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Private Krankenversicherung fordern mehr Geld für die Kinder der Reichen

Mittwoch, 30. Dezember 2009-17:14 -|- Eingestellt von: |

Von Jochen Hoff | Duckhome

Reiche Kinder sind arme Kinder. Sie haben einen der­ar­tigen Haufen gesell­schaft­li­cher Ver­pflich­tungen und damit ver­bun­dener Kosten, dass man sie zum Bei­spiel schon beim Kin­der­geld bevor­zugen muss.

So ist es Deutsch­land 584 Euro wert ein rei­ches Kind zu för­dern, wäh­rend für nor­male Kinder nur 184 Euro gezahlt werden und die Kinder der Ärmsten, der Hartz-​IV und Sozi­al­hil­fe­emp­fänger dem Staat gar nichts wert sind.

400 Euro mehr im Monat für die Rei­chen machen es doch schon viel ein­fa­cher, die tollen Mar­ken­turn­schuhe und das reiche Outfit zu beschaffen. Selbst der Reit­un­ter­richt und die Kla­vier­stunde können noch ein wenig geför­dert werden. Da die nor­malen Kinder nur wenig bekommen, und die armen Kinder gar nichts, lässt sich schon in Kin­der­garten und Schule der Stan­des­dünkel her­stellen und kon­ser­vieren. Eliten auf Kosten der All­ge­mein­heit eben.

Natür­lich reicht das als Beloh­nung nicht aus. Jetzt sollen auch die Eltern belohnt werden, die es aus Kos­ten­gründen ablehnen in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung zu sein und lieber für bil­liges Geld in der pri­vaten Kran­ken­ver­si­che­rung alle Vor­züge der Eliten wie schnelle Behand­lung und ähnliche Arschle­cke­reien genießen. Weil sie frei­willig die Soli­da­rität ver­lassen haben, soll ihnen nun das Geld der Soli­dar­ge­mein­schaft hin­ter­her­ge­tragen werden.

Der Direktor des Ver­bands der Pri­vaten Kran­ken­ver­si­che­rung, Volker Lei­en­bach argu­men­tiert in der in der "Frank­furter All­ge­meinen Zei­tung": "Vor dem Gesetz sind alle Kinder gleich." und ver­langt, das auch die Kinder der Rei­chen nun mehr als 87 Euro im Monat zusätz­lich erhalten. Nein, er will die Rei­chen nicht noch rei­cher machen. Er will ein­fach nur mehr Gewinne für die PKV und er will sie nicht aus der Hand seiner unso­li­da­ri­schen Mit­glieder son­dern von allen vor allem von den ganz Armen.

Das ist die Den­kart der deut­schen selbst­er­nannten Eliten. 400 Euro Son­der­för­de­rung pro rei­chem Kind, langen eben nicht. Da müssen nun 500 Euro her. Im nächsten Jahr dann ver­mut­lich 700 Euro, denn wozu müssen die Kinder Arbeit­nehmer geför­dert werden. Für die reicht es nichts zu bezahlen.

Es kann aus dem Ver­halten der Pri­vaten Kran­ken­ver­si­cher nur eine For­de­rung geben. Ein sofor­tiges Verbot jeder nicht soli­da­ri­schen Ver­si­che­rung. Wer in die PKV ein­ge­treten ist, muss sein Leben lang einen Zuschlag von 80 Pro­zent auf seine soli­da­ri­sche Ver­si­che­rungen bezahlen und wer für die gewinn­ori­e­nierten Ver­si­che­rungen an lei­tender Stelle gear­beitet hat, erhält gar keinen Ver­si­che­rungs­schutz mehr.

Es kann so ein­fach nicht wei­ter­gehen. Die For­de­rungen Volker Lei­en­bachs wären in einer gerechten Gesell­schaft schlicht und ergrei­fend kri­mi­nell und würden ihre Strafe finden. In der Gesell­schaft des neo­li­be­ralen Raub­tier­ka­pi­ta­lismus darf man solche men­schen­ver­ach­tende For­de­rungen stellen, zumin­dest solange man nicht einen Blick in die Zukunft wirft oder wirk­lich keine Angst hat.

Aller­dings wird die Hor­nis­sen­ko­ali­tion und vor allem der Ver­si­che­rungs­mi­nister Rösler will­fährig die For­de­rungen der PKV erfüllen. Er möchte ja schließ­lich in wenigen Jahren mit der Politik auf­hören und muss schon jetzt für eine ordent­liche nach­ge­la­gerte Beste­chung sorgen. Es ist übri­gens kein Skandal, dass er seine Tauf­patin gehei­ratet hat. Wer sich dar­über auf­regt, hat nicht nach­ge­lesen, dass es sich um eine Stu­di­en­kol­legin han­delte, die ihn erst zum katho­li­schen Glauben brachte.

Der Skandal ist, dass er gleich­zeitig die grund­le­genden Werte die sein Glaube angeb­lich ver­tritt, voll­ständig verrät. Aber viel­leicht ist ja Verrat an den Men­schen und vor allem an den Armen auch sein eigent­li­cher Glaube.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

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Kategorie » Gesellschaft/Soziales, Gesundheitswesen, Politik/Wirtschaft « | Tags » , , «

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