Er ist wirklich ein schöner Mann dieser Karl Theodor von und zu Guttenberg. Selbst auf dem Flug nach Afghanistan. Die gegelte Frisur und die Krawatte sitzen. Wie damals auf dem New Yorker Times Square, als er nichts für Opel erreichte, ist er bester Laune und feiert sich selbst.
Zu Guttenberg: Im edlen Zwirn ins Kampfgebiet
Die Aufnahmen, die zu Guttenberg in einem Transportjet der Bundeswehr zeigen, lösten in Deutschland Befremden aus. Mitten im rustikalen Interieur, zwischen nachdenklichen Soldaten in Kampfmontur, steht der geschniegelte Verteidigungsminister in edlem Zwirn. Seine Hände hat er in die Hüfte gestemmt.Zufrieden schaut er in die Kamera, ganz so als freue er sich auf die Reise ins Kampfgebiet. Die Krawatte sitzt perfekt – unter der schusssicheren Weste. Auch nach der Ankunft am Hindukusch wirkt es so, als sei der Minister in erster Linie darauf bedacht, eine gute Figur zu machen.
Ja das ist die eigentliche Stärke des Guttenberg. Er kann posen. Sobald man aber bei ihm nach Substanz sucht, ist nichts zu finden. Die Famlienfirma für die er angeblich gearbeitet hat, ist nicht zu finden und alle verdächtigen Unternehmen protestieren auf das schärfste, wenn sie mit ihm in Verbindung gebracht werden. Als Wirtschaftsminister war ein Totalversager. Zum bösen Schluss brachte er auch noch GM auf die Idee Opel zu behalten, weil der deutsche Steuerzahler ja für die Sanierung bezahlen würde.
Nun ist er Kriegsminister. Er hat sogar eine militärische Karriere gemacht. Er wurde Unteroffizier bei Gebirgsjägerbataillon 233 in Mittenwald, dass immer noch deutlich dokumentiert, dass die Bundeswehr böse Traditionen bewahrt anstatt sich den Untaten der Gebirgsjäger zu stellen.
Karl Theodor betrifft das Ganze nicht. Er ist Anzug. Hülle. Er stellt lediglich etwas dar. Hat keinen Standpunkt. Er kann nicht begreifen, was es bedeutet wenn tschechische Offiziere im Nato-Einsatz in Afghanistan das Truppenkennzeichen der SS-Panzerdivision «Hohenstaufen», oder noch schlimmer der SS-Brigade «Dirlewanger» tragen.
Guttenberg will Rechtssicherheit für Leute wie Oberst Klein der zumindest fahrlässig mal eben 142 Menschen ermorden ließ. Rechtssicherheit gab und gibt es auch für die Gebirgsjäger die 27. Juni 1944 den italienischen Ortes Falzano di Cortona zerstörten und einer der beteiligten Offiziere war Josef Scheunengraber, der nun in München vor Gericht steht aber bis zum heutigen Zeitpunkt Mitglied des Kameradenkreises der Gebirgsjäger ist. Sozusagen ein Kamerad Guttenbergs.
Wie eng das Morden in Afghanistan an der islamischen Bevölkerung mit dem Morden der Nazis verknüpft ist, erschließt sich ihm nicht. Wer Afghanistan rechtfertigen kann, der kann mit ähnlichen Argumenten auch den Polenfeldzug rechtfertigen. Aber auch in anderen Fragen gibt es nur die leere Hülle. So kann er sich gleichzeitig eine Erhöhung der Truppenstärke vorstellen, wie auch einen baldigen Abzug.
Selbst Kriegsbefürworter wie der SPD-Politiker Rainer Arnold müssen ihn jetzt schon auffordern endlich zu sagen was er will. Das kann er aber doch nicht. Er weiß doch noch gar nicht was er wollen soll. Solange Obama sich nicht festlegt, ob er weitere 10. 20. oder 40.000 Soldaten nach Afghanistan schickt oder den Krieg verloren gibt, hat Guttenberg doch keine Befehle. Das US-Außenministerin Hillary Clinton hofft, dass sich Deutschland einer neuen Afghanistan-Strategie ihrer Regierung nicht verschließen wird, ist auch nicht hilfreich, so lange sie nicht genaue Befehle gibt.
Obama könnte den Krieg jetzt beenden und quasi mit zwei blauen Augen entkommen und darauf hoffen, dass die Amerikaner diese Niederlage bis zur nächsten Wahl vergessen haben. Das wäre eine gute Idee, denn so richtig funktioniert die Sache mit dem Öldiebstahl im Iran, Irak und den Tan-Ländern nicht. Da wäre es leichter Venezuela über Kolumbien anzugreifen und das Öl und die Bodenschätze dort zu stehlen. Andererseits könne Obama auch einfach nur mehr Deutsche und andere Nationen in den Afghanistan Krieg schicken, hätte die Niederlage vermieden und genügend Truppen um Venezuela anzugreifen.
Obama weiß, das Afghanistan nicht zu gewinnen ist. Die Frage ist, ob er es sich leisten kann Afghanistan zu verlieren. Solange Obama sich nicht entschieden hat, kann Guttenberg sich auch nicht entscheiden. Er muss warten an welchen Baum der große Hund pinkelt, bevor er dem dann nachtun kann. Eine peinliche Situation. Aber die überspielt er großartig. Die Frisur sitzt.
In Bayern kann man vermutlich immer noch einen Hut auf einen Stock stellen und der wird dann gegrüßt und gewählt. Im restlichen Deutschland ist das nicht so. Guttenbergs Verweis auf eine Afghanistankonferenz die vielleicht irgendwann mal stattfinden soll, ist reines Aussitzen. Aber es wird bemerkt. Die Kräfte die geglaubt haben ihn als militärischen Außenminister gegen den FDP-Außenminister Westerwelle in Stellung bringen zu können, hätten ihm wenigsten klare Befehle erteilen müssen.
So ohne Befehle wirkt er doch mächtig hohl und leer.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
Quelle Bild: von Michael Panse MdL via Flickr CC Lizenz












