Kein Vertrauen in die deutschen Banken
Mittwoch, 27. Januar 2010-12:01 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Jochen Hoff | Duckhome | — Die Talanx AG ist Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern und in mehr als 150 Ländern aktiv. Rund 17.000 Mitarbeiter erwirtschaften mehr als 21 Milliarden Umsatz und sehr attraktive Gewinne.
Alleiniger Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist der HDI V.a.G., ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Es geht also um ein Schwergewicht unter den deutschen Finanzkonzernen.
Ausgerechnet dieses Schwergewicht, hat in der vergangenen Woche eine Klage gegen die deutsche Bundesbank eingereicht. Mit dieser Klage will die Talanx AG erzwingen, dass sie ein Girokonto bei der Deutschen Bundesbank bekommt, wie es Banken, Sozialversicherungen, Behörden und die Bediensteten der Bundesbank ohne Probleme erhalten. Einen Antrag der Thalanx AG hatte die Bundesbank abgelehnt, da sie grundsätzlich keine Konten für Wirtschaftsunternehmen führt.
Ein Sprecher der Talanx erklärte daraufhin gegenüber der FTD: "Nur ein Konto bei der Bundesbank ist wirklich insolvenzsicher". Die Einlagensicherungsfonds in Deutschland bezeichnete der Sprecher als völlig unzureichend und wies darauf hin, dass alleine die Lehmann Pleite den deutschen Einlagensicherungsfond an den Rand des Abgrundes gerissen habe.
Während überall vom Aufschwung geträumt wird, ist eine solche Klage, die wohl auch über den Weg der einstweiligen Verfügung geht, etwas besonderes. Die Talanx AG sagt damit ganz klar und deutlich, dass sie den Banken und dem Einlagensicherungsfond nicht traut.
Denn nur bei der Bundesbank müsste der Staat wirklich haften. Alles andere ist nette Augenwischerei für Schönwettertage. Weiterhin dokumentiert die Talanx damit ganz deutlich, dass sie davon ausgeht, dass weitere Banken pleite gehen und sie ihre Gelder nicht mehr als sicher ansieht, solange diese auf den Konten der deutschen Banken liegen.
Das ist ziemlich harter Schlag und wenn sich andere der Situation genauso bewusst werden, könnte dies den Zerfall der Banken noch beschleunigen. Tatsächliche würde es ja ausreichen, wenn die Bankster ordentlich bilanzieren müssten und nicht mehr mit Scheinwerten operieren könnten. Tatsächlich steht die Talanx aber nicht alleine da.
Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, fordert vehement die schnelle Schaffung eines mit umfassenden oder besser absolutistischen Vollmachten ausgestatteten Europäischen Währungsfonds. Damit will er den Euro retten, wenn neben Griechenland, auch Irland, Spanien und Italien zahlungsunfähig werden.
Natürlich denkt er in erster Linie daran, dass die Forderungen der Deutschen Bank, an diese Länder so abgesichert werden könnten und hofft wie sein Chef Ackermann, sich noch einmal herauswinden zu können.
Aber neben dem typischen Eigennutz sieht man auch hier die Angst. Während sie die Öffentlichkeit in falscher Sicherheit wiegen, bauen sie für sich überall Halteseile und Unterstützungsmöglichkeiten ein. Sie werden sich selbst sicher retten und alle anderen untergehen lassen.
Frank Meyer hat sich auf seinem Blog sehr intensiv mit dem Wert des Geldes beschäftigt. Man sollte den Artikel unbedingt lesen. Für die ganz Eiligen, hier eine Grafik die aufzeigt wie sehr die Währungen gegenüber dem Gold an Wert verloren haben. Das ist nicht etwa eine dem Gold innewohnende mystische Stärke, sondern eine Folge der ständigen Geldvermehrung ohne das wirkliche Werte geschaffen wurden.
Diese Entwicklung wird nun noch beschleunigt weiter gehen. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, verspricht schon jetzt Inflationsraten von 5 bis 9 Prozent per Anno. Vermutlich werden es eher 20 Prozent werden, die man sich einfach mit vielen statistischen Tricks schön rechnet.
Bezahlen werden auf jeden Fall die kleinen Leute. Die Bankster können weiterfeiern bis die Karre endgültig im Dreck feststeckt. Dann werden sie ihre Boni nehmen und sich beleidigt zurückziehen und darauf warten, bis der Karren wieder läuft und sie ihn wieder übernehmen können.
Je eher die Unfähigen und Unwilligen von der Macht und dem Geld entfernt werden, desto eher gibt es eine Chance die Dinge weltweit, aber vor allem in Deutschland wieder zurechtzurücken.
Generalstreik ist machbar, Herr Nachbar.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
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Kategorie » Deutschland, Finanzen/Banken, Politik/Wirtschaft « | Tags » Banken, Finanzen, Talanx AG «
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