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Offener Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler (FDP)

Mittwoch, 03. Februar 2010-16:56 -|- Eingestellt von: |

Philipp RöslerVon Jochen Hoff | Duck­home | — Hallo Herr Rösler, sie werden ver­stehen, dass in ihrem Fall solche Anre­de­flos­keln wie "Sehr geehrter Herr" keine Anwen­dung finden können, da ich nichts ehrens­wertes an Ihnen finde.

Aller­dings haben Sie mich mit Ihrer Aus­sage am Montag in der ARD sehr glück­lich gemacht, die ich Ihnen hier noch einmal in Erin­ne­rung rufen möchte:

Wenn es mir nicht gelingt, ein ver­nünf­tiges Gesund­heits­system auf den Weg zu bringen, dann will mich keiner mehr als Gesund­heits­mi­nister haben

Mit diesem Satz beziehen Sie sich auf ihren Vor­schlag einer Kopf­pau­schale in Kran­ken­ver­si­che­rung, die dazu führen soll, dass die Putz­frau genau so viel für die Kran­ken­ver­si­che­rung aus­geben soll, wie der Mil­li­ardär und die Leute die Sie und Ihre Partei finan­zieren. Eine solche Kopf­pau­schale sehen Sie als ver­nünftig an und im Rahmen der Denk­weise von neo­li­be­ralen Wirt­schafts­fa­schisten mag diese Ein­schät­zung ja sogar zutreffen.

Wich­tiger ist mir, dass Sie Ihre poli­ti­sche Zukunft davon abhängig machen, diese irr­sin­nige und unge­rechte Kopf­pau­schale ein­zu­führen. Irgendwie scheinen Sie sogar geglaubt zu haben, es gäbe außer­halb ihrer Truppe von Ver­wirrten irgend­je­mand der Sie als Gesund­heits­mi­nister möchte. Dem ist nicht so. Nie­mand der klaren Ver­standes war, hat sie jemals als Minister und schon gar nicht als Gesund­heits­mi­nister gewollt.

Sie können sich das Leben sofort viel ein­fa­cher machen. Treten Sie zurück. Bevor das Volk sie zurück­treten muss. Den Schaden, den sie bisher ange­richtet haben, müssen Sie nicht wieder gut machen. Andere, Ehr­li­chere, werden in der Lage sein ihren Haupt­ab­tei­lungs­leiter von der Pri­vaten Ver­si­che­rungs­in­dus­trie wieder zu ent­fernen. Andere, Ehr­liche, werden Ent­scheiden, dass die Phar­ma­in­dus­trie scharf kon­trol­liert wird und den Mann, den sie weg­drängen wollten, behalten.

Nie­mand will Sie. Nie­mand glaubt Ihnen. Seien sie wenigsten einmal ehr­lich und treten Sie zurück. Natür­lich werden Sie nicht zurück­treten. Sie können sich ja darauf berufen, dass die Abzo­cker, die Phar­ma­in­dus­trie und die Pri­vaten Ver­si­che­rungen hinter ihnen stehen und das reicht Leuten wie Ihnen mit Sicher­heit an Legitimation.

Aber Sie sollten schon einmal davon aus­gehen, dass irgend­wann das Volk Sie zurück­treten wird und dann wird es Staats­an­wälte und Richter geben, die Ihre Amts­füh­rung genau unter­su­chen und Sie dann hof­fent­lich für Jahr­zehnte wegsperren.

Nein, ich erwarte nicht, dass Sie sich schämen. Der­ar­tige Gefühls­re­gungen sind von einem deut­schen Poli­tiker nicht zu erwarten und von einem FDP-​Politiker erwarte ich über­haupt gar nichts außer Lug und Betrug.

Mit ver­ächt­li­chen Grüßen
Jochen Hoff

Quelle: Netz­werk­partner Duck­home

Quelle Bild: von Libe­rale via Flickr Bestimmte Rechte vorbehalten

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Kategorie » Deutschland, Gesundheitswesen, Parteien u. Politiker « | Tags » , , «

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2 Kommentare

  1. 1

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    Daniel Bödeker 03.02.2010 um 20:33 Uhr

    So sehr ich den Schreib­stil auch ver­stehen kann, dürfte er im höchsten Fall nur dazu führen, dass sich die Fronten weiter ver­härten. Außerdem finde ich es gefähr­lich bestimmte Gruppen immer über einen Kamm zu scheren, ob es nun Poli­tiker, Arbeits­lose, Reiche, Aus­länder, Migranten oder Rentner sind. Die Liste lässt sich natür­lich beliebig fortsetzen.

  2. 2

    Kommentar ohne Gravatar

    Jochen Gattermann 03.02.2010 um 17:24 Uhr

    Ich möchte dem Brief nur bei­pflichten. Die Poli­tiker kann ich nur über einen Kamm scheren. Die sind doch frei­willig in den Posi­tionen, um fett abzu­sahnen. Wel­ches beschlos­sene Gesetz der letzten 12 Monate war denn wirk­lich ein " Gewinn " für das deut­sche Volk? Wo aus­drück­lich Vor­teile, ohne Hin­ter­ge­danken, für die All­ge­mein­heit beschlossen worden. KEINE!
    Es wurde nur tak­tiert, um Wahlen zu gewinnen, Mei­nungs­mache zu betreiben oder um über einen kleinen Umweg noch mehr Geld aus uns raus­zu­pressen. Und der Rösler aus der Möven­pick­partei ist das beste Bei­spiel dafür.
    Schämt euch!

    Liebe Grüße aus Berlin