Sozialpolitische Interessenvertretung im Jahr 2010
Freitag, 11. Dezember 2009-21:17 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Thomas Marschner | Duckhome
Mit dem Jahr 2010 ist auch das Ende der Agenda Politik der Schröderschen Arbeitsmarkt– und Sozialpolitik verbunden, zumindest in Bezug auf deren Begründung.
Das Jahr 2010 steht in der Europäischen Union unter dem Stichwort „Europäisches Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung“. Unter diesem Aspekt dürfen wir sehr gespannt sein, welche politischen Wegmarkten die neue Bundesregierung setzten wird.
Denn bisher machen Prognosen die sich aus dem Koalitionsvertrag ableiten lassen und einige aktuelle Entscheidungen wenig Hoffnung, dass der neoliberale Weg der Ökonomisierung und Desozialisierung durch sie beendet würde.
Gerade unter diesem Aspekt scheint es wichtiger den je, dass Sozialdenkende und handelnde Menschen und Organisationen den Fokus auf die sozialpolitische Interessenvertretung lenken.
Immer mehr Menschen verlieren ihre Erwerbsarbeit, die aber in unserer Gesellschaft das wichtigste Instrument ist, um Teilhabe zu erleben und um respektiert zu werden. Was wird da mit denen, die kaum noch Aussicht auf akzeptable Erwerbsverhältnisse haben oder die persönlich einschränkt sind und deshalb kaum noch einen Zugang für Erwerbsarbeit finden?
Die schwieriger gewordenen Lebensumstände für einen Großteil unserer Gesellschaft, infolge prekärer sozialer Lebens– und Arbeitsbedingungen, können die Sozial– und Wohlfahrtsverbände, Bürgerinitiativen und Einzelaktivisten allein nicht ändern. Aber wir können eben diesen Betroffenen einerseits unsere Hilfe und Unterstützung geben und andererseits können wir ihnen dabei helfen, ihre Interessen bestmöglich zu vertreten.
Dem Wunsch folgend, jüngere Mitstreiter für sich zu gewinnen und jüngere Zielgruppen zu erreichen, sollten sich alle Akteure, die sich über das Desinteresse viele Mitbürger wundern, auch mal hinterfragen, ob ihre Form der Arbeit und Aktionen dazu geeignet sind, andere anzusprechen oder zu aktivieren. In einer vom Wettbewerb untereinander geprägten Lebenseinstellung sind soziale Kompetenz und Solidarität durchaus gegensätzlich zu sehen.
Wenn also viele Menschen einer Egomanie folgen, ist das nicht allein in ihrem Desinteresse begründet, sondern eher darauf, dass diese ein wenig Selbstreflektiertes Leben führen. Denn im Grunde haben doch die meiste Menschen Angst davor, zugeben zu müssen, dass ihr leben nicht so verläuft wie es sich vorgestellt haben. Aber es ist schwer, den eingeschlagenen Lebensweg zu verändern oder dem Leben eine entscheidende Wendung zu geben. Deshalb leben viele Menschen unserer Gesellschaft bereits heute weit unter ihren Möglichkeiten.
Frustration erzeugt oft Wut und diese kann unterschiedliche Aspekte haben. Entweder fangen Menschen an, sich mit allen erdenklichen Mitteln zu betäuben. Andere werden aggressiv und lassen ihre Wut entweder an Gegenständen oder Mitmenschen aus. Manche werden sogar richtig kriminell. Der innere Antrieb der Unruhe, der uns aktiv werden, spielt die entscheidende Rolle.
Ob Aktivitäten negativ oder positiv werden ist dabei meist mit Schlüsselerlebnissen verknüpft. Deshalb sollten wir versuchen, Menschen die aktiv werden wollen darin bestärken und unterstützen, dass ihre Aktivitäten positiv besetzt sind, um sie vor dem Abrutsch in die Kriminalität oder Sucht zu bewahren.
Für das Jahr 2010 stellt die sozialpolitische Interessenvertretung eine wichtige Funktion dar, weil die Probleme unserer Gesellschaft nicht weniger werden, sondern sich noch intensivieren, aufgrund falscher politischer Entscheidungen. Der Spaltung unserer Bevölkerung sollten nicht tatenlos hinnehmen, weder heute noch morgen.
Und wir haben ihr etwas entgegen zu setzen, unsere gemeinsamen Aktivitäten gegen eine Politik die gegen uns gerichtet ist. Aktionen, Proteste und nachhaltiges ehrliches Engagement sind Ausdrucksformen für eine positive Darstellung eines Gemeinschaftsgefühls und als Herdentiere brauchen wir andere Menschen um uns herum. Wir können uns wehren – tun wir es auch?!
Allen Lesern und treuen Kommentatoren ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
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Kategorie » Arbeit/Gewerkschaft, Deutschland, EU/Brüssel, Gesellschaft/Soziales « | Tags » Agenda 2010, Arbeit, Gesellschaft «
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