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Wenn schon prekäre Arbeitsverhältnisse, dann muss auch die Wohnung unsicher sein

Samstag, 28. November 2009-11:06 -|- Eingestellt von: |

Jochen Hoff | Duckhome

Die Hor­nis­sen­ko­ali­tion ist zügig bei der Abwick­lung der Auf­träge des Kapi­tals. Nachdem die Arbeits­ver­hält­nisse aller Men­schen in Deutsch­land bewusst prekär gemacht wurden, sollen nun die Wohn­ver­hält­nisse für Mieter bis zur totalen Recht­lo­sig­keit in Bruch­buden gebracht werden.

Der wich­tigste Punkt ist die Miet­min­de­rung. Der Abzo­cker muss es sich in Zukunft dank schwarz/​gelb nicht mehr gefallen lassen, wenn Mängel mit Miet­min­de­rung bis zur Ein­stel­lung der Miet­zah­lungen beant­wortet werden.

Nach Merkel und Wes­ter­welle dürfen die Abzo­cker auch bei Schimmel, kaputten Fens­tern und nicht­lau­fender Hei­zung oder ohne Wasser den vollen Miet­preis kas­sieren. Aber das reicht noch nicht. Selbst­ver­ständ­lich sollen sie die Mieter nach Guts­her­renart raus­werfen können. Es ist wie beim Kün­di­gungs­schutz für Arbeit­nehmer. Die Koali­tion der bösen und kalten Herzen will die Men­schen absolut schutzlos machen, damit ihre Freunde aus dem ver­bre­che­ri­schen Kapital sich um so leichter berei­chern können.

Da wo Bos­bach und Schäuble die Woh­nung mit Abhör­ein­rich­tungen bis auf das Klo und stän­diger Angst vor Durch­su­chung über­zogen, soll heute von Wes­ter­welle und seinen Mies­lingen das Recht auf Erhalt der Woh­nung prak­tisch ganz abge­baut werden. Aus Sicht von Merkel und Wes­ter­welle ist das ja auch richtig.

So kann man die Men­schen noch hoff­nungs­loser machen. Angst um die Arbeit, Angst vor Krank­heit, Alter und Pfle­ge­be­dürf­tig­keit, weil die beschis­sene FDP die soli­da­ri­schen Ver­si­che­rungen zer­stört, Angst vor Armut in Arbeits­lo­sig­keit weil Brü­derle und Co. gemeinsam Hartz IV noch weiter kürzen und Angst vor Armut im Alter. Das ist das Ziel der Hornissenkoalition.

Sie wollen die Men­schen in stän­diger Panik behalten, damit die nicht zum Nach­denken kommen und sich nicht zur Wehr setzen. Pünkt­lich zum Betrug an den Mie­tern meldet sich auch noch das Bun­desamt für Des­in­for­ma­tion und behauptet rotz­frech, dass 48 Pro­zent der Bun­des­bürger über Eigentum an Immo­bi­lien verfügen.

Fast jeder zweite Pri­vat­haus­halt hat Haus– und Grund­be­sitz
Anfang 2008 besaßen 29% aller Haus­halte in Deutsch­land ein Ein­fa­mi­li­en­haus. Gegen­über 2003 ist dieser Anteil unver­än­dert geblieben, wäh­rend er im Ver­gleich zu 1998 (28%) leicht gestiegen ist. Die zweit­häu­figste Immo­bi­li­enart sind Eigen­tums­woh­nungen, über die zu Beginn des Jahres 2008 etwa 13% der Pri­vat­haus­halte verfügten.

Auch hier gab es seit 2003 keine Ver­än­de­rung. Gegen­über 1998 mit damals 10% ist dagegen ein Anstieg zu ver­zeichnen. 5% der pri­vaten Haus­halte besaßen Anfang 2008 ein Zwei­fa­mi­li­en­haus; ebenso viele ein unbe­bautes Grund­stück. Eigen­tümer von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern waren 2% der Haus­halte, von sons­tigen Gebäuden wie Wochenend– und Feri­en­häuser oder Gebäuden in Klein­gärten 3%.

Diese Zahlen sind ein typi­sches Bei­spiel für Miss­brauch der Sta­tistik. Wenn 29 Pro­zent aller Haus­halte ein Ein­fa­mi­li­en­haus haben, dann bedeutet das eben nicht, dass sie nicht auch noch meh­rere Ein­fa­mi­li­en­häuser und zusätz­lich noch Mehr­fa­mi­li­en­häuser und Eigen­tums­woh­nungen besitzen können.

Die Leute die Ein­fam­li­en­häuser besitzen, sind häufig nicht die Besitzer dieser Häuser, son­dern zahlen nur die Hypo­theken und den Erhalt ohne irgend­eine Chance zu haben, jemals das allei­nige Eigentum an diesen Häu­sern zu besitzen. Das gleich gilt für die Besitzer von Eigen­tums­woh­nungen die sich diese oft­mals von ver­bre­che­ri­schen Bera­tern als Geld­an­lage auf­schwatzen ließen und nun an den Schulden zerbrechen.

Aber selbst unbe­baute Gund­stücke, Feri­en­häuser und ver­pach­tete Klein­gärten in denen man gar nicht wohnen darf, werden von diesen Lüg­nern dem Wohn­ei­gentum zuge­schlagen, nur um der Politik die Freude zu machen, dass ja angeb­lich 48 Pro­zent der Bevöl­ke­rung positiv durch den Abbau des Mie­ter­rechtes bedient werden. Die Sys­tem­me­dien ver­öf­fent­li­chen solch einen Blöd­sinn ohne Nach­frage. Sie sind ja nur Herolde der Macht und des Kapitals.

Tat­säch­lich gehören die meisten Woh­nungen und Miet­häuser wenigen großen Firmen und rei­chen Pri­vat­leuten. Ein Groß­teil der Woh­nungen in Deutsch­land ver­kommt still vor sich. Nur die wenigsten Mieter wehren sich und die sollen jetzt im Inter­esse des Groß­ka­pi­tals auch noch mundtot gemacht werden.

Begründet wird das ganze mit einigen wenigen Miet­no­maden. Das Thema Miet­no­maden wurde von den Sys­tem­me­dien in ihrer gesamten Breite die letzten Monate weit aus­ge­schlachtet. Natür­lich han­delt es sich nur um eine ver­schwin­dend geringe Zahl an Ein­zel­fällen. Auf­grund dieser Ein­zel­fälle und vieler Lügen sollen nun die Mie­ter­rechte verschwinden.

Die Gerichte in Deutsch­land werden mit­ma­chen. Da ist es egal ob jemand 40 Jahre lang brav seine Miete gezahlt hat. Sie werden wie immer dem Kapital helfen. Dagegen gibt es nur eine Gegen­wehr. Die Hor­nis­sen­ko­ali­tion muss weg und jeder kleinste Fehler eines Ver­mie­ters muss sofort mit einer Klage beant­wortet werden.

Erst wenn die Gerichte mit Klagen zuge­schüttet sind und die Ver­mieter unter den Gerichts­kosten zer­bre­chen, kann es sein, dass sie ihre poli­ti­schen Ket­ten­hunde zurück­rufen, um grö­ßeren Ärger zu ver­meiden. Der kleinste Fehler an der Miet­sache, über den man Jahre lächelnd hinweg gesehen hat, muss jetzt sofort Anlass für eine Klage sein. Wer als Ver­mieter die Mieter rechtlos machen will, soll wenigs­tens bis zur letzten Sekunde in der das mög­lich ist, auch leiden.

Noch besser wäre es diese miese Regie­rung weg­zu­streiken. Diese Vögel halten keinen langen Kampf aus. Sie ersti­cken ja schon jetzt an ihren Lügen.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

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Kategorie » Arbeit/Gewerkschaft, Gesellschaft/Soziales, Politik/Wirtschaft « | Tags » , , , , , «

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2 Kommentare

  1. 1

    Kommentar ohne Gravatar

    PeWi 28.11.2009 um 12:53 Uhr

    Wirk­lich eine dicke, fette Lüge, mein Nachbar (der 2.) und deren Nachbar und deren Nachbar .… besitzen kein Wohn­ei­gentum, wie ich. Unser ganzes Stadt­viertel ist im Besitz großer Firmen oder Fond­ge­sell­schaften! Nur — die Leute haben eben diese Koali­tion gewählt — ohne nach­zu­denken — ohne auch nur irgend­einen Gedanken daran ver­schwendet zu haben, was das bedeutet. Und sie werden diese wieder wählen.

  2. 2

    Kommentar ohne Gravatar

    Julie 28.11.2009 um 20:54 Uhr

    Liebe PeWi,
    ganz genau so sieht es aus. Und ich kann nur immer und immer wieder sagen, dass mein per­sön­li­cher Vor­wurf an Deutsch­lands Wähler dieser Koali­tion geht. Und die, die CDU/​FDP nicht gewählt haben, müssen die Suppe jetzt mit auslöffeln.

    Nichts von allem, was jetzt so pas­siert kommt über­ra­schend. Alles war absehbar und wer sich vor der Wahl inten­siver und an den rich­tigen Stellen infor­miert hätte, hätte das wissen können (müssen).