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Von Maryam MOHAMMADI ãÑیã ãÍãÏی | Übersetzt von  ÍãیÏ ÈåÔÊی| Tlaxcala – Seit Beginn der Protestdemonstrationen gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen im Iran haben die Attacken der „prinzipienorientierten“ Politiker und Medien nicht nur die Exponate der Grünen Bewegung, wie Mousavi und Karroubi zum Ziel gehabt, sondern es sind gleichzeitig auch harte Angriffe gegen Hashemi Rafsanjani und seine Familie gerichtet, obwohl ihm die Führung zweier großer staatlicher Institutionen – dem Expertenrat und dem Schlichtungsrat obliegt.

Im Gegensatz dazu haben neulich sowohl der Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Khamanei, als auch der neue Leiter der Judikative, Ayatollah Larijani  den angegriffenen Rafsanjani durch ihre Stellungnahmen unterstützt und die gegen ihn gerichteten Attacken verurteilt. hashemi-rafsanjani-03

Diese Kehrtwende hat in den politischen Kreisen einige Fragen aufgeworfen. Dies hat Radio Zamaneh veranlasst Dr. Yazdi, den Generalsekretär der Freiheitsbewegung zu interviewen.

Dr. Yazdi meint, Rafsanjani stehe an einem Scheideweg und falls er seine Freunde alleine lasse, werde er alle beide Seiten verlieren.

Außerdem sagt er:

-          Die Entwicklung der letzten Monate hat sehr unterschiedliche Auswirkungen auf das ganze System ausgeübt. Es gibt einflussreiche Persönlichkeiten in der Islamischen Republik, die mit dieser Entwicklung nicht zufrieden sind. Sie haben sich mehr oder weniger dagegen gewandt. Eine dieser Persönlichkeiten ist der Imam des Freitagsgebets der Stadt Ghom. So etwas kann nicht ohne Wirkung bleiben. Hashemi selbst (der dem Freitagsgebet in Teheran als Imam dient – Anmerkung des Übersetzers) weigert sich, dies weiter zu praktizieren. Er hat für die Wiederaufnahme des Freitagsgebets Bedingungen genannt, die nicht erfüllt sind.
Daher scheint es so zu sein, dass es trotz Unternehmungen von irrationalen Kräften im System, die für das Erreichen ihrer Ziele nichts unversucht lassen, auch andere Kräfte im System existieren, die das Wohl des ganzen Systems vor Augen haben. Sie heißen solche Machenschaften nicht gut.

-          Was kann diese Kehrtwende in der heutigen Situation bewirken?

-          Nun, das ist ein gutes Zeichen und lässt Hoffnung aufkeimen. Natürlich müssen diese Leute, falls sie vorhaben sollten, wirklich etwas zu erreichen, doch von irgendwo anfangen, so dass dies für das ganze System annehmbar ist. Verständlicher Weise müssen sie dann mit dem Herrn Hashemi Rafsanjani beginnen. Nun kann man abwarten und schauen, ob diese neue Sicht und Vorgehensweise und die Äußerungen dazu konkrete Auswirkungen haben wird.

-          Herr Yazdi, mache haben dieselbe Hoffnung wie Sie, nämlich dass es eine Öffnung im politischen Umgang der Herrschenden mit der Opposition gibt. Andere haben die Befürchtung, dass diese Versöhnung darin begründet ist, um Hashemi von Personen wie Karroubi, Khatami und Mousavi zu separieren, was letztendlich ihre Position erschweren wird.ebrahimmyazdi-zamaneh

-          Ja, es gibt diese Wahrscheinlichkeit und es ist auch möglich, dass die extremistischen Kräfte mit der Wiedergutmachung für Herrn Hashemi deshalb einverstanden sind, weil sie ihn von den anderen trennen möchten. Aber ich glaube nicht, dass die vorhandenen Bedingungen ihnen erlauben, dabei zu bleiben und keine weiteren Zugeständnisse machen zu müssen. Daher halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Politik erfolgreich wird, sehr gering.

-          Liegt Ihrer Meinung nach die Wahrscheinlichkeit, dass diese Politik nicht von Erfolg gekrönt wird, in dem Umgang des Herrn Hashemi damit? Weswegen sollte denn Herr Hashemi dabei mitmachen oder auch nicht?

-          Auch Herr Hashemi steht an einem entscheidenden Scheideweg. Meiner Ansicht nach wird Herr Hashemi, falls diese Versöhnungshaltung, die Sie erwähnt haben, ernst gemeint und nicht oberflächlich ist, und falls Herr Hashemi nicht weitermachen sollte und falls er seine Freunde alleine lassen würde, würde er sich letztendlich von der einen Seite getrennt haben, ohne von der anderen Seite aufgenommen zu werden. Dies wird ihm nicht nützen und ich bezweifle, ob er sich dafür hergibt.

-          Manche Kommentatoren verbinden diese Politik mit der Nähe zum 16. Azar (= dem 7. Dezember 1953, als 3 Tote nach dem Niederschlagen von Studentenprotesten in Teheran im Vorfeld des Nixon-Besuchs zu verzeichnen waren. Dieser Tag ist im historischen Bewusstsein der Studentenschaft im Iran geblieben – Anmerkung des Übersetzers) Wie denken Sie darüber? Und wie wird die Entwicklung an diesem Gedenktag aussehen, nachdem wir die vergangenen Proteste am Ghods-Tag und am 4. November erlebt haben?

-          Die Aktionen am Gedenktag zum 16. Azar haben im Vergleich zu den Aktionen am Ghods-Tag und am 4. November einen grundsätzlichen Unterschied. Der Ghods-Tag ist ein nationaler Gedenktag und seit Jahren finden große Demonstrationen an diesem Tag landesweit statt. An diesem Tag hat die Grüne Bewegung die Gelegenheit benutzt. Sie kamen auf die Straßen und meldeten ihren Anspruch. Genauso war es am 4. November.

Aber der 16. Azar (7. Dezember) ist der Studententag und wie die Studenten korrekter Weise selbst erklärt haben, werden die Proteste im Universitätsrahmen bleiben. In den vergangenen 50 Jahren war es üblich, dass im Gedenken an den gefallenen Studenten innerhalb der Unis Zeremonien stattfanden. Auch in diesem Jahr ist es so, mit dem Unterschied, dass die allgemeine und die politische Atmosphäre im Land in den letzten 4 Monaten breite Bewegungen in der Studentenschaft hervorgerufen hat.

-          Bedeutet dies, dass die Demonstrationen ohne Repressionsmaßnahmen stattfinden?

-          Es scheint so zu sein, dass die Demonstrationen innerhalb von Universitäten bleiben. Aber ob die Regierung oder die Universitätsleitung die in Unis beschränkte Demonstrationen duldet, oder gegen sie vorgeht, das ist nicht vorauszusagen.
Es sind allerdings Drohgebärden zu verzeichnen, sie reden darüber. Aber dieser Tag ist grundlegend anders als der Ghods-Tag und der 4. November. Daher hoffe ich, dass die Sicherheitskräfte nicht die selben Fehler begehen, die ihnen am Ghods-Tag oder am 4. November passierten. Sie sollten zu lassen, dass Studenten wie alle Jahre die Zeremonien zum Studententag friedlich halten.

-          Herr Yazdi, wie wird die Freiheitsbewegung  Irans in Bezug auf das, was im Iran vorgeht, auf die Grüne Bewegung und auf das, was zukünftig erwartet wird, ihre Politik gestalten?

-          Wir meinen weiterhin, dass der einzige praktikable und wirksame Weg der Reform- orientierte Weg ist. Und dieser Weg hat sich selbst definiert. Die Reformen werden sich legal, allmählich und systemimmanent ihren Weg suchen und nicht außerhalb des Systems. Jede Art von Parolen, die darüber hinaus geht oder jede Art von Forderungen, die das System überfordern, sind kontraproduktiv.


Quelle: Radio Zamaneh
Originalartikel veröffentlicht am 30.11.2009
Über die Autorin
Hamid Beheschti ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autorin, der Übersetzer als auch die Quelle genannt werden.
URL dieses Artikels auf Tlaxcala:
http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9425&lg=de

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