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Na wo schwingt er denn der Aufschwung?

Dienstag, 01. Dezember 2009-11:06 -|- Eingestellt von: |

Von Jochen Hoff | Duckhome

Der stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende und mit­tel­stands­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/​CSU-​Bundestagsfraktion, Dr. Michael Fuchs hat den Auf­schwung gesehen oder möchte zumin­dest daran glauben ihn gesehen zu haben.

Er fand ihn bei Pro­fessor Unsinns Ufo Institut:

Noch vor kurzem hat die deut­sche Wirt­schaft dar­nie­der­ge­legen. Doch all­mäh­lich zeigt sich Licht am Ende des Tun­nels. Langsam geht es auf­wärts. Die Wirt­schaft zieht wieder langsam an, auf die Beine hilft ihr dabei ins­be­son­dere der erstarkte Export.
Bereits zum achten Mal in Folge hat sich die Stim­mung in der deut­schen Wirt­schaft ver­bes­sert. Der Ifo-​Geschäftsklimaindex für November erhöhte sich gegen­über Oktober von 92,0 Punkten auf 93,9 Punkte.

Das ist ein echter Fuchs dieser Fuchs. Welche Drogen mag er nur nehmen. Man glaubt doch nicht die Lügen die man selbst bestellt hat. Aber egal, Haupt­sache er sieht Licht am Ende des Tun­nels, auch wenn es die ent­ge­gen­kom­mende zweite Welle der Welt­wirt­schafts­krise ist.

Das Bank­haus Rott hat mal die feuchten Träume Ben Bern­ankes über die ame­ri­ka­ni­schen Immo­bi­lien analysiert:

Häuser sind reich­lich auf dem Markt, die Banken halten mas­sive Bestände auf den Bilanzen und sogar die FDIC hat mitt­ler­weile über $1,5 Mrd. an Immo­bi­lien aus den Beständen der insol­venten Banken, die die Behörde abwi­ckeln soll. Die aktu­elle Zahl der Neu­bauten stellt ein Rekord­tief seit Beginn der Daten­er­he­bung dar, und das trotz wach­sender Bevöl­ke­rung. Ange­sichts der Dimen­sion des kre­dit­fi­nan­zierten Immo­bi­li­en­booms, schafft es die Nach­frage wei­terhin nicht, sich gegen das Über­an­gebot zur Wehr zu setzen.

Es kommt, wie es kommen sollte, die Anpas­sung erfolgt über den Preis. Bisher lag die Anpas­sung der Ver­kaufs­preise bei Neu­bauten im Bereich von etwa 25%, ange­sichts der künst­li­chen Stüt­zung, die den gesamten Pro­zess der Adjus­tie­rung bremst.

Mit wei­teren Rück­gängen von 20% und mehr ist sowohl bei beste­henden als auch bei neu gebauten Häu­sern durchaus zu rechnen. Das legt zumin­dest die his­to­ri­sche Bere­chung aus dem Hause Case-​Shiller nahe, die auf einer immerhin 120 Jahre umfas­senden Daten­reihe basiert.
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Wir freuen uns schon darauf, zu erfahren aus wel­cher Branche der Auf­schwung denn kommt, den die FTD bereits heute feiert. Aus der Bau­branche wohl nicht, der Konsum wird es auch nicht sein, der Agra­sektor kann sicher­lich ein wenig positiv über­ra­schen, aber ansonsten fällt uns in den Staaten nur der Rüs­tungs­sektor ein.

Karl Weiss hat sich das ver­ar­bei­tende Gewerbe in den USA ange­sehen.

Die US-​Industrieproduktion sei im Oktober erneut leicht gestiegen, erklärt die US-​Notenbank, aller­dings nur um 0,1%, gegen­über dem Vor­monat. Das wäre immerhin der vierte Monat in Folge mit einer leichten Stei­ge­rung. Sieht man aller­dings den Ver­gleich zum Vor­jah­res­monat an, so bricht die Illu­sion gleich zusammen:

Minus 7,1% nach – 6,1% im Sep­tember. Gleich­zeitig wird schon wieder heftig in Deri­vaten spe­ku­liert, dass die Bank­pforten wackeln.

Die Pro­duk­ti­ons­stei­ge­rung wurde völlig ohne neue Arbeits­plätze geschafft. Es wurden im Gegen­teil wei­tere Arbeits­plätze vernichtet.

Aus dem ver­ar­bei­tenden Gewerbe kann der Auf­schwung in den USA genauso wenig kommen wie in Deutsch­land wo die Situa­tion ähnlich ist und nur so aus­ge­wie­sene Flach­leute wie CDU-​Wirtschaftspolitiker und für ihre Lügen bekannte Wis­sen­schaftler einen Auf­schwung sehen. Das Institut für Arbeits­markt– und Berufs­for­schung (IAB) hat erkannt, dass die Zahl der Voll­zeit­be­schäf­tigen immer stärker zurückgeht.

Gleich­zeitig sinkt die Zahl der geleis­teten Arbeits­stunden immer weiter, was auch nicht auf einen Auf­schwung schließen lässt. Weniger Arbeits­stunden bedeuten weniger Arbeits­ein­kommen und weniger Lohn und damit einen Dämpfer für jeden Auf­schwung, wenn es ihn denn geben würde.

Und all die schönen Export­er­folge in den Dol­lar­raum sind viel weniger schön, wenn man dazu­rechnet, dass sich der Dollar prak­tisch im freien Fall befindet und die US-​Notenbank Fed erklär­ter­maßen nichts dagegen tun will. Nein. Es gibt keinen Auf­schwung. Es ist auch keiner in Sicht.

Auf­schwung ist nur mög­lich wenn die Gewinne nicht mehr aus­schließ­lich an das Groß­ka­pital fließen, son­dern gerechter ver­teilt werden. Das ist aber in der aktu­ellen Welt­wirt­schafts­ord­nung nicht zu erwarten. Des­halb muss es erst noch viel schlimmer kommen, bevor es besser werden kann.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

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Kategorie » Finanzkrise, Politik/Wirtschaft, Wirtschaftskrise « | Tags » , , , , , «

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