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Der langsame Abschied von Oskar Lafontaine

Dienstag, 26. Januar 2010-10:02 -|- Eingestellt von: |

Oskar LafontaineVon Jochen Hoff | Duckhome

Als Oskar damals als Finanz­mi­nister die Bro­cken hin­warf und der Schrö­der­bande die SPD und Deutsch­land über­ließ, war ich so etwas von wütend.

Da hatte die SPD die Chance ein bes­seres Deutsch­land zu schaffen und Oskar zumin­dest die Mög­lich­keit den Schröder und seine neo­li­be­rale Ver­sa­ger­truppe zu bremsen und er gab ein­fach auf. Das habe ich ihm nie ver­ziehen. Man geht nicht von der Fahne.

Zumin­dest geht man dann nicht von der Fahne, wenn man im wesent­li­chen den Kurs bestimmen könnte. Oskar hat die SPD und da vor allem die Linken in der SPD ver­raten. Natür­lich erzählt jeder, dass dies eine Hel­dentat gewesen sei. Weil er doch immerhin Macht auf­ge­geben habe. Nein, er hat keine Macht auf­ge­geben, er war zu faul um die Macht zu kämpfen und hat statt­dessen lieber Schnaps von seinem Balkon aus ver­teilt. Das werde ich ihm auch nie verzeihen.

Natür­lich war es ein geschickter Schachzug mit­tels der WASG und der Ver­schmel­zung mit der PDS, DIE LINKE zu schaffen. Das war genial. Aller­dings hat Oskar auch dabei viele Linke hei­matlos gemacht, die eben nicht die Kader­partei PDS, son­dern die eher sozi­al­de­mo­kra­ti­sche WASG Rich­tung wollten, die er sofort aufgab. Es wäre sicher­lich klug gewesen mög­lichst viele mit­zu­nehmen und wenigs­tens etwas Zeit in Über­zeu­gungs­ar­beit zu stecken.

Heute ist es ein Trep­pen­witz der Geschichte, dass gerade die Mit­glieder der ehe­ma­ligen PDS eher sozi­al­de­mo­kra­ti­siert sein möchten, wäh­rend die LINKE in West­deutsch­land eher die sozia­lis­ti­schen Posi­tionen vertritt.

Nun hat Oskar der Krebs erwischt. Damit kann man noch lange leben, aber man kann auch sehr schnell tot sein. Diesmal ent­scheidet sich Oskar nicht in den Sielen zu sterben, son­dern sich auf das Saar­land zu kon­zen­trieren. Das er dabei der Partei noch eine Reihe von Punkten mit auf den Weg gegeben hat, die er für zukunfts­wei­send hält, ist richtig gut.

Er hat damit ein poli­ti­sches Ver­mächtnis her­aus­ge­geben, das andere als Leit­linie auf­greifen und in das kom­mende Par­tei­pro­gramm ein­ar­beiten können. Ange­sichts der gna­den­losen Aktionen des Raub­tier­ka­pi­ta­lismus gegen die arbei­tenden Men­schen gibt es keinen anderen Weg als eine sozia­lis­ti­sche LINKE.

Alles andere wäre nur ein müder Abklatsch der SPD und die stirbt gerade selbst. Bisher war die LINKE nur eine Partei, die sich im Osten auf Alt­wähler der PDS und wenige bewusste Pro­test­wähler ver­lassen konnte. Diese Alt­wähler sterben langsam aber sicher aus. Neu­wähler können nur mit neuen Themen und Ansätzen gewonnen werden.

Die LINKE steht am Schei­deweg. Will sie ein Anhängsel der SPD werden oder eine starke Partei für Frei­heit, Gerech­tig­keit und Demo­kratie. Beides zusammen geht nicht. Diesmal hat Oskar seine Pflicht voll und ganz erfüllt. Er wird sie sicher auch im Rahmen seiner Mög­lich­keiten noch im NRW Wahl­kampf und bei der Dis­kus­sion um das Par­tei­pro­gramm tun. Es bleibt nur zu hoffen, dass er seine Eck­punkte im wesent­li­chen durch­bringt. Nur so kann lang­fristig gewonnen werden.

Für eine neue Par­tei­füh­rung sollten neue Wege gegangen werden. Es macht keinen Sinn, die alten Poli­tilei­chen wie Klaus Ernst oder Herrn Bartsch wieder aus­zu­bud­deln. Sie stehen für nichts, nicht einmal für sich selbst. Außerdem beginnen sie bereits zu rie­chen. Es muss ein guter junger Mix ent­stehen, der die Kraft hat, sich durch­zu­setzen. Das Ramelow aus dem Vor­stand ver­schwindet ist ein guter Anfang.

Macht die Jungen stark und gebt den Jungen die Kraft sich von den Alt­ka­dern zu lösen. Es macht keinen Sinn nach hinten zu schauen. Ges­tern hat keine Ähnlich­keit mehr mit Heute und was Morgen sein wird, wagen wir nicht einmal in unseren Alb­träumen zu erbli­cken. Die Zukunft heißt stän­dige Her­aus­for­de­rung. Das ist nichts mehr für Männer, die eher in der Ver­gan­gen­heit leben. Fangt neu an und fangt stark an.

Ach ja. Natür­lich ein dickes Dan­ke­schön an Oskar.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: von dielinke_​sachsen via Flickr Bestimmte Rechte vorbehalten

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Kategorie » Deutschland, Parteien u. Politiker « | Tags » , «

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