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Die Bahn, die Qualität und dazu auch noch Wetter

Dienstag, 12. Januar 2010-14:25 -|- Eingestellt von: |

Logo Deutsche Bahn via WikipediaVon Jochen Hoff | Duck­home | — Früher lau­tete eine Wer­bung der Bahn:

Alle reden vom Wetter. Wir nicht.

Ein Plakat aus dieser glück­li­chen Zeit findet sich hier. Aber das war im Herbst 1966 als die Men­schen in Deutsch­land noch Hoff­nungen auf Ver­än­de­rungen und eine bes­sere Zukunft hatten.

Heute wo Zukunft und Hoff­nung in Deutsch­land nur noch inhalts­lose Wort­hülsen sind und die neo­li­be­ralen Ver­bre­cher und Wirt­schafts­fa­schisten das Land immer schneller in den Unter­gang führen, bringt ein sol­ches Plakat bei denen die Zeit erlebt haben nur noch ein schmerz­li­ches Lächeln.

Denn auch wenn es nach Meh­dorn kaum zu glauben ist. Damals war der Spruch wahr. Die Bahn fuhr, auch bei Schnee­mengen die man sich heute gar nicht mehr in Deutsch­land, außer­halb der Alpen vor­stellen kann. Sie fuhr. Sie hatte kom­pe­tente und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Mit­ar­beiter die ihre Arbeit ver­standen und gewis­sen­haft auch unter wid­rigen Bedin­gungen erfüllten und stolz darauf waren, was sie geleistet hatten.

Am Ende der Zeit von Helmut Kohl, nach dem Unter­gang der DDR und des real exis­tie­renden Sozia­lismus in der Sowjet­union, kam dann der Dreck aus allen Löchern gekro­chen. Die Gie­rigen und Maß­losen begann ein gran­dioses Mono­poly. Alles war erlaubt was auch nur den kurz­fris­tigsten Gewinn ver­sprach. Sie scha­cherten mit Firmen und Men­schen­leben ohne jede Rücksicht.

Dabei zer­störten sie Mil­li­arden an Ver­mögen und ließen sich für diese Zer­stö­rung auch noch von den dummen deut­schen Steu­er­zah­lern för­dern. Alles musste global sein, vor allem aber raus aus Deutsch­land. Wer heute ein Vor­hän­ge­schloss kaufen will, muss suchen um zwi­schen all dem Dreck aus China ein taug­li­ches zu finden, das den ersten Schlag mit einem Vor­schlag­hammer über­lebt. Früher gab es solche Schlösser überall.

Selbst Dinge wie Auto­bahnen, Was­ser­ver­sorung, Straßen, Tunnel und die Bahn sollten pri­va­ti­siert werden. Wobei Pri­va­ti­sie­rung nur bedeutet einen kurz­fris­tigen Gewinn für wenige und einen großen Schaden für die Mehr­heit zu pro­du­zieren. Das ist bedeu­tungslos wenn es um Spiel­wa­ren­fa­briken oder Por­zel­lan­ma­nu­fak­turen geht. Auch Tex­til­her­steller kann man verschmerzen.

Es wird aber dra­ma­tisch wenn es um die Bahn geht. Als Meh­dorn die Bahn über­nahm, war sie noch halb­wegs brauchbar. Als er sie ver­ließ, war sie in ihren Wur­zeln zer­stört. Meh­dorn tat das, was all diese neo­li­be­ralen Ver­bre­cher tun. Er sparte die Bahn kaputt. Schienen wurden zu Gunsten des Gewinns nicht erneuert, Prü­fungen des ste­henden und rol­lenden Mate­rials wurden über jede Grenze hinaus gedehnt und dafür reich­lich Über­prü­fungs– und Repa­ra­tur­ka­pa­zität abgebaut.

Die Ver­stöße sind so gra­vie­rend dass man Hartmut Meh­dorn ruhig öffent­lich einen Ver­bre­cher nennen kann, auch wenn das von der deut­schen Justiz sicher nicht unter­stützt wird. Mit seiner auf Ver­schleiß auf­ge­bauten Politik hat er Hun­dert­tau­sende von Rei­senden in Lebens­ge­fahr gebracht und nur weil es nicht zu grö­ßeren Unfällen gekommen ist, wird sein Ver­bre­chen nicht kleiner.

Selbst­ver­ständ­lich hat auch das Eisen­bahn­bun­desamt viel zu spät rea­giert und wie z.B. bei den Güter­waggon bei denen im Rahmen einer Prü­fung durch das Amt 20 Pro­zent von rund 4.450 so große Sicher­heits­mängel an den Rad­sätzen hatte, dass sie ent­laden und sofort repa­riert werden mussten. Hier hätte längst eine zwangs­weise Kon­trolle durch das Amt ange­ordnet werden müssen, aber bei den 100.000 betrof­fenen Güter­wag­gons wäre das eine Auf­gabe die nur über Jahre gelöst werden könnte.

Aus diesem Grund darf die Bahn mit Fahr­zeugen auf die Schiene die absolut nicht gebrauchstaug­lich und tat­säch­lich rol­lende Zeit­bomben sind. Die Bahn ist mitt­ler­weile so ver­dorben, dass sie nicht mehr in der Lage ist, selbst­ständig für ordent­liche War­tung zu sorgen. Des­halb muss das Eisen­bahn­bun­desamt die Prüf­kom­pe­tenz kom­plett erhalten und in engen Inter­vallen direkt vor Ort prüfen.

Bei der Ber­liner S-​Bahn zeigt sich am deut­lichsten was pas­siert wenn man Men­schen wie Meh­dorn und seinen Nach­folger Grube machen lässt. Den gesamten letzten Sommer wurde gewarnt, das die Wei­chen­hei­zungen und die Wei­chen­pflege man­gel­haft sei. Diese War­nungen kamen aus dem Fahr­be­trieb. Es hat die Ver­ant­wort­li­chen nicht inter­es­siert und bei einer im Ver­gleich win­zigen Schnee­menge und etwas Kälte bricht der Ver­kehr immer wieder zusammen.

Da kann nur eines helfen. Die Mit­ar­beiter der Bahn müssen eine neue Füh­rung bekommen. Ab dem mitt­leren Manage­ment darf nie­mand über­nommen werden. Die Pri­va­ti­sie­rungs­spläne sind sofort auf­zu­geben. Das Netz gehört in die Hand des Staates. Bei den S-​Bahnen ist es sinn­voll sie in die Hand der Kom­munen zu geben.

Die Bahn muss end­lich wieder auf solide Beine gestellt werden und natür­lich müssen die Mit­ar­beiter wieder anständig bezahlt werden. Gewinn oder Ver­lust darf dabei kein Thema sein. Schön wäre auch eine ver­ständ­liche Fahrpreisgestaltung.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: Wiki­pedia

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Kategorie » Deutsche Bahn, Neoliberalismus, Politik/Wirtschaft « | Tags » , , «

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