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Das wars Davos — Brüderle erzürnt

Dienstag, 02. Februar 2010-15:45 -|- Eingestellt von: |

Von Jochen Hoff | Duck­home | — Es ist Welt­wirt­schafts­forum und nichts geschieht. Ähnlich wie bei den Bil­der­ber­gern gilt ja auch das Welt­wirt­schafts­forum in Davos vielen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern als Teil der Neuen Welt­ord­nung (NWO).

Schon im letzten Jahr gab es in Davos nur ein Auf­atmen als sich abzeich­nete, dass die Staaten über Mil­li­ar­den­sub­ven­tionen die Bankster retten würden. Ansonsten tanzte der Kon­gress. Der Berg kreiste, gebar aber nicht einmal eine Maus.

Nur wenige ver­suchten im ver­gan­genen Jahr noch das Prinzip Hoff­nung auf­recht zu erhalten, aber selbst dafür reichte es diesmal nicht mehr. Natür­lich hat man mit­ein­ander geredet. Es gab Treffen zum Früh­stück, zum Mittag und Abends sah man sich auf einer der vielen Partys. Viel Geschwätz und keine Ergebnisse.

Acker­manns Sepp setzte ein High­light indem er dazu auf­for­derte nicht mehr auf die Bankster zu schimpfen. Er und sei­nes­glei­chen möchten doch so gerne wieder lieb gehabt werden. Dabei fürchtet er vor allem den Zorn des Volkes wenn sich her­aus­stellt, dass die Bankster genau so wei­ter­ge­macht haben wie vor der Krise und die nächste Welle der Welt­wirt­schafts­krise bereits im Anrollen ist.

Die Ban­ken­re­gu­lie­rung war auch ein Thema. Die Bankster hoffen dass sie nicht kommt, die Neo­li­be­ralen wie die angeb­liche Wirt­schafts­weise Bea­trice Weder di Mauro tun alles um jede Kon­trolle zu ver­hin­dern und Obama würde gerne han­deln, sieht sich aber so ziem­lich alleine, weil die Banken eben halt stärker als die Politik sind. So ist absehbar, dass es zu einem Kom­pro­miss kommen wird, der keinem nützt, aber allen schadet.

In den USA sterben der­weil weiter die Banken. Sechs waren es am ver­gan­genen Wochen­ende. Gevatter Tod wird wohl auch in diesem Jahr eine reiche Ernte unter den Banken halten und das nicht nur in den USA. Zu all dem gab es in Davos nur bere­detes Schweigen. Von dort kommt mit Sicher­heit keine neue Welt­ord­nung. Die würden sich gerne gegen­seitig umbringen, aber dazu reicht der Mut nicht.

Selbst zum Thema Grie­chen­land und dessen Ret­tung gab es nur hilf­loses Flü­gel­schlagen. Ein Teil­nehmer fasste es mit den Worten. "Denn sie wissen nicht was sie tun wollen könnten!" tref­fend zusammen. Aller­dings gab es einen ein­zigen rich­tigen Eklat in Davos der wohl noch lange Wir­kung zeigen wird.

Der deut­sche Kriegs­mi­nister auf Abruf, Karl Theodor von und zu und hof­fent­lich bald weg Gut­ten­berg hat es sich erlaubt in Davos, unter anderem mit Bundesbank-​Chef Axel Weber, Poli­tik­be­rater Roland Berger zu früh­stü­cken. Gerüchten zu folge sollen auch Acker­mann und andere deut­sche Manager dabei gewesen sein. Das geht natür­lich nicht. Wirt­schaft­mi­nister Brü­derle war nicht ein­ge­laden und mussten wie meist in seinem Leben mit der dritten Reihe als Gast vor­lieb nehmen.

Er durfte sich mit dem Gründer des Welt­wirt­schafts­fo­rums, Klaus Martin Schwab, unter­halten, was sicher­lich so span­nend war wie die Beob­ach­tung der Welt­meis­ter­schaft im Gras wachsen hören in Idaho. Als Brü­derle erfuhr, dass Gut­ten­berg die bes­seren Gäste gehabt habe, pro­tes­tierte er laut­stark: "Das geht nicht. Es gibt eine klare Kabi­netts­zu­stän­dig­keit, ich lade ja schließ­lich auch keine Gene­räle ein!".

Ach ja so ent­stehen Erb­feind­schaften. Man fühlt sich zurück­ver­setzt in die Salons deut­scher Klein­städte, wo die Witwe Bolt­mann, die Frau Gene­ral­di­rektor Schulte-​Hülsenbroich mit ihren Gästen über­trumpfen wollte und umge­kehrt. Welch eine geist­lose Idylle dieses Welt­wirt­schafts­treffen doch in Bezug auf deut­sche Poli­tiker ist. Aber mal im Ernst. Lieber mit Gut­ten­berg früh­stü­cken oder die Lebens­ge­schichte eines voll­trun­kenen Obdach­losen am Bahnhof Zoo anhören, als mit Brü­derle frühstücken.

Die schlimmste Strafe die in deut­schen Kin­der­zim­mern ange­droht wird, ist doch: "Wenn du jetzt nicht artig bist, legt Mammi die DVD mit den Brü­derle Reden ein und du musst dir den Schwach­sinn eine halbe Stunde lang anhören.". Danach herrscht aber sofort Ruhe und Frieden. Nein, Brü­derle ist nicht gefähr­lich. Eigent­lich braucht Deutsch­land auch keinen Wirt­schaft­mi­nister, oder besser, es ist völlig egal, wer dort ohne jede Ahnung rumsitzt.

Brü­derle könnte viel­leicht eine Home­story bei der Bunten machen lassen. Damit sein geknicktes Selbst­be­wusst­sein wieder in die Senk­rechte kommt. Es ist so lächer­lich, dass es schon wieder zum Weinen ist.

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

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Kategorie » Finanzen/Banken, Gipfel/Konferenzen, Politik/Wirtschaft « | Tags » , «

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