Die Atombefürworter mit Volldampf voraus
Freitag, 22. Januar 2010-15:28 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Jochen Hoff | Duckhome | — Als erstes kam mal wieder der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die hatten nämlich bereits vor einer ganzen Weile eine Studie in Auftrag gegeben, die beweisen sollte, das Kernkraft gut und billig ist und die Kernkraftgegner alles dumme Kommunisten seien.
Wie das Leben so spielt, veröffentlichten sie ihre Auftragslügen genau in der Zeit, in der auch bekannt wurde, dass es für das Atommülllager Asse II keinen anderen Ausweg gibt, als es komplett auszuräumen, was den Steuerzahler die Kleinigkeit von mindestens 1,5 Milliarden euro kosten soll und sich im Endeffekt wohl auf weit mehr als 5 Milliarden addieren wird.
Aber das stört Freund Keitel und die anderen vom BDI nicht an. Denen kann niemand mit Tatsachen kommen. Sie haben gut bezahlte Wissenschaftler die ihnen eine völlig eigene Welt ohne jeden Realitätsbezug schaffen.
Da ist zum einen Prof. Dr. Felix Müsgens von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen, die so stolz darauf ist, dass sie anstatt in Wissenschaft engagiert zu sein, sich lieber für die Religion Volkswirtschaft entschieden hat.
Wer sich Müsgens Betätigungsfelder einmal etwas genauer ansieht, wird feststellen, dass er im wesentlichen als Wahrsager arbeitet. Und wie jeder gute Wahrsager sagt er das, was sein Auftraggeber hören will. Der BDI will Atomenergie und den damit verbundenen restriktiven Obrigkeitsstaat, also bekommt er diesen von Müsgens ausgerechnet.
Damit Müsgens aber nicht so ganz alleine weissagt, begleitet ihn Elmar Hillebrand Geschäftsführender Gesellschafter des EEFA Instituts das so richtig vertrauenerweckend als GmbH und Co.KG firmiert.
Man könnte darüber lachen, wenn solche Wissenschaftsgrößen davon sprechen, dass die privaten Haushalte um die 60 Milliarden Euro bis 2030 einsparen könnten, wenn die Atomkraftwerke 60 Jahre länger laufen dürften. Noch lustiger ist es, wenn sie davon reden, dass die gesamte Volkswirtschaft gar 256,1 Milliarden Euro einsparen würde.
Diese 0,1 Milliarden Genauigkeit, ist es was Seriösität vermitteln soll, die Lüge dann aber schlussendlich komplett aufdeckt. Richtig dürfte sein, dass die Energieerzeuger ein paar Hundert Milliarden zusätzlichen Gewinn einstreichen und die Verbraucherpreise wie gehabt erhöht werden.
In der Rechnung der beiden "Wissenschaftler" oder besser Weißsager sind natürlich keine Kosten für die Lagerung des Atommülls enthalten, der durch die verlängerten Laufzeiten entsteht. Diese Kosten soll nämlich wie bisher der Steuerzahler bezahlen. Natürlich hat sich auch der Bundesverband der Energie– und Wasserwirtschaft (BDEW) auf diese "streng wissenschaftliche" Studie bezogen und fordert ganz schnell die Freigabe der Laufzeitverlängerung und natürlich auch ein neues Energiekonzept in dem die Forderung der Umstellung auf erneuerbare Energien soweit wie möglich ausgeklammert werden soll.
Mutti, wie Angela Merkel liebevoll von ihren Kabinettskollegen genannt wird, ist natürlich Feuer und Flamme. Sie hat das Atomgesetz ja schon als Bundesministerin für Umwelt gebrochen, als sie in Morsleben das Verstürzen der Müllfässer befahl um die Kosten niedrig und die Gewinne der Atommafia hochzuhalten. Logisch, dass sie auch heute noch zu ihren alten Fehlern steht. Einsicht und Verstand gehören eben nicht zu ihrer Grundausstattung.
Es gibt einen Reim auf den Namen Söder, den man sich aber ersparen kann. Wenn der bayrische Umweltminister freiwillig 10 Jahre längere Laufzeiten anbietet ohne echte Gegenleistung zu fordern, ist das typisch für den Söder. Vor allem geht es ihm darum, dass alles schnell und unüberlegt geht und Bayern möglichst viel Mitspracherecht hat.
Selbstverständlich geht Söder davon aus, das für Bayern weiterhin das St. Florians Prinzip gilt, nachdem bayrische Atomkraftwerke natürlich jede Menge Atommüll erzeugen dürfen, aber dieser dann in anderen Bundesländern gelagert wird. Die Gewinne sollen in Bayern bleiben und die Lasten exportiert werden. Typisch bayrisch.
Den gleichen Hintergedanken hat auch Herr Trollinger der Bundeswirtschaftsminister Brüderle. Er ist sehr für Atomkraftwerke, aber natürlich soll der Müll nicht in Baden-Württemberg bleiben sondern zu den dummen Niedersachen, deren Leben ihm und seinen Landsleuten ziemlich egal ist. Die Baden-Württemberger können nämlich nicht nur kein Hochdeutsch, sie haben es auch nicht so sehr mit der Fairness.
Aber darin, die Gewinne einzustreichen und die Lasten auf andere zu verteilen ist die gesamte Atommafia ja gleich gestrickt. Natürlich wird sich die Laufzeitverlängerung nicht vermeiden lassen. Selbst das Bundeskartellamt hat sich schon damit abgefunden und will nun wenigstens erhebliche Gegenleistungen der Atommafia. Allerdings wird das nur ein frommer Wunsch bleiben.
CSU und FDP haben sich schon für Beträge im Millionenbereich oder darunter, von einem Steuerflüchtling wie August von Finck, der seinen Lebensmittelpunkt auf Schloss Weinfelden im Kanton Thurgau in der Schweiz und seinen politischen Mittelpunkt nahe bei den Rechtsradikalen hat, bestechen lassen. Da muss sich die Atomindustrie keine Sorgen machen. Scheckbuch ziehen reicht.
Die verkommenen deutschen Politiker, ihre verbrecherischen wissenschaftlichen Helferlein, wie ehemals das Helmholtz Institut, dass die Verbrechen in der Asse II zu verantworten hat und die mangelnde Demokratie in diesem Land, die zusammen mit einer unfähigen und unwilligen Justiz, jede Strafverfolgung bei den Mächtigen unmöglich macht, haben dafür gesorgt, das die Gefahr durch den Atomstrom noch auf unendlich verlängert wird.
Es wird in Deutschland zu schlimmen Unfällen in Kernkraftwerken kommen. Nicht nur Vattenfall ist unfähig Verantwortung zu übernehmen. Die anderen sind keinen Deut besser und die Überwachung ist schlicht und ergreifend ein Witz. Wer heute den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie verhindert ist ein Verbrecher. Er oder sie nimmt billigend den Tod von Millionen in Kauf um etwas mehr Geld verballern zu können.
Da es den betreffenden nicht an Erkenntnis mangelt, geht es auch nicht um Totschlag sonder um Mord, respektive Massenmord aus niederen Motiven. Für diesen Sonderfall reicht das bestehende Strafrecht nicht aus. Mit dem Lissabonvertrag haben die Atomkraftbefürworter aber auch die Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Hintertür geschafft. Es ist zu überlegen, ob als Strafe für diese Massenmörder nicht ein paar Runden in einem Abklingbecken, die gerechte Strafe wären.
Im Endeffekt ist es nämlich genau das, was sie langfristig Millionen Deutschen zumuten wollen.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
Quelle Bild: von Dima Konsewitch via Flickr Bestimmte Rechte vorbehalten
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Kategorie » Atompolitik, Deutschland, Parteien u. Politiker « | Tags » Atomkraft, CDU, CSU, FDP «
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