am Hin­du­kusch wirkt es so, als sei der Minister in erster Linie darauf bedacht, eine gute Figur zu machen.

Ja das ist die eigent­liche Stärke des Gut­ten­berg. Er kann posen. Sobald man aber bei ihm nach Sub­stanz sucht, ist nichts zu finden. Die Fam­li­en­firma für die er angeb­lich gear­beitet hat, ist nicht zu finden und alle ver­däch­tigen Unter­nehmen pro­tes­tieren auf das schärfste, wenn sie mit ihm in Ver­bin­dung gebracht werden. Als Wirt­schafts­mi­nister war ein Total­ver­sager. Zum bösen Schluss brachte er auch noch GM auf die Idee Opel zu behalten, weil der deut­sche Steu­er­zahler ja für die Sanie­rung bezahlen würde.

Nun ist er Kriegs­mi­nister. Er hat sogar eine mili­tä­ri­sche Kar­riere gemacht. Er wurde Unter­of­fi­zier bei Gebirgs­jä­ger­ba­taillon 233 in Mit­ten­wald, dass immer noch deut­lich doku­men­tiert, dass die Bun­des­wehr böse Tra­di­tionen bewahrt anstatt sich den Untaten der Gebirgs­jäger zu stellen.

Karl Theodor betrifft das Ganze nicht. Er ist Anzug. Hülle. Er stellt ledig­lich etwas dar. Hat keinen Stand­punkt. Er kann nicht begreifen, was es bedeutet wenn tsche­chi­sche Offi­ziere im Nato-​Einsatz in Afgha­nistan das Trup­pen­kenn­zei­chen der SS-​Panzerdivision «Hohen­staufen», oder noch schlimmer der SS-​Brigade «Dir­le­wanger» tragen.

Gut­ten­berg will Rechts­si­cher­heit für Leute wie Oberst Klein der zumin­dest fahr­lässig mal eben 142 Men­schen ermorden ließ. Rechts­si­cher­heit gab und gibt es auch für die Gebirgs­jäger die 27. Juni 1944 den ita­lie­ni­schen Ortes Fal­zano di Cor­tona zer­störten und einer der betei­ligten Offi­ziere war Josef Scheu­nen­graber, der nun in Mün­chen vor Gericht steht aber bis zum heu­tigen Zeit­punkt Mit­glied des Kame­ra­den­kreises der Gebirgs­jäger ist. Sozu­sagen ein Kamerad Guttenbergs.

Wie eng das Morden in Afgha­nistan an der isla­mi­schen Bevöl­ke­rung mit dem Morden der Nazis ver­knüpft ist, erschließt sich ihm nicht. Wer Afgha­nistan recht­fer­tigen kann, der kann mit ähnli­chen Argu­menten auch den Polen­feldzug recht­fer­tigen. Aber auch in anderen Fragen gibt es nur die leere Hülle. So kann er sich gleich­zeitig eine Erhö­hung der Trup­pen­stärke vor­stellen, wie auch einen bal­digen Abzug.

Selbst Kriegs­be­für­worter wie der SPD-​Politiker Rainer Arnold müssen ihn jetzt schon auf­for­dern end­lich zu sagen was er will. Das kann er aber doch nicht. Er weiß doch noch gar nicht was er wollen soll. Solange Obama sich nicht fest­legt, ob er wei­tere 10. 20. oder 40.000 Sol­daten nach Afgha­nistan schickt oder den Krieg ver­loren gibt, hat Gut­ten­berg doch keine Befehle. Das US-​Außenministerin Hil­lary Clinton hofft, dass sich Deutsch­land einer neuen Afghanistan-​Strategie ihrer Regie­rung nicht ver­schließen wird, ist auch nicht hilf­reich, so lange sie nicht genaue Befehle gibt.

Obama könnte den Krieg jetzt beenden und quasi mit zwei blauen Augen ent­kommen und darauf hoffen, dass die Ame­ri­kaner diese Nie­der­lage bis zur nächsten Wahl ver­gessen haben. Das wäre eine gute Idee, denn so richtig funk­tio­niert die Sache mit dem Öldieb­stahl im Iran, Irak und den Tan-​Ländern nicht. Da wäre es leichter Vene­zuela über Kolum­bien anzu­greifen und das Öl und die Boden­schätze dort zu stehlen. Ande­rer­seits könne Obama auch ein­fach nur mehr Deut­sche und andere Nationen in den Afgha­nistan Krieg schi­cken, hätte die Nie­der­lage ver­mieden und genü­gend Truppen um Vene­zuela anzugreifen.

Obama weiß, das Afgha­nistan nicht zu gewinnen ist. Die Frage ist, ob er es sich leisten kann Afgha­nistan zu ver­lieren. Solange Obama sich nicht ent­schieden hat, kann Gut­ten­berg sich auch nicht ent­scheiden. Er muss warten an wel­chen Baum der große Hund pin­kelt, bevor er dem dann nachtun kann. Eine pein­liche Situa­tion. Aber die über­spielt er groß­artig. Die Frisur sitzt.

In Bayern kann man ver­mut­lich immer noch einen Hut auf einen Stock stellen und der wird dann gegrüßt und gewählt. Im rest­li­chen Deutsch­land ist das nicht so. Gut­ten­bergs Ver­weis auf eine Afgha­nis­tan­kon­fe­renz die viel­leicht irgend­wann mal statt­finden soll, ist reines Aus­sitzen. Aber es wird bemerkt. Die Kräfte die geglaubt haben ihn als mili­tä­ri­schen Außen­mi­nister gegen den FDP-​Außenminister Wes­ter­welle in Stel­lung bringen zu können, hätten ihm wenigsten klare Befehle erteilen müssen.

So ohne Befehle wirkt er doch mächtig hohl und leer.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: von Michael Panse MdL via Flickr CC Lizenz

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Kategorie » Deutschland, International, Krieg, Parteien u. Politiker, USA « | Tags » , , , , , , , «

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