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Dubai und die Banken sind die zweite Welle der Weltwirtschaftskrise

Sonntag, 29. November 2009-13:53 -|- Eingestellt von: |

Dubai IslandVon Jochen Hoff | Duckhome

Die Regie­rung von Dubai hat ein­seitig ein Zah­lungs­mo­ra­to­rium ver­kündet. Dubai hat ca. 80 Mil­li­arden Euro an Schulden. Prompt bra­chen in Deutsch­land und Japan die Börsen deut­lich ein.

Dass fast zeit­gleich die WestLB 85 Mil­li­arden Euro in eine Bad Bank, also an den Steu­er­zahler aus­la­gerte, hatte aller­dings keine Folgen. Es kann also nicht um die Summe gehen.

Dubai will ein halbes Jahr später zahlen. Dubai hätte 10 Mil­li­arden an neuen Kre­diten bekommen können, nutzt davon aber nur nur 5 Mil­li­arden und lässt es lieber zu, dass sich das Rating bei den Kre­dit­ver­si­che­rungen um 36,5 Pro­zent ver­schlech­tert, obwohl eine Zah­lung von 3,5 Mil­li­arden im Dezember aus­ge­reicht hätte um das Gesicht zu wahren.

Das klingt irgendwie nicht schlüssig. Wenn man davon aus­geht, dass das augen­blick­liche Finanz­ge­füge bestehen bleibt, war das eine absolut idio­ti­sche Idee. Es sei denn, man beur­teilt die Lage völlig anders und geht davon aus, das bald der nächste Knall kommt. Dann macht es Sinn flüssig zu bleiben und nicht zurück­zu­zahlen und sich gleich­zeitig eine Option auf wei­teres fri­sches Geld zu erhalten.

Der Chef des Inter­na­tio­nalen Wäh­rungs­fonds (IWF), Domi­nique Strauss-​Kahn, geht davon aus, dass die Banken bisher erst die Hälfte ihrer faulen Papiere auf­ge­deckt haben. Dabei ist diese Annahme mehr als opti­mis­tisch. Es dürften bisher bes­ten­falls ein Viertel bis ein Drittel der Ver­luste bekannt geworden sein.

Klar ist aber auch, dass die Staaten diese Banken nicht mehr retten können. Das Geld ist ein­fach weg und auch das Geld was sie bisher in die Ban­ken­ret­tung oder Kon­junk­tur­pro­gramme gesteckt haben ist bereits wieder in neuen Blasen ver­schwunden. Für Deutsch­land geht die Deut­sche Bun­des­bank davon aus, dass die 17 größten deut­schen Banken, alleine in 2010 noch rund 90 Mil­li­arden Euro an wei­teren Abschrei­bungen auf ver­briefte Pro­dukte und faule Kre­dite tätigen müssen.

Auch das ist ange­sichts der 85 Mil­li­arden der WestLB bes­ten­falls ein Bruch­teil dessen was noch kommt. Selbst wenn es den viel­be­schwo­renen Auf­schwung geben würde, ist das ein­fach nicht zu bezahlen. Da hilft es auch nicht, die Banken auf­zu­for­dern sich jetzt Speck anzu­fressen um in den kom­menden schlechten Zeiten davon zehren zu können. Die Gier ist zu groß. Nichts geht in die reale Wirt­schaft und alles in die Spe­ku­la­tion, in die nächste Blase.

Dubai war der Anfang. Die Ukraine und die bal­ti­schen Länder werden folgen. Ebenso Grie­chen­land, Spa­nien und Por­tugal, wahr­schein­lich auch Ita­lien. Egal wie­viel Geld der IWF bis dahin gesam­melt hat. Es wird nicht mehr so wei­ter­gehen wie bisher. Ver­mut­lich hat Dubai zum rich­tigen Zeit­punkt die Reiß­leine gezogen. Besser ein Ende mit Schre­cken, als ein Schre­cken ohne Ende.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: von Djumbo via Flickr CC Lizenz

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Kategorie » Finanzkrise, International, Wirtschaftskrise « | Tags » , , «

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