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Von Klaus Wallmann sen. | RandZone-Online | – Absenkung der Hartz-IV-Regelsätze um 30 Prozent | – Der Chef der sogenannten “Wirtschaftsweisen”, der Herr Franz, plädiert in der “Wirtschaftswoche” mal wieder für eine Absenkung des Hartz-IV-Regelsatzes bei gleichzeitiger Erweiterung der Zuverdienstmöglichkeiten.

Das forderte bereits Herr Kolb, der sogenannte “sozialpolitischer” Sprecher der FDP im Bundestag, vor ein paar Tagen, wie auch der Chef des Kapitalistenvereins BDA, der Herr Hundt. Daran kann man sehen, wie einig sich Kapital, Regierung und bestimmte “Wissenschaftler” sind, wenn es ganz christlich und sozial gegen Arbeitslose UND Arbeiter geht. Denn letzteres bedeutet auch weiterhin, dem Lohndumping kräftig Vorschub zu leisten.

Der “weise Ökonom” Franz “begründet” als “Wissenschaftler” natürlich seine Forderung. In vielen Fällen seien Hartz-IV-Familien besser gestellt als vergleichbare Haushalte von geringverdienenden Vollzeitbeschäftigten. Dies, so Franz, verletze das Lohnabstandsgebot. Natürlich ist das Demagogie, denn was bedeutet “viel” und was “besser”. Beiden “vergleichbaren” Haushalten geht es dreckig. Und damit es der Familie des geringverdienenden Vollzeitbeschäftigten scheinbar “besser” geht, muß es der Hartz-IV-Familie noch dreckiger gehen.

Der geringverdiende Vollzeitbeschäftigte hat zwar keinen Cent mehr in der Tasche, es geht ihm also genauso dreckig wie zuvor, doch der “gebotene Abstand” ist wieder hergestellt. Und damit ist für den “weisen” Herrn Franz die beste aller Welten wieder in schönster Ordnung. Auf die Idee, daß der geringe Verdienst des Vollzeitbeschäftigten dem Lohnabstandsgebot widerspricht, auf diese komische Idee kommt der “Weise” selbstverständlich nicht.

Der Herr Franz denkt natürlich auch an die Kinder, deren Lage er unabhängig von den Bezügen der Eltern zu verbessern gedenkt. Für “weise” und sinnvoll hält er es daher, die Geldleistungen für Hartz-IV-Kinder auf Sachleistungen umzustellen. Derzeit fließe das Geld für die Kinder “völlig unkonditioniert an den Haushaltsvorstand”.

Und obwohl ja “viele” von denen den lieben langen Tag in der sozialen Hängematte liegen und vor der Glotze ein Bier nach dem anderen saufen – wie wir ja alle aus der BILD und ähnlichen BILDungspolitischen Blättchen erfahren haben – bedient Franzens Vorschlag natürlich nicht diese Hetze, sondern ist reiner Ausfluß seines bürgerlichen Hirns, das er sich wahrscheinlich nächtelang zusammen mit Herrn Kolb und Herrn Hundt zermartert hat.

Während Franz und Konsorten den “Abstand” zwischen Arbeitern und Arbeitslosen aus ganz gewöhnlichem Klasseninteresse natürlich erhalten und erweitern wollen, ruft Gesine Lötzsch, designierte Vorsitzende der LINKEN, nun zum politischen Streik gegen Hartz IV auf. Und da sie gleichzeitig Arbeitsniederlegungen als “ein gutes Mittel” propagiert, “um sozial ungerechte Gesetze wie Hartz IV zu bekämpfen” (Hamburger Abendblatt), geht sie sogar noch einen richtigen und wichtigen Schritt weiter.

Zugleich macht sie damit deutlich, daß der “gebotene Abstand” nur der herrschenden Klasse zugute kommt. Innerhalb der Arbeiterklasse, zwischen Arbeitenden UND Arbeitslosen, darf es einen solchen Abstand nicht geben.

Quelle: RandZone-Online

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