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Spanien – Wie ein Land zerbricht

La Coruña, Playa de Riazor y Playa del Orzán Von Jochen Hoff | Duckhome | – Am Wochende gingen Bilder über die Mattscheibe, die man bisher für unmöglich gehalten hätte. In der nordspanischen Stadt La Coruna passiert das, was überall auf der Welt passiert, um dem Großḱapital noch mehr sichere Einnahmemöglichkeiten zu geben.

Eine öffentliche Einrichtung wird privatisiert und dann die Löhne gesenkt und Leute entlassen, bis die Leistung so mies ist, dass sie nicht mehr zu gebrauchen ist.

Alltag im Neoliberalismus und nicht der Rede wert. In Deutschland hat Mohn/Bertelsmann nicht nur eine Firma dafür, sondern schreibt über seine seltsamen Uni-Rankings auch gleichzeitig vor, dass die Menschen dies positiv zu sehen haben und das der Betrug wirtschaftlich sinnvoll sei. Wer es dann noch nicht glauben will bekommt es über die Medienmacht der Mohns täglich eingehämmert.

Das Besondere an dem Vorfall in Spanien ist, dass es sich bei der zu privatisierenden Organisation um die Feuerwehr handelt. Logisch, dass die Feuerwehrleute dagegen demonstrieren und logisch dass die Polizei, diese wie jede andere Demonstration zu verhindern sucht, weil die Polizei eben staatstragend ist und den Kapitalismus immer schützen wird. Das Ergebnis macht allerdings deutlich wie die Dinge stehen.

 

Alle möglichen Leute auf der ganzen Welt bringen ihren Kindern bei, sich bei Gefahr vertrauensvoll an Polizei oder Feuerwehr zu wenden. Zwar haben die Prügelpolizisten der Hundertschaften und die politische Polizei das Vertrauen in die Polizei an sich schon schwer erschüttert und die Tatsache, dass eine verkommene Politik sich die Polizei als wilde Schlägertruppe hält, wíe auch die vielen Morde an Zivilisten, die dann als Notwehr getarnt werden, zeigen eine deutliche Fehlentwicklung auf.

Mit der Straßenschlacht von La Coruna hat sich die Lage aber noch einmal deutlich verschärft. Diese Feuerwehrleute werden niemals wieder vertrauensvoll mit dieser Polizei zusammen arbeiten können. Solch eine Zusammenarbeit ist aber ein unabdingbare Voraussetzung um gefährliche Einsätze überhaupt handhaben zu können. Die Feuerwehrleute müssen in die brennenden Häuser und sich darauf verlassen können, dass die Polizei zumindest in der Lage ist, wenigstens abzusperren.

Gleichzeitig zeigt dieses Video aber noch etwas anderes. Spanien geht es im Prinzip genauso schlecht wie Griechenland, Portugal, Ungarn und Irland. Es gibt keinen Plan wie diese Länder gerettet werden könnten. Zwar wird mit allen Mitteln versucht, irgendwie den Status quo zu halten, aber die Lackschicht ist dünn und droht überall zu reißen. Es ist die reine Existenzangst, die solche Situationen herbeizwingt.

Diese Angst um die eigene Existenz wird zu Eskalationen führen. In Deutschland ist es ja guter Brauch, Streikende vor Werktoren zu erschießen. Dafür soll ja auch die in Afghanistan verrohte Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden und die neuen Versammlungsgesetze sorgen ja schon dafür, dass fast jede Demonstration illegal ist. Dazu kommt eine Justiz wie die Dresdner, die den Nazi freie Bahn einräumt und die Nazigegner unerbittlich verfolgt.

Das was in La Coruna geschah, kann jederzeit bei uns auch passieren. Es ist ein Produkt dieser Zeit und der völlig falschen Politik. Gestern La Coruna, morgen Berlin und übermorgen Athen. Gegen die ständige Entsolidarisierung hilft nur Solidarität.

Quelle: Netzwerkpartner  Duckhome

Quelle Bild: von Pablo Herrero via Flickr  Bestimmte Rechte vorbehalten

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