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Vom Kampftag zum Fetentag? — Der 1. Mai und seine Geschichte

Samstag, 01. Mai 2010-9:05 -|- Eingestellt von: |

Von Dieter Braeg | Scharf Links

Die Geschichte des 1. Mai als Arbei­te­rinnen– und Arbei­ter­kampftag begann mit der welt­weiten Industrialisierung.

Schon in den 30er Jahren des vor­letzten Jahr­hun­derts kam es zu Dis­kus­sionen darum, an einem Tag kol­lektiv die Arbeit nie­der­zu­legen.

Der Gedanke einen pro­le­ta­ri­schen Fei­ertag als Mittel zur Erlan­gung des acht­stün­digen Arbeits­tages ein­zu­führen, ent­stand zum ersten Mal in Aus­tra­lien. Dort beschlossen die Arbeiter im Jahre 1856 einen Tag der völ­ligen Arbeits­ruhe durchzusetzen.

Zunächst dachten die aus­tra­li­schen Arbeiter an eine ein­ma­lige Mani­fes­ta­tion. Da diese erste Mai­feier einen so starken Ein­druck auf die pro­le­ta­ri­schen Massen Aus­tra­liens aus­übte, ent­schloss man sich, diese Feier jedes Jahr zu wieder-​holen. Nicht lange danach und der Gedanke eines pro­le­ta­ri­schen Fei­er­tags brei­tete sich von Aus­tra­lien weiter aus.

1884 for­derten die "Föde­rierten Gewerk­schaften und Arbei­ter­ver­eine der USA und Kanadas", daß ab dem 1. Mai 1886 der legale Arbeitstag nicht mehr als 8 Stunden zu betragen hätte. Als dieser Tag dann kam, traten in den USA 340.000 Arbei­te­rinnen und Arbeiter in den Streik, allein in Chi­cago waren es 40.000.

Wenige Tage später fand hier das bekannt geworden Mas­saker vom Hay­market statt, bei dem durch einen von Pro­vo­ka­teuren ange­zet­telten Bom­ben­an­schlag ein Poli­zist um das Leben kam und in einer fol­genden Schie­ßerei 6 Poli­zisten und 7 oder 8 Arbei­te­rinnen und Arbeiter den Tod fanden und dazu zwi­schen 30 und 40 Men­schen ver­letzt wurden.

In einem anschlie­ßenden Schau­prozeß wurden sieben Anar­chisten zum Tode ver­ur­teilt, in der klas­si­schen Manier, wie es z.B. auch bei den mitt­ler­weile reha­bi­li­tierten Sacco und Van­zetti geschah oder aktuell in den Fällen Mumia Abu Jamals oder Leo­nard Peltiers.

Am 14. Juli 1889 wurde auf Vor­schlag der ame­ri­ka­ni­schen Dele­ga­tion in Erin­ne­rung an die Mär­tyrer von Chi­cago auf dem „Inter­na­tio­nalen Arbeiter-​Congress“ der mit 400 Dele­gierten aus 20 Län­dern in Paris tagte, der 1. Mai zum inter­na­tio­nalen Feier– und Kampftag der Arbei­ter­klasse erklärt.

Dieser Kon­gress an dem auch 81 deut­sche Dele­gierte teil­nahmen, unter ihnen die sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei­führer August Bebel und Wil­helm Lieb­knecht, dazu der Gewerk­schafter Carl Legien und Martin Segitz als Ver­trau­ens­mann der deut­schen Metall­ar­beiter, beschloss unter anderem einstimmig:

Eine wirk­same Arbeitersschutz-​Gesetzgebung ist in allen Län­dern, welche von der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­weise beherrscht werden, absolut notwendig.

Als Grund­lage für diese Gesetz­ge­bung for­dert der Kongress:

a) Fest­set­zung eines höchs­tens 8 Stunden betra­genden
Arbeits­tages für jugend­liche Arbeiter;

b) Verbot der Arbeit der Kinder unter 14 Jahren und
Her­ab­set­zung des Arbeits­tages auf 6 Stunden für beide
Geschlechter;

c) Verbot der Nacht­ar­beit, außer für bestimmte Indus­trie­zweige,
deren Natur einen unun­ter­bro­chenen Betrieb erfor­dert;

d) Verbot der Frau­en­ar­beit in allen Indus­trie­zweigen, deren
Betriebs­weise beson­ders schäd­lich auf den Orga­nismus der
Frauen ein­wirkt;

e) Verbot der Nacht­ar­beit für Frauen und jugend­liche Arbeiter
unter 18 Jahren;

f) unun­ter­bro­chene Ruhe­pause von wenigs­tens 36 Stunden, die
Woche für alle Arbeiter;

g) Verbot der­je­nigen Indus­trie­zweige und Betriebs­weisen,
deren Gesund­heits­schäd­lich­keit für die Arbeiter
vor­aus­zu­sehen ist;

h) Verbot des Truck­sys­tems (Waren­ent­loh­nung);
i) Verbot der Lohn­zah­lung in Lebens­mit­teln, sowie der
Unternehmer-​Kramladen (Kan­tinen usw.);

k) Verbot der Zwi­schen­un­ter­nehmer (Schwitz­system)
l) Verbot der pri­vaten Arbeits-​Nachweise-​Büros;
m) Über­wa­chung aller Werk­stätten und indus­tri­ellen
Eta­blis­se­ments mit Ein­schluss der Haus­in­dus­trie, durch vom
Staat besol­dete und min­des­tens zur Hälfte von den Arbei­tern
gewählte Fabrikinspektoren.

Der Kon­gress erklärt, dass alle diese zur Gesetz­ge­bung der sozialen Verhält-​nisse not­wen­digen Maß­re­geln zum Gegen­stand inter­na­tio­naler Gesetze und Ver­träge zu machen sind, und for­dert die Pro­le­ta­rier Aller Länder auf, in diesem Sinne auf ihre Regie­rungen einzuwirken“

Sind diese For­de­rungen, heute, 120 Jahre nach diesem Kon­gress, welt­weit durchgesetzt?

Aber weiter zur Geschichte des 1. Mai.

Das Ziel, der Acht­stun­dentag, sollte — so die deut­schen Sozi­al­de­mo­kraten — jedoch nicht durch einen Gene­ral­streik, son­dern durch Ver­hand­lungen erreicht werden. Gerade die deut­sche Sozi­al­de­mo­kratie lehnte einen Gene­ral­streik vehe­ment ab.

Die Reso­lu­tion der SPD zum 1. Mai wurde jedoch miß­ver­ständ­li­cher­weise als Aufruf zum Streik auf­ge­fasst. Dass die SPD-​Funktionäre diesem ent­ge­gen­traten, wurde ihnen von Basis und von den Gewerk­schaften allent­halben übel genommen. Wäh­rend nun am 1. Mai die kämp­fe­ri­schen Gewerk­schaften und die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Oppo­si­tion der "Jungen" für den Gene­ral­streik am 1. Mai ein­traten, sam­melte die SPD relativ erfolglos Unterschriften.

Die Drü­cke­ber­gerei der Sozi­al­de­mo­kraten ging noch weiter: Als 1891 von der 2. Inter­na­tio­nale beschlossen wurde, am 1. Mai die Arbeit nie­der­zu­legen, ver­legte die SPD den Akti­onstag in Deutsch­land auf den 1. Sonntag im Monat Mai.

Mit immer wieder neuen Aus­reden ver­suchte die SPD im Fol­genden, Arbeits-​niederlegungen am 1. Mai zu ver­hin­dern: Die ökono­mi­sche Lage spräche dagegen, oder die "gegen­wär­tige Arbeitslage"!

Da fragt man sich, hat sich bei der Sozi­al­de­mo­kratie, nach all den Jahren, etwas geändert?

Aus dem „Der Wahren Jakob“ eine Sati­re­zeit­schrift im Jahre 1905:

„Kin­der­mann, was wollen eigent­lich, äh, diese Arbeiter?“
„Ver­zeihen Durch­laucht, sie wollen den Acht­stun­dentag.“
„Ganz unglaub­lich Kin­der­mann, wie dumm dieses Volk ist.
Sagen Sie ihm doch, äh, dass Acht­stun­dentag unmög­lich!
Ein­fach unmög­lich! Tag wird immer, äh, vier­und­zwanzig Stunden haben!“

Den­noch fanden jedes Jahr Streiks statt. Die Strei­kenden hätten aller­dings der finan­zi­ellen und orga­ni­sa­to­ri­schen Unter­stüt­zung der Gewerk­schaften bedurft, was dieser ein Dorn im Auge war. Daher lehnten auch diese 1914 offi­ziell den Gene­ral­streik, abge­sehen von den loka­lis­ti­schen und syn­di­ka­lis­ti­schen Orga­ni­sa­tionen ab, um den 1. Welt­krieg zu verhindern.

Es ist 75 Jahre her. 1. und 2. Mai 1933.

Die Arbei­ter­be­we­gung hatte zwar die Gefahr des Faschismus erkannt, aber ein großer Teil der Arbei­ter­schaft und Funk­tio­näre hatten die wirk­li­chen Aus­maße des braunen Ter­rors falsch ein­ge­schätzt. Viele gaben sich der der trü­ge­ri­schen Hoff­nung hin, die NSDAP würde ohnehin bald abge­wirt­schaftet haben.

Diese Fehl­ein­schät­zung ver­führte nicht wenige Gewerk­schafter in den ersten Wochen der „Macht­über­nahme“ zu einer Taktik der Anpas­sung, mit der sie glaubten den Fort­be­stand der Orga­ni­sa­tion retten zu können. Der Bundes-​vorstand des ADGB (All­ge­meiner Deut­scher Gewerk­schafts­bund) erließ einen Aufruf, der bei vielen Arbei­tern mit Unver­ständnis und Empö­rung auf­ge­nommen wurde.

Wo kon­se­quente Geg­ner­schaft und Kampf gegen die Faschis­ti­schen Macht­haber nötig gewesen wäre, ver­mied der Gewerk­schafts­ap­parat jede grund­sätz­liche Auseinandersetzung.

Diese Anpas­sungs­hal­tung wurde nicht honoriert.

Aus dem Mai­aufruf des ADGB-​Vorstands vom 15.4.1933
Mai­aufruf in Nazi-​Sprache

"[…] Wir begrüßen es, dass die Reichs­re­gie­rung diesen unseren Tag zum gesetz­li­chen Fei­ertag der natio­nalen Arbeit, zum deut­schen Volks­fei­ertag erklärt hat.

An diesem Tage soll nach der amt­li­chen Ankün­di­gung der deut­sche Arbeiter im Mit­tel­punkt der Feier stehen. Der deut­sche Arbeiter soll am l. Mai stan­des­be­wusst demons­trieren, soll ein voll­be­rech­tigtes Mit­glied der deut­schen Volks­ge­mein­schaft werden. Das deut­sche Volk soll an diesem Tage seine unbe­dingte Soli­da­rität mit der Arbei­ter­schaft bekunden.“

Am 1. Mai mar­schierten ADGB — Gewerk­schafts­funk­tio­näre – wie der Vor­sit­zende des Tex­til­ar­bei­ter­ver­bandes, Karl Schr­ader – Beleg­schaften, Kapi­tal­eigner und NSDAP unter der Haken­kreuz­fahne gemeinsam auf den Straßen. Die nicht zustande gekom­mene Arbeiter-​Einheitsfront von ADGB – SPD – KPD gegen den Faschismus wurde durch die "Ein­heits­front" ADGB – Kapital – NSDAP ersetzt.

Wie der 1. Mai ‘33 ablief, zeigt ein Bericht von Fritz Reuter aus Duisburg-​Hamborn:

"Der Maizug der Nazis war ziem­lich groß. Aller­dings glich der Zug mehr einer Jahr­marktsver­an­stal­tung als einer Demons­tra­tion. Leblos, ohne Bewe­gung und Begeis­te­rung mar­schierte der Zug. Gedrückter Stim­mung die Arbeiter, die bei Andro­hung der Ent­las­sung mit­mar­schieren mussten. Die Klein­bürger im Zuge tranken hier und da Schnaps aus der Flasche!"

Am 2. Mai 1933 stürmten die Natio­nal­so­zia­listen die Gewerk­schafts­häuser, beschlag­nahmten das Ver­mögen und schal­teten die Gewerk­schafts­presse aus. Es half den Füh­rern der Gewerk­schaften nicht, trotz Anpas­sung wurden viele in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern inhaf­tiert oder gingen ins Exil.

Als die Natio­nal­so­zia­listen nach 1933 die Arbei­te­rinnen und Arbei­ter­be­we­gung wei­test­ge­hend zer­schlugen, machten sie aus dem vor­ma­ligen inter­na­tio­nalen Arbei­te­rinnen und Arbei­ter­kampftag den natio­nalen "Tag der Arbeit". Es ver­wun­dert dass er als sol­cher noch heute in jedem Kalender steht und Neo­fa­schisten sich auf diese rein deut­sche auto­ri­täre "Tra­di­tion" beziehen.

Nach Ende des zweiten Welt­kriegs musste nach dem Sieg über den Faschismus der 1. Mai als Kampftag neu erobert werden. Aus den Erfah­rungen der ver­gan­genen Jahr­zehnte hatten zahl­reiche Gewerk­schafter die Erkenntnis gewonnen, dass nur eine Ein­heits­ge­werk­schaft nach dem Industriever-​bandprinzip die frü­here Zer­split­te­rung über­winden könne um für eine Ver­än­de­rung der Gesell­schaft zu kämpfen.

Aus dem 1. Mai Aufruf des DGB Kreis­aus­schuss Düren-​Jülich:

„Wir for­dern die Über­füh­rung der Schlüs­sel­in­dus­trien in die Hände des Volkes, Mit­be­stim­mungs­recht für Gewerk­schaften und Betriebs­räte, Neu­ord­nung der Sozi­al­ge­setz­ge­bung und des Arbeits– und Tarif­rechts, Kon­trolle der gesamten Erzeu­gung und Ver­tei­lung, Kon­trolle der betriebe und Unter­nehmen, Über-​führung der gesamten Erzeu­gung in den legalen Handel, eine wirk­liche Woh­nungs­für­sorge, beson­ders in unserem zer­störten Gebiete, eine all­ge­meine bes­sere Zutei­lung von Lebens­mittel u. Gebrauchs– und Ver­brauchs­güter, Jugend– und Frau­en­schutz sowie glei­chen Lohn für gleiche Leis­tung. Wir for­dern glei­ches recht für alle, wir for­dern unser Recht als Wirtschaftsbürger.“

SPD und refor­mis­ti­sche Gewerk­schaften haben nie ihren Teil dazu getan, aus dem 1. Mai, der ein Kampftag der arbei­tenden Basis war, einen wirk­li­chen Kampftag der abhängig Beschäf­tigten zu machen, und das sich der DGB heute diesen Tag auf die Fahnen schreibt, ist der blanke Hohn.

Es ist aller­dings auch kon­se­quent, wenn wir uns die Schwäche des jet­zigen 1. Mai anschauen: Ein offi­zi­eller Fei­ertag, der vom DGB für müde Kund­ge­bungen genutzt wird und an dem Fami­lien spa­zieren gehen und Jugend­liche sich besaufen.

Kon­se­quent war es, daß his­to­risch an einem nicht offi­zi­ellen Fei­ertag die Arbeit nie­der­ge­legt wurde, oder in Zeiten ohne oder mit wenig Urlaub eine arbeits­freie Woche oder gar ein Monat gefor­dert wurde.

Dies ist ein Punkt, an dem wir ein­haken können. Ebenso müssen wir als gewerk­schaft­lich ori­en­tierte Linke den 1. Mai wieder zu dem machen, was er einmal war:

Dem inter­na­tio­nalen Kampftag der Arbei­te­rinnen– und Arbeiterbewegung.

Da ist der win­del­weiche 1. Mai Aufruf des DGB eine Pro­vo­ka­tion für alle abhängig Beschäf­tigten. Es muss für’s Kapital NIX DRIN sein.

Was, muss sich der DGB fragen lassen, ist „GUTE ARBEIT“?

Aufruf zum 1. Mai 2008

  • Gute Arbeit muss drin sein!

Nur gute Arbeit ist sozial. Gute Arbeit muss drin sein – Arbeit, die soziale Sicher­heit und Teil­nahme am gesell­schaft­li­chen Leben ermög­licht. Wir streiten des­halb für:

  • Gute Löhne – müssen drin sein.

Wir for­dern ange­sichts explo­die­render Gewinne, Manager-​gehälter und Divi­denden kräf­tige Real­lohn­er­hö­hungen für alle Beschäf­tigten. Daneben muss Lohn­dum­ping ent­schieden bekämpft werden: Durch tarif­liche Min­dest­löhne, durch Min­dest­löhne nach dem Ent­sen­de­ge­setz und einen gene­rellen unteren gesetz­li­chen Stun­den­lohn von min­des­tens 7,50 Euro.

  • Mehr Sicher­heit fürs Alter – muss drin sein.

Nur ein gut bezahlter und sicherer Arbeits­platz ermög­licht später eine aus­kömm­liche Rente. Daneben gilt es, die mas­siven Ren­ten­kür­zungen der ver­gan­genen Jahr­zehnte zu korrigieren.

  • Arbeit, die nicht krank macht – muss drin sein.

Gute Arbeit schützt die Gesund­heit der Beschäf­tigten. Heute schaffen es wegen Erwerbs­min­de­rung oder Arbeits­lo­sig­keit nur 20 Pro­zent aus regu­lärer Beschäf­ti­gung mit 65 Jahren in die Alters­rente. Des­halb ist die Rente mit 67 ein inhu­manes Rentenkürzungsprogramm.

  • Glei­ches Geld für gleiche Arbeit – muss drin sein.

Gleich­wer­tige Arbeit muss gleich ent­lohnt werden. Dass Frauen für die­selbe Arbeit durch­schnitt­lich 22 Pro­zent weniger als Männer ver­dienen, ist ein Skandal, den wir uns nicht länger leisten dürfen.

  • Gleiche Bedin­gungen für Zeit­ar­beit – muss drin sein.

Wir brau­chen gleiche Bezah­lung und gleiche Arbeits-​bedingungen für Zeit­ar­beit­nehmer, damit sie nicht länger als Dum­ping­löhner und bil­liger Ersatz für Stamm­be­leg­schaften miss­braucht werden können.

  • Mehr Zeit für Familie und Kinder – muss drin sein.

Gute Arbeit ermög­licht Frei­räume für das Zusam­men­leben der Fami­lien. Wer Beruf und Familie weit­ge­hend pro­blemlos kom­bi­nieren kann, ist zuhause und im Betrieb eine starke Stütze.

  • Mit­be­stimmte Arbeit – muss drin sein.

Durch mehr Mit­be­stim­mung, z.B. bei Betriebs­schlie­ßungen, –ver­la­ge­rungen oder –ver­käufen, kann dem zügel­losen Casino-​Kapitalismus Ein­halt geboten werden. Daneben muss die Arbeit von Betriebs– und Per­so­nal­räten gestärkt werden.

  • Klima-​, Umwelt– und Arbeits­schutz – muss drin sein.

Gute Arbeit schont die Umwelt und damit auch die Gesund­heit der Mit­ar­bei­te­rinnen und Mitarbeiter.

  • Wei­ter­bil­dung – muss drin sein

Beruf­liche Wei­ter­bil­dung für alle ist beson­ders wichtig, um Arbeits­plätze zu sichern, beruf­li­chen Auf­stieg zu ermög­li­chen sowie Inno­va­tion in den Unter­nehmen zu fördern.

Dafür enga­gieren sich die Gewerk­schaften am 1. Mai, aber auch Tag für Tag mit vollem Ein­satz, um gute Arbeit für alle zu ermöglichen.

Erin­nern wir uns an einen noch kämp­fe­ri­schen Mai — Aufruf des DGB kurz nach dem Ende der Herr­schaft der ver­bre­che­ri­schen Nationalsozialisten:

Kampftag

Um dem 1. Mai seine Aus­sa­ge­kraft zurück­zu­geben, ist es auch nötig, sich nicht auf den ökono­mi­schen Kampf beschränken.

Der 1. Mai muß ein Tag der inter­na­tio­nalen Soli­da­rität sein, ein Tag nicht nur gegen den Kapi­ta­lismus, son­dern auch gegen den all­täg­li­chen Ras­sismus, den wieder auf­kei­menden Mili­ta­rismus, gegen das Patri­ar­chat, für Verbot der Bespit­ze­lung und Daten­über­wa­chung für den ökono­mi­schen und poli­ti­schen Gene­ral­streik und für die inter­na­tio­nale Solidarität.

Quelle: Scharf Links

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