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Manipulationsvorwürfe gegen Arzneimittelstudien

Freitag, 07. Mai 2010-18:19 -|- Eingestellt von: |

Von Lob­by­Con­trol | - Von der Phar­ma­in­dus­trie finan­zierte Stu­dien beschei­nigen Arz­nei­mit­teln häu­figer eine posi­tive Wirk­sam­keit als unab­hän­gige Studien.

Zu diesem Schluss kommt eine von der Bun­des­ärz­te­kammer in Auf­trag gege­bene Unter­su­chung, die am 23. April 2010 im Deut­schen Ärzte­blatt ver­öf­fent­licht wurde.

Von einem Ärzte­team wurde geprüft, ob es einen Ein­fluss von Auf­trag­ge­bern auf die wis­sen­schaft­li­chen Ergeb­nisse von Arz­nei­mit­tel­stu­dien gibt. Nach einer Aus­wer­tung von 57 Publi­ka­tionen kam die Unter­su­chung zum Schluss, dass durch phar­ma­zeu­ti­sche Unter­nehmen finan­zierte Stu­dien zur Wir­kung von Medi­ka­menten häu­figer zu einem pos­tiven Ergebnis kommen als unab­hän­gige finan­zierte Studien.

Mani­pu­la­tion findet oft subtil statt, etwa indem bestimmte Fragen ausge-​klammert werden oder bestimmte Pati­en­ten­gruppen ein– bzw. aus­ge­schlossen werden. Teils werden unan­ge­nehme Ergeb­nisse ver­schwiegen oder für die Geld­geber positiv uminterpretiert.

Ziel vieler Auftrags-​Studien ist weniger die Schaf­fung einer neu­tralen Ent-​scheidungsgrundlage für Ärzte, son­dern die Ver­mark­tung von neuen Medikamenten.

Dabei kommt es zu einem mit­unter ethisch frag­wür­digen Ver­halten. Wie ein Blick auf das als “Supera­s­pirin” ange­prie­sene Schmerz­mittel Vioxx zeigt, können solche mani­pu­la­tiven Prak­tiken das Leben von Pati­enten gefährden.

Fünf Jahre nach seiner Ein­füh­rung musste Merck, Sharp & Dohme (MSD) das Medi­ka­ment Ende 2004 vom Markt nehmen, da die Ein­nahme von Vioxx nach Angaben der Presse das Risiko von Herz-​Kreislauf-​Erkrankungen wie Schlag-​anfälle oder Herz­in­farkte signi­fi­kant erhöhte.

Evi­denz ver­bogen bis sie taug­lich war

Der Regens­burger For­scher Prof. Dr. med. David Klem­perer resü­miert die Ergeb­nisse der Sudie (hier als pdf) im Ärzte­blatt mit fol­genden Worten:

“Die Arz­nei­mit­tel­for­schung befindet sich in einer Schief­lage. Die Mehr­zahl der Stu­dien wird von der Indus­trie finan­ziert. Große phar­ma­zeu­ti­sche Firmen haben in zahl­rei­chen, durch interne Doku­mente und Unter­lagen gut doku­men­tierten Fällen die Evi­denz ver­bogen, bis sie für das Mar­ke­ting taug­lich war.

Quelle: Lobby Con­trol

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