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Weltwirtschaftskrise — Kein Aufschwung in Sicht

Donnerstag, 19. November 2009-10:46 -|- Eingestellt von: |

Financial crisis / Finanzkrise von alles-schlumpfJochen Hoff | Duckhome

Die staat­liche US-​Einlagensicherungsgeselschaft der Banken, droht in die Pleite zu geraten. Sie musste ein­fach viel zu viele Banken retten.

Des­halb kam man auf eine glor­reiche Idee. Man lässt die ame­ri­ka­ni­schen Banken ihre Ver­si­che­rungs­bei­träge gleich für drei Jahre im voraus bezahlen und nimmt so 45 Mil­li­arden Dollar ein.

Aller­dings sind die Ver­si­che­rungs­be­träge so berechnet, dass sie die nor­malen Ver­luste aus­glei­chen. Was macht man, wenn am Ende des kom­menden Jahres die Mittel ver­braucht sind. Das Ban­ken­sterben in den USA geht fröh­lich weiter und ein Ende ist nicht abzu­sehen. Ob man dann die Bei­träge für die nächsten zehn Jahre ein­for­dern wird?

Am letzten Freitag starben wieder drei Banken aus Kali­for­nien und Flo­rida, was die Ein­la­gen­si­che­rung rund eine Mil­li­arde Dollar kostet. Neben Kali­for­nien, das ja schon länger prak­tisch pleite ist, kommen jetzt ähnliche Mel­dungen auch aus Ari­zona, Flo­rida, Illi­nois, Michigan, Nevada, New Jersey, Oregon, Rhode Island und Wis­consin. Die ein­zige Chance dieser Bun­des­staaten ist, dass sie sich selbst zu Tode sparen.

Alleine die 10 genannten Bun­des­staaten ver­treten ein Drittel der US-​Bevölkerung und Wirt­schafts­leis­tung der USA. Wenn dort die Bud­gets massiv gekürzt werden, hat das harte Aus­wir­kungen auf die gesamte wirt­schaft­liche Ent­wick­lung in den USA. In 2009 wurde durch die Kon­junk­tur­maß­nahmen der Regie­rung noch ein Aus­gleich geschaffen, in 2010 fehlen diese Mittel und die Defi­zite schlagen voll durch.

In den USA gibt es bereits sehr weit gedie­hene Über­le­gungen wieder zwi­schen Geschäfts– und Invest­ment­banken zu trennen. Der US-​Demokraten Chris Dodd schlägt dies sogar in einem Gesetz­ent­wurf bereits vor. Die Folgen können für viele Banken die Ret­tung bedeuten, da sich die reinen Geschäfts­banken viel besser auf­stellen können, als die Invest­ment­banker. Geschäfts­banken sind nütz­lich, Invest­ment­banken sind Casinos. Eine solche Tren­nung wäre auch in Europa gut.

Wirtschaftskrise schlägt voll auf den Einzelhandel durch von dkdas.de.

Firmen sind zur Zeit günstig wie nie und der vom bil­ligen Geld getra­gene welt­weite Bör­sen­boom haben die Heu­schre­cken der Hedge­fonds in letzter Minute mit Geld ver­sorgt. Die logi­sche Folge ist, das sie wieder zuschlagen und Firmen kaufen um sie zu zer­schlagen, oder mit dem eigenen Kauf­preis so hoch zu belasten, dass sie auf Dauer nicht über­le­bens­fähig sind. Zwar erzählen die Hedge-​Fond Manager, dass sie aus der Ver­gan­gen­heit gelernt haben und nun unter­neh­me­risch tätig sein wollen, aber das haben sie auch schon früher erzählt.

Solange weder G20 noch die EU Beschlüsse fassen, die der­ar­tige Über­nahmen ver­bieten, wäre es an der Bun­des­re­gie­rung solche Geschäfte zu ver­bieten. Das ließe sich ganz ein­fach lösen, indem man solche Belas­tungen von Firmen ver­bietet und als Strafe das ganze Unter­nehmen wegen ver­suchten betrür­ge­ri­schen Kon­kurses ein­zieht und dann wieder ver­kauft. Aber die Hor­nis­sen­ko­ali­tion wird sich nicht ein­mi­schen, wo doch ihre Freunde bei diesen Geschäften so fein dabei sind.

Wie es der Wirt­schaft in Deutsch­land geht, lässt sich ganz ein­fach am ver­ar­bei­tenden Gewerbe nach­lesen. Im Ver­glich zum Vor­jahr waren im Sep­tember 2009, 4,4 Pro­zent weniger Beschäf­tigte tätig, die Arbeits­stunden ver­kürzten sich um 8,9 Pro­zent und der durch­schnitt­liche Beschäf­tige ver­diente 0,8 Pro­zent weniger.

Sin­kende Löhne im tra­di­tio­nell gut zah­lenden ver­ar­bei­tenden Gewerbe lassen für die schlechter gestellten Bran­chen noch ärgeres ver­muten. Das Daimler auch für das Jahr 2010 wei­tere Kurz­ar­beit ange­kün­digt hat, zeigt, dass keine wesent­li­chen posi­tiven Ver­än­de­rungen gesehen werden.

Hinzu kommt für 2010, dass die Gewerk­schaften wohl wei­tere Zuge­ständ­nisse bei Arbeits­zeit und Lohn machen werden, was angeb­lich der Beschäf­ti­gung in Wirk­lich­keit aber nur dem Groß­ka­pital nutzt und die Kauf­kraft ver­rin­gert. Durch solche Maß­nahmen wurde übri­gens noch nie Beschäf­ti­gungs­si­che­rung erreicht.

In Europa sieht es ins­ge­samt nicht besser aus. Die Indus­trie­pro­duk­tion sank im Sep­tember, im Ver­gleich zum Vor­jah­res­monat um 12,9 Pro­zent. Natür­lich wird immer wieder darauf hin­ge­wiesen, dass gegen­über dem Vor­monat eine Ver­bes­se­rung ein­ge­treten sei. Nach allerlei Rechen­tricks kommen sie sai­son­be­rei­nigt auf eine Ver­bes­se­rung von 0,3 Pro­zent gegen­über dem August. Wer im War­te­zimmer des Zahn­arztes sitzt, hat auch keine Zahn­schmerzen mehr.

Der Kurs von 30-​jährigen US-​Staatsanleihen ist seit Dezember 2008 um 28 Pro­zent gefallen. Wer da bei Ren­diten von 4,4 Pro­zent wei­ter­zo­cken will muss irre sein. Selbst in Japan wo die pri­vaten Haus­halte sehr stark in japa­ni­schen Staats­an­leihen inves­tiert sind, droht wegen einer fast auf Null gefal­lenen Spar­quote ein Pro­blem mit dem wei­teren Absatz dieser Papiere, zumal davon aus­zu­gehen ist, dass viele Rentner ihre Papiere zu Geld machen müssen um zu überleben.

Dass Defizit beim US-​Haushalt über­schritt am Montag zum ersten Mal die 12 Bil­lionen Dollar Grenze. Alle ent­wi­ckelten Länder zusammen machen in diesem Jahr 3.500 Mil­li­arden Dollar neue Schulden. Das ist unge­fähr drei­viertel der Wirt­schafts­leis­tung Chinas. Die Preise für viele Edel­me­talle wie Gold, sind längst über ihren All­zeit­hoch­ständen in allen Wäh­rungen, was bedeutet, dass alle Wäh­rungen verlieren.

Wer da auch nur die Spur eines Auf­schwungs zu erkennen vermag, muss einen guten Dro­gen­lie­fe­ranten haben. Für alle anderen wird der Schre­cken nur immer offensichtlicher.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild oben: von alles-​schlumpf via Flickr CC Lizenz

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