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Afghanistan — Das ist nur Amerikas Krieg

Sonntag, 06. Dezember 2009-16:02 -|- Eingestellt von: |

Von Jochen Hoff | Duck­home | — Nato– Gene­ral­se­kretär Anders Fogh Ras­mussen, der ja Mus­lim­ver­ach­tung und Islam­ba­shing schon immer freudig unter­stützt hat, brachte nun den abso­luten Knie­fall der Nato vor dem Impe­rator Obama zu Wege und sagte:

Dies ist nicht bloß Ame­rikas Krieg

Gut, Arsch­krie­cherei gegen­über den USA ist ja in der Nato gang und gäbe und Ras­mussen ist darin beson­ders geübt. Aber diesmal ist er wirk­lich einen Schritt zu weit gegangen. Es gibt näm­lich gar keinen Grund für die Nato in Afgha­nistan zu sein und einen Angriffs­krieg zu führen.

Afgha­nistan hat weder die USA noch ein anderes Nato­land ange­griffen. Es gibt also keinen Bünd­nis­fall. Das Geschehen an 9/​11 lässt sich nicht Afgha­nistan zuordnen. Selbst das FBI sucht den angeb­li­chen Al Quaida Führer Bin Laden nicht wegen 9/​11. Der Angriffs­krieg der USA gegen Afgha­nistan hat also nichts mit 9/​11 zu tun.

Ursache für den Krieg ist die Unter­wer­fung Afgha­nis­tans, um die Boden­schätze dieses Landes und Öl und Gas aus dem Raum um das Kas­pi­sche Meer in Rich­tung USA abtrans­por­tieren zu können. Es ist der berühmte Über­fall auf einen Schnaps­laden, dem ja auch schon der Irak und wohl bald auch der Iran zum Opfer fallen wird.

Es han­delt sich also um einen nach gel­tendem Völ­ker­recht ille­galen Angriffs­krieg, an dem sich viele Länder aus unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Inter­essen betei­ligt haben. Die Eng­länder wollen selbst stehlen, die Fran­zosen möchten dabei sein um nicht zu ver­passen und die Deut­schen um Schröder und Struck zielten auf einen ver­spro­chenen Stuhl im Sicher­heitsrat. Bekommen haben alle nichts, außer Toten.

Nun ist der Krieg in Afgha­nistan ver­loren. Die Taliban werden immer stärker und sind auch nicht auf­zu­halten. Sie schlagen in Afgha­nistan zu, ver­ziehen sich in die Berge oder nach Pakistan, viele ver­graben ein­fach ihre Waffen und gehen als Zivil­be­völ­ke­rung an den Besat­zern lachend vorbei. Da ist nichts mehr zu gewinnen, aber noch viel an Men­schen­leben zu verlieren.

Obama hätte viel­leicht wirk­lich gerne den Rückzug ange­treten, aber die USA hätten ihm eine erneute Nie­der­lage in Vietnam nicht ver­ziehen und so schiebt er halb­herzig 30.000 Mann nach und for­dert Leute von der Nato. Er wird sie bekommen. Aus Deutsch­land ohne viel Feder­lesen. Die Hor­nis­sen­ko­ali­tion sieht in jedem toten Deut­schen einen guten Deut­schen mit dem sie nichts mehr teilen müssen und einen Arbeits­losen weniger. Die anderen Länder Europas sind ähnlich strukturiert.

Aber was sollen die neuen Truppen bewirken? Man spricht von einer Früh­jahrs­of­fen­sive. Das ist nied­lich. Was machen die, wenn die Taliban nicht zur Früh­jahrs­of­fen­sive kommen, son­dern lieber ihre Äcker mit Mohn und Hanf bepflanzen. Oder sogar mit Nah­rungs­pflanzen. Dann steht die ein­drucks­voll ver­stärkte Armee ziem­lich dumm da. Sobald sie wieder in die Lager zurück­kehrt, können die Taliban dann wieder ihre Politik der kleinen Nadel­stiche aufnehmen.

Obama hat ein Zeit­fenster genannt, in dem er Afgha­nistan erle­digt haben will. Das war dumm. Wenn jemand weiß, wie lange die böse Schwie­ger­mutter bleibt, ist sie nur noch halb so schwer zu ertragen. In Afgha­nistan läuft schon ein böser Witz durchs ganze Land:

Die Ame­ri­kaner haben Uhren,
die Taliban haben Zeit!

Ja, das ist eine Erfah­rung die auch die Eng­länder und Russen in Afgha­nistan machen mussten. Es ist ein zäher und gedul­diger Wider­stand. Nein, dieser Krieg ist nicht zu gewinnen und selbst wenn er es wäre dürfte es nicht der Krieg Europas sein. Es ist der Krieg der USA, ein impe­ria­lis­ti­scher Krieg und ein wei­terer den sie ver­lieren.
Für Europa gibt es nur eines.

Sofort und so schnell es geht raus aus diesem Krieg. Die Ent­wick­lungs­hilfe für Afgha­nistan dras­tisch erhöhen und so viele kon­krete und prak­ti­sche Hilfs­maß­nahmen starten wie nur eben mög­lich ist. Auch bei den Boden­schätzen Afgha­nis­tans kann Europa helfen und hilft am besten wenn es faire Preise zahlt.

Es ist genug gemordet worden in Afgha­nistan. Es ist Zeit für ein Ende und eine dicke ehr­liche Entschuldigung.

Quelle: – Netz­werk­partner – Jochen Hoff von Duckhome.

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Kategorie » Deutschland, International, Militär, NATO, USA « | Tags » , «

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Ein Kommentar

  1. 1

    Kommentar ohne Gravatar

    Jochen Gattermann 06.12.2009 um 19:00 Uhr

    Wie viele Männer im wehr­fä­higen Alter werden wir aus den Fami­lien der Schichten der Politik, der obersten Staats­diener, Anwälte, Waf­fen­pro­du­zenten, Ban­ken­ma­nager und Kriegs­be­für­worter wohl zusammen bekommen? Schickt diese zuerst hin. Ich bin sicher, der Krieg wird sofort abge­bro­chen. Außerdem end­lich eine Volks­ab­stim­mung, ob weiter Krieg gemacht wird.

    Eigent­lich ganz einfach.

    Liebe Grüße aus Berlin