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Münteferings letztes Gesabbel als Parteivorsitzender

Montag, 16. November 2009-8:19 -|- Eingestellt von: |

Rede Franz Müntefering, Vorsitzender der SPD von nrwspd_fotoJochen Hoff | Duckhome

So richtig traut man sich ja nicht, von Münte­fe­rings letzter Rede als Par­tei­vor­sit­zender zu spre­chen. Er ist ja so eine Art poli­ti­scher Wie­der­gänger, ein Untoter, die den Lebenden meist böse gesinnt sind und deren Seele auf Grund ihres Lebens­wan­dels nicht erlöst wurde.

Solange er also nicht wirk­lich tot ist, sollte man von seiner vor­läufig letzten Rede als Par­tei­vor­sit­zender sprechen.

Als er das erste mal Par­tei­vor­sit­zender wurde erregte schon das keine Begeis­te­rungs­stürme:

Ihr seid nicht die Enkel von Willy Brandt und Onkel Her­bert Wehner, ihr seid die Enkel von Hein­rich Lübke. Ja, Franz du hast deine Frak­tion im Zaum, die Kanz­ler­mehr­heit ist gesi­chert. Wie schön, wen inter­es­siert es? Wir wollen sehen, dass ihr kämpft oder dass ihr geht. Mit der Hand an der Mütze auf der Brücke des sin­kenden Schiffs zu stehen, ist viel­leicht ehren­voll aber ziem­lich dumm.

Die SPD ver­tritt in Wirk­lich­keit zirka 40 Pro­zent der deut­schen Bevöl­ke­rung, eure Regie­rung zur Zeit nicht einmal 20 Pro­zent. Das liegt übri­gens nicht an den Themen, son­dern nur an der Art, wie ihr euch ver­kauft. Ent­schul­di­gung, ihr ver­kauft euch ja gerade nicht.

Wenn ich bei einer Fee einen Wunsch frei hätte, würde ich mir einen Her­bert Wehner für die SPD wün­schen. Lieber Franz, lieber Ger­hard, wir haben noch ein paar Wahlen in diesem Jahr. Kommt end­lich aus eurem vor­ge­zo­genen Ruhe­stand zurück und bewegt euch. Es ist keine Frage des Kön­nens, son­dern eine des Wol­lens. Wenn ihr nicht wollt, dann geht.

Als der Mün­te­franz dann wieder Erwarten seinen Was­ser­treter Kajo Was­ser­hövel nicht zum Gene­ral­se­kret der SPD machen konnte, warf er hin und Duck­home feierte:

Frau Nahles ist zumin­dest begrenzt zu eigenen Gedanken fähig, der Was­ser­treter ist Par­tei­bü­ro­krat. Darin gleicht Was­ser­hövel seinem Par­tei­vor­sit­zenden dem guten Franz, der ja auch jeden Unfug im Namen der Partei ver­treten hat.

Die Frage ist nur, ob die SPD Par­tei­sol­daten und Büro­kraten braucht, oder ob sie diesen Neu­an­fang nicht für echte Politik nutzen könnte, zumal die CDU/​CSU dazu zur Zeit sicht­lich nicht in der Lage ist. Statt­dessen weiter im alten Trott. Nur ja nichts wagen. Nicht zurück zu Godes­berg aber auch nicht weiter zu neuen Ufern. Sta­gna­tion mit einem Fuß in der Luft.

Nun ist der gute Franz kein Ringer, schon gar nicht im Sumo. Aber selbst er sollte wissen das er mit einem Fuß in der Luft, auf jeden Fall auf die Schnauze fällt. Das wäre egal, wenn es sich nur um den Franz han­deln würde. Es geht aber um die SPD. Münte­fe­ring ist näm­lich schon Geschichte, auch wenn ihm das noch nie­mand gesagt hat.

Dann war er Vize­kanzler oder doch besser Fiz­zel­chen­kanzler und beschäf­tigte sich mit der Bekämp­fung der Arbeits­losen. Als Münte­fe­ring dann offi­ziell abtrat um seine Frau Anke­petra zu pflegen, in Wirk­lich­keit aber um den Weg für Frank Walter Stein­meiers Kanz­ler­kar­riere frei zu machen, freute das nur noch wenige. Ein Grauen ging und dafür gab es ein anderes Grauen.

Aber scheinbar fand sich auch kein Kon­zern oder Lob­by­is­ten­club der Münte­fe­ring haben wollte. "Dass Grauen kommt zurück — Münte­fe­ring will die SPD total erle­digen" war die furcht­er­re­gende Schlag­zeile auf Duck­home und sie traf voll­ständig zu:

Noch am Todestag seiner ach so geliebten Frau Anke­petra hatte der gute Mensch Franz Münte­fe­ring seine Finger schon wieder tief in die wunde Seele der SPD gekrallt um den Ver­räter und Men­schen­ver­ächter Cle­ment zu unter­stützen. Darin ist das neo­li­be­rale Pack ja immer gut, wenn des darum geht einen der ihren, gegen jedes Recht zu schützen.

Nun will Münte­fe­ring also da weiter machen, wo er auf­ge­hört hat. Er will die SPD weiter zer­stören. Ob er glaubt das die Men­schen in Deutsch­land ver­gessen haben, wer und was er ist. Franz Münte­fe­ring hat für seinen Ger­hard Schröder, den Genossen der Bosse, die SPD in den Unter­gang geführt. Münte­fe­ring hat ohne mit der Wimper zu zucken, Mil­lionen Men­schen in Armut und Hoff­nungs­lo­sig­keit geschickt. Es war Münte­fe­ring der Arbeits­lo­sen­geld gekürzt und Hartz IV ein­ge­führt hat.

Alleine dafür gehört Münte­fe­ring in den Knast und nicht in die Politik. Aber wahr­schein­lich soll er den Weg für Stein­meier und Stein­brück frei­ma­chen. Denn die beiden, die nie­mand will, sind selbst in einer neo­li­be­ralen SPD nicht zu ver­kaufen. Egal was die rechten und käuf­li­chen See­heimer und die kar­rie­re­geilen und gewis­sen­losen Netz­werker auch wollen. Wenn die beiden jetzt auch noch Beck absägen müssen, sind sie selber tot.

Münte­fe­ring kommt zurück und sägt Kurt Beck ab. Das ist zwar kein wirk­li­cher Ver­lust, weil die spre­chende Hecke aus Mainz eh nichts geba­cken bekommt, aber es ist auch ein ein­deu­tiges Signal gegen eine linke SPD. Eigent­lich ist es das letzte Signal gegen eine sozi­al­de­mo­kra­ti­sche SPD.

Die SPD ist bei 20 Pro­zent ange­kommen und Münte­fe­rings Arbeit ist fürs Erste erle­digt. Trotzdem musste er mit sanfter Gewalt zurück­ge­treten werden, um es nicht zu offen­sicht­lich zu machen, dass der SPD der Unter­gang ver­ordnet wurde. Aber er könnte jeder­zeit wie­der­kommen und sein Werk voll­enden. Auf jeden Fall hat er der SPD noch die Marsch­rich­tung vor­ge­geben und die Par­tei­tags­delegierten klat­schen.

Auch wenn es viel­leicht nicht die letzten dummen Sprüch sind die Münte­fe­ring als Par­tei­vor­sit­zender ablässt, ver­dienen sie doch eine Würdigung:

Die SPD ist kleiner geworden, die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Idee jedoch nicht

Das ist richtig. Denn in der SPD sind ja schon lange keine Sozi­al­de­mo­kraten mehr, so dass eine ver­klei­nerte SPD nicht mehr die Sozi­al­de­mo­kraten ver­klei­nert.

Wir waren für die Wähler kein Feind­bild, aber wir waren nicht inter­es­sant genug. Wir waren für zuviele die von ges­tern, aus der Mode

Da liegt er falsch die neo­li­be­rale Agenda-​SPD ist für viele Men­schen ein Feind­bild und Leute wie Münte­fe­ring die alles getan haben, um die Rei­chen noch rei­cher und die Armen noch ärmer zu machen, sind nicht nur Feind­bilder son­dern die echten Feinde der Men­schen. Schröder, Münte­fe­ring, Stein­meier, Stein­brück und Cle­ment haben das Herz der SPD zer­stört und sie miss­braucht. Die Wähler haben gezeigt, was sie von dieser SPD halten.

Mehr Demo­kratie wagen Teil zwei ist fällig

Das ist ein wirk­lich guter Witz. Münte­fe­ring, Basta-​Schröder und Struck haben jeden demo­kra­ti­schen Ansatz in der SPD abge­würgt und dafür gesorgt, dass vor allem die Leute hoch­kamen, die alles fraßen was ihnen vor­ge­setzt wurde, die den Kakao mit Freude tranken durch den sie gezogen wurden.

Zurück an die Quelle und die ist vor Ort

Ach ja, der gute alte Orts­verein. Den haben sie doch sys­te­ma­tisch ent­machtet und immer wenn ein Orts­verein etwas wollte wurde von den Herr­schenden in der Par­tei­lei­tung nie­der­ge­brüllt. Selbst in die Bezirke wurde hin­ein­re­giert. Münte­fe­ring wollte die Basis nur als Wer­be­helfer im Wahl­kampf und ansonsten hatte er andere Befehls­geber deren per­verse Wün­sche er gerne erfüllte.

Wir sind kampf­fähig. Wir sind kampf­be­reit. Wir kommen wieder

Ja, das fürchten die SPD-​Menschen in Deutsch­land. Sie fürchten sich, dass Münte­fe­ring wie­der­kommt, wenn Gabriel und Nahles die SPD an die Fünf Pro­zent Grenze geführt haben. Sie fürchten das er dann wieder seinen Was­ser­treter zum Wahl­kampf­ma­nager macht und die SPD end­gültig erledigt.

Diese Frucht ist begründet. Er ist ein Wie­der­gänger und selbst wenn er stirbt gibt es ver­mut­lich keine Sicher­heit, solange die SPD noch lebt. Er wird wie­der­kommen. Selbst die in Vam­pir­film­chen so beliebte Methode, dem Ver­stor­benen einen Pfahl durchs Herz zu rammen, ist unmög­lich. Kein Pfahl kann einen Stein zerstören.

Aber egal ob er wie­der­kommt oder nicht. Die SPD ist nicht mehr zu retten. Ihr neuer Par­tei­vor­sit­zender, der unter dem Titel "Abmahn-​Siggi ist nun Chef der Ver­rä­ter­partei" auf Mein Par​tei​buch​.com aus­führ­lich gewür­digt wird, gibt schon kurz vor seiner Wahl den per­fekten Münte­fe­ring. Er fragt sich, warum die Men­schen in Umfragen immer für sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Ant­worten sind, aber nicht die SPD wählen.

Ja, Franz und Siggi. Die Ant­wort ist ein­fach. Weil die SPD keine sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Lösungen anbietet, son­dern fins­tersten neo­li­be­ralen Wirt­schafts­fa­schismus prak­ti­ziert. Die SPD ist keine sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Partei und des­halb wird sie von Sozi­al­de­mo­kraten nicht gewählt.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: von nrwspd_​foto via Flickr CC Lizenz

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gelesen: 83 · heute: 2 · zuletzt: 17. Mai 2012

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