QR Code Business Card

Das mit NRW

Montag, 24. Mai 2010-15:35 -|- Eingestellt von: |

Von Daniel Neun | Radio Utopie | - Han­ne­lore Kraft hat ver­sucht, ent­spre­chend den Vor­gaben der Ber­liner SPD-​Zentrale, eine große Koali­tion mit der CDU anzu­führen. Jetzt wird sie sich einer unter­ordnen. Weil sie nichts anderes kann.

Eine kleine Denk­schrift über Repu­blik, Ver­fas­sung und Demo­kratie, 20 Jahre nach dem Ende von West– und Ostdeutschland.

Heute, kurz nach Mit­ter­nacht, erschien auf der Web­seite der “Bild” (1) ein Inter­view der Lan­des­ver­bands­fürstin der SPD in Nordrhein-​Westfalen, Han­ne­lore Kraft.

In dem mit einem grau­samen, grau­samen Foto geschmückten Foto, geschmückten Wil­len­spor­trait legte diese aus­führ­lich dar, warum sie nicht nur Lan­des­ver­bands­fürstin, son­dern gern Lan­des­fürstin wäre.

Ihr Inter­view nahmen die übli­chen Ver­däch­tigen der Infor­ma­ti­ons­dienste, “Spiegel” (2) und “Focus” (3), zum Anlaß zu berichten, Kraft habe mit Neu­wahlen “gedroht”.

Das kommt davon, wenn Lügner über Lügner schreiben.

Zuerst einmal gilt es einen Blick in die Lan­des­ver­fas­sung von Nordrhein-​Westfalen (4) zu werfen. Nur zur Erin­ne­rung: wird diese gebro­chen, muss der Ver­fas­sungs­ge­richtshof für das Land Nordrhein-​Westfalen einschreiten.

Er kann nach Artikel 63 die Lan­des­re­gie­rung und ihre Minister wegen “vor­sätz­li­cher oder grob­fahr­läs­siger Ver­let­zung der Ver­fas­sung oder eines anderen Gesetzes” ihrer Ämter ent­heben.

Zwar muss die Anklage zuerst durch die “Mehr­heit von zwei Drit­teln der anwe­senden Mit­glieder des Land­tags” erhoben werden. Doch kann der Antrag auf Erhe­bung dieser Anklage von “einem Viertel der Mit­glieder des Land­tags gestellt werden”.

Jetzt zum Artikel 35:

“(1) Der Landtag kann sich durch eigenen Beschluß auf­lösen. Hierzu bedarf es der Zustim­mung der Mehr­heit der gesetz­li­chen Mitgliederzahl.”

Woher sollte nun diese Mehr­heit im NRW-​Landtag kommen? Die NRW Linke wird schwer­lich einem Antrag zur Neu­wahl zustimmen, damit SPD und Bündnis 90/​Die Grünen end­lich alleine regieren können.

Der CDU wie­derum kann an einer Neu­wahl nicht gelegen sein, ebenso wenig der FDP, die sogar um ihren Wie­der­einzug fürchten müsste.

Lesen wir nun die Aus­sage der SPD-​Landesvorsitzenden Han­ne­lore Kraft in der “Bild am Sonntag”, nachdem deren Redak­tion am Ende des Inter­views ihre wohl geplante Fang­frage unter­ge­bracht hat (1):

“BamS: Wie zuver­sicht­lich sind Sie, dass es in NRW zu einer Koali­tion von SPD und Union kommt?

Kraft: Die Gespräche werden von unserer Seite mit aller Ernst­haf­tig­keit geführt, aber es ist völlig offen, ob wir uns am Ende auf die Bil­dung einer gemein­samen Regie­rung ver­stän­digen werden..

BamS: Wenn alle Ver­hand­lungen schei­tern, gibt es Neu­wahlen. Für wie wahr­schein­lich halten Sie diese Option?

Kraft: An Neu­wahlen denke ich jetzt nicht. Aber das hängt davon ab, mit wel­cher Ernst­haf­tig­keit die CDU die Gespräche führt.”

Der geneigte Leser erkennt nun zwei Dinge:

1. Han­ne­lore Kraft kann nicht mit Neu­wahlen drohen. Und dar­über nach­zu­denken, tja, das tun wir doch alle mal.

2. Die “Bild”-Zeitung lügt. Neu­wahlen gibt es nicht, wenn alle Ver­hand­lungen geschei­tert sind, son­dern wenn der Landtag dies mit der Mehr­heit der gesetz­li­chen Mit­glieder so entscheidet.

Nur zur Erin­ne­rung: “Spiegel” (“Kraft droht CDU mit Neu­wahlen”) und Focus (“Kraft droht mit Neu­wahlen”) belügen hier ihre Leser mit einer Lüge der “Bild”-Zeitung. Das schimpft sich “Presse”. Seit Jahr­zehnten geht das schon so.

Was jetzt pas­sieren wird, ist folgendes:

Han­ne­lore Kraft wird Minis­terin unter einem CDU-​Landesfürsten. Dar­aufhin ver­liert die CDU/​CSU-​FDP-​Bundesregierung ihre Mehr­heit im Bun­desrat. Die Regie­rung wird instabil. Alles ruft im Bund nach Neuwahlen.

Dies wird schei­tern, da es nicht noch einmal gelingen wird, vor aller Augen ver­fas­sungs­widrig das Bun­des­par­la­ment auf­zu­lösen, wie nach der NRW-​Wahl 2005.

Und dann wird Krafts SPD-​Bundesfürst Siegmar Gabriel Bun­des­mi­nister unter einer CDU-​Kanzlerschaft. Und das wird wieder nobody für mög­lich gehalten haben. (28.März, Gabriel schliesst SPD-​Ministerpräsidentin Kraft aus: grosse Koaliton in NRW und Bund)

Das war ein­fach über­haupt nicht abzu­sehen. (19.März, Gabriel bietet Merkel prak­tisch neue große Koali­tion an)

Daran hat ein­fach nie­mand gedacht. (18.März, NRW-​Wahl wird zu neuer Bun­des­re­gie­rung führen)

Warum auch? (11.März, Über die dro­hende CDU-​SPD-​Koalition und die Kunduz-​Affäre)

Den Men­schen in der Ber­liner Repu­blik wird eine Demo­kratie nur vor­ge­kau­kelt. In Wirk­lich­keit han­delt es sich um ein gigan­ti­sches Betrugs-​system, wel­ches sich um jed­wede Moral, Werte und Ethik über­haupt nicht kümmert.

Was neu ist – und zeigt, wie ver­fallen diese Macht­struktur der eta­blierten Betrugs­me­cha­nismen bereits sind: seit der “großen” Koali­tion unter Frank-​Walter Stein­meier /​Franz Münte­fe­ring und Angela Merkel /​Wolf­gang Schäuble hat man sich in SPD und CDU auch ange­wöhnt, sich um gel­tende Gesetze und die Ver­fas­sung einen Dreck zu scheren. 

Man musste sich das ange­wöhnen, weil man mit demo­kra­ti­schen Mit­teln in der gemeinsam exe­ku­tierten Agenda zur Zer­set­zung, Zer­tei­lung und letzt­li­chen Auf­lö­sung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in der 1992 gegrün­deten neuen kapi­ta­lis­ti­schen Sowjet­union namens “Euro­päi­sche Union” (EU) ein­fach nicht mehr weiterkam.

SPD und CDU sind in dieser Schmie­ren­ko­mödie, als Kro­dodil und Seppl des selben Pup­pen­spie­lers, darauf ange­wiesen, dass die Bevöl­ke­rung ein­fach nicht merkt, was hier seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung gespielt wird.

Die CDU hat ohne viel Feder­le­sens eine DDR-​Blockpartei assi­mi­liert. Die CDU hat sich aus höchsten Wirt­schafts­kreisen beste­chen lassen, das weiss jeder, der sich noch an die Spen­den­af­färe um den 16 Jahre lang (seit 1990 mit unein­ge­schränkter Macht) wal­tenden Kanzler Helmut Kohl (CDU) erinnert.

Trotzdem führt die CDU die SPD jeden Tag auf´s Neue vor, als eine Partei, die ten­den­ziell der Umset­zung ihres eigenen Par­tei­pro­gramms ver­dächtig sei. Diese läßt sich das genüß­lich gefallen,weil sie nichts weniger will als das.

Man treibt die eigenen, an die Grenze des medi­zi­nisch bewert­baren Schwach-​sinn ver­blö­deten Fuß­truppen gegen­seitig in die Schlacht und funkt sich dann in den par­tei­in­ternen Gene­ral­stäben über das Nie­mands­land fröh­liche Lie­bes­grüße zu. Auch dieses Prinzip müsste dem einen oder anderen schon aus geo­stra­te­gi­schen Abläufen bekannt vor­kommen. Und genau um diese geht es hier auch, um nichts anderes.

Es geht nicht um NRW. Es geht nicht um die Inter­essen eines deut­schen Bun­des­landes. Es geht auch nicht eine Sekunde lang darum, was irgendein nor­maler Untertan sich vor­stellt. Es geht hier um die Fort­set­zung eines Plans von Irren, die sich für normal halten, weil sie die Macht dazu haben, weil sie nicht unter­sucht werden durch ein Par­la­ment, eine Justiz und eine wache Öffentlichkeit.

So ein System zur Kon­trolle von Macht­ha­bern und mäch­tigen Kreisen nennt man im Ori­ginal des US-​Machtbereichs “Checks & Balances”. Bei uns nennt man das “Gewal­ten­tei­lung” und alles – wirk­lich alles – ist in Gefahr, wenn die nur durch eine Ver­fas­sung garan­tierten Regeln dieser Tei­lung der Gewalten ausser Kraft gesetzt werden.

Und nun muss sich jeder nur eine Minute lang einmal in Ruhe über­legen, wer das die letzten Jahre unun­ter­bro­chen ver­sucht und wer das die letzten Jahre unun­ter­bro­chen ver­hin­dert hat.

Wie ver­kommen SPD und CDU auch in den Lan­des­ver­bänden Nordrhein-​Westfalen sind, zeigt fol­gende Posse: die Par­teien planen allen Ernstes, gegen die Lan­des­ver­fas­sung Per­sonen im Prä­si­dium des Lan­des­par­la­mentes zu belassen, die nicht einmal mehr dem Par­la­ment angehören.

Das Argu­ment der “Rechtsexperten” – mutmasslich Juristen, die ihre Aus­bil­dung in West­deutsch­land erhielten und gelernt haben, jedes Ver­fas­sungs­werk mit aller Kraft zu ver­achten (5):

“Zwar schreibt die Ver­fas­sung ver­bind­lich die Neu­wahl des Prä­si­diums vor. Aber es sind keine Sank­tionen für den Fall vor­ge­sehen, dass das Par­la­ment sich daran nicht hält. So könnten nach der Auf­fas­sung von Rechts­ex­perten der CDU und der SPD die der­zei­tige Land­tags­prä­si­dentin Regina van Din­ther (CDU) und ihr Stell­ver­treter Edgar Moron (SPD) erst mal im Amt bleiben – obwohl beide dem neuen Landtag gar nicht mehr angehören.”

Nochmal zur Erin­ne­rung: die NRW-​Landesregierung und ihre Minister können wegen “vor­sätz­li­cher oder grob­fahr­läs­siger Ver­let­zung der Ver­fas­sung oder eines anderen Gesetzes” ange­klagt und durch den Müns­te­raner Ver­fas­sungs­ge­richtshof ihrer Ämter ent­hoben werden. Das gilt zwar nicht für den Prä­si­denten des Land­tags und sein Prä­si­dium; aber nach Artikel 75 der Lan­des­ver­fas­sung (4) ent­scheidet der Verfassungsgerichtshof

“über die Aus­le­gung der Ver­fas­sung aus Anlaß von Streitig-​keiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Lan­des­or­gans oder anderer Betei­ligter, die durch diese Ver­fas­sung oder in der Geschäfts­ord­nung eines obersten Lan­des­or­gans mit eigenen Rechten aus­ge­stattet sind”

Diese Vor­aus­set­zungen für eine Befas­sung von Münster sind bezüg­lich der Wahl des Prä­si­denten des Lan­des­par­la­mentes ganz ohne Zweifel gegeben. Man kann also SPD und CDU in NRW nur raten, es nicht zu weit zu treiben.

Der Lan­des­ver­band der Linken steht in NRW in einer absurden Situa­tion; in einer Situa­tion, vor der Linke schon immer Angst hatten und die sie hassen wie sonst nichts in der Welt:

die Demo­kratie gegen die Bour­geoisie zu ver­tei­digen, die ihnen keine Chance ein­räumt und sie den ganzen lieben langen Tag mit Füßen tritt, seit in West-​deutschland die KPD 11 Jahre nach Hitler zum zweiten Mal ver­boten und die SPD zum selben Zeit­punkt (Wie­der­be­waff­nung und Nato-​Beitritt 1955) geka­pert wurde.

Lassen Sie mich, liebe gut gebil­deten Leser, diese für manche von Ihnen sicher­lich empö­rende These mal belegen.

SPD und die 1983 in das west­deut­sche Par­la­ment ein­ge­zo­genen Grünen wei­gern sich in Nordrhein-​Westfalen, eine SPD-​Ministerpräsidentin Han­ne­lore Kraft mit den Stimmen der die NRW Linken zu wählen zu lassen. Kraft hat den Abbruch schon der ersten Son­die­rungs­ge­spräche damit begründet, dass die NRW Linke “nicht regie­rungs– und koali­ti­ons­fähig” (1) sei.

Linke und Grüne bezeichnen die NRW Linken als “poli­tisch unzu­ver­lässig”, wäh­rend die SPD “ohne Vor­be­din­gungen” (6) mit einer CDU ver­han­delt, gegen die sie angeb­lich in den Wahl­kampf gezogen ist.

Aber was heisst das nun kon­kret? Warum ist jemand “poli­tisch unzu­ver­lässig” oder “nicht regie­rungs– und koalitionsfähig”?

Der Infor­ma­ti­ons­kon­zern “Focus” (7) fasste es auf seine Weise prag­ma­tisch zusammen:

“Als bei­nahe aus­ge­schlossen gilt mitt­ler­weile das Zusam­men­gehen von Rot und Rot, auch wenn die CDU dem Wähler etwas ganz anderes glauben machen will. Die Linken haben von den nordrhein-​westfälischen Grünen den Titel „Chao­ten­truppe“ geerbt. Die Partei hat sich auf­er­legt, schon vor der Auf­nahme eigent­li­cher Koali­ti­ons­ver­hand­lungen das Votum der eigenen Basis ein­zu­holen. Nicht nur dass SPD-​Chefin Kraft solch ent­schei­dungs­ver­län­gernden Maß­nahmen zuwider sind. So viel Quatschbuden-​Demokratie macht die Durch­set­zung eines poli­tisch so hoch explo­siven Vor­ha­bens wie ein Links­bündnis prak­tisch unmöglich.”

Sie ver­stehen das jetzt: weil der Lan­des­ver­band der NRW Linken sich gegen den eigenen Lan­des­vor­stand durch­ge­setzt und diesen mit aller poli­ti­schen Gewalt einer demo­kra­ti­schen Wahl gezwungen, gezwungen hat, vor jeder Unter­wer­fung als ganz nor­maler kar­rie­re­geiler Pro­filügner aka Funk­tionär zur Basis ange­wa­ckelt zu kommen und vorher um Erlaubnis zu fragen, ob er nach guter alter Tra­di­tion alle Wahl­ver­spre­chen in den Gulli werfen darf (8), des­wegen ist diese Partei also eine “Chaotentruppe”?

Wenn Sie das auch so sehen, liebe Leser, dann wird es Zeit sich zu fragen, was Sie eigent­lich sind.

Von der DDR gilt es mal fol­gendes fest­zu­halten: deren Bevöl­ke­rung war es selbst, die in der Lage war, sich zuerst geistig, dann poli­tisch und letzt­lich auf der Straße gegen ihr Regime zu stellen. Aus Strafe für diese demo­kra­ti­schen Tugenden wurde sie durch die neuen west­deut­schen Macht­haber, die sich mit ihrer alten Nomen­kla­tura geei­nigt hatte, skru­pellos ent­eignet und bekommt noch 20 Jahre nach der Ein­heit nied­ri­gere Löhne und Renten.

Das finden des­halb alle als völlig normal, weil dieses Land ist in den letzten 20 Jahren in ein gigan­ti­sches Umer­zie­hungs­lager ver­wan­delt worden ist, in wel­chem den Men­schen jede Art von Wert, Moral, Ethik Kultur und Ver­stand sys­te­ma­tisch aus­ge­trieben wird.

Nun haben ein Irren­haus und ein Umer­zie­hungs­lager eines gemeinsam: die Irren /​Umer­zo­genen sind in der Mehr­heit. Und Sie dürfen sich jetzt aus­su­chen, ob sie gerade den Artikel eines Wär­ters, eines Onkel Dok­tors oder eines Insassen hinter sich gebracht haben, dem 84 Mil­lionen täg­lich durch´s Kuckucks­nest trampeln.

Eines steht jeden­falls fest: ich gehöre zur Min­der­heit in dieser Ein­rich­tung. Und ich bin ver­dammt noch mal froh dar­über und stolz darauf.

Quelle: Radio Utopie

Die Ver­öf­fent­li­chung wurde von “Radio Utopie” geneh­migt. Vielen Dank !

Quellen:

(1) http://​www​.bild​.de/​B​I​L​D​/​p​o​l​i​t​i​k​/​2​0​1​0​/​0​5​/​2​3​/​n​r​w​-​s​p​d​-​s​p​i​t​z​e​n​f​r​a​u​-​h​a​n​n​e​l​o​r​e​-​k​r​a​f​t​/​i​s​t​-​i​h​r​-​t​r​a​u​m​-​v​o​n​-​d​e​r​-​m​a​c​h​t​-​s​c​h​o​n​-​g​e​p​l​a​t​z​t​.​h​tml
(2) http://​www​.spiegel​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​0​,​1​5​1​8​,​6​9​6​3​6​4​,​0​0​.​h​tml
(3) http://​www​.focus​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​n​r​w​-​k​r​a​f​t​-​d​r​o​h​t​-​m​i​t​-​n​e​u​w​a​h​l​e​n​_​a​i​d​_​5​1​1​3​4​5​.​h​tml
(4) http://​www​.landtag​.nrw​.de/​p​o​r​t​a​l​/​W​W​W​/​G​B​_​I​I​/​I​I​.​2​/​G​e​s​e​t​z​e​/​V​e​r​f​a​s​s​u​n​g​_​N​R​W​.​jsp
(5) http://​www​.taz​.de/​1​/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​/​f​d​p​-​a​u​c​h​-​g​e​g​e​n​-​j​a​m​a​i​k​a​-​k​o​a​l​i​t​i​on/
(6) http://​www​.stern​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​r​e​g​i​e​r​u​n​g​s​b​i​l​d​u​n​g​-​i​n​-​n​r​w​-​c​d​u​-​u​n​d​-​s​p​d​-​l​a​s​s​e​n​-​s​i​c​h​-​z​e​i​t​-​m​i​t​-​i​h​r​e​n​-​g​e​s​p​r​a​e​c​h​e​n​-​1​5​6​8​4​3​3​.​h​tml
(7) http://​www​.focus​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​t​i​d​-​1​8​1​7​4​/​n​r​w​-​w​a​h​l​-​s​e​n​s​a​t​i​o​n​-​m​i​t​-​a​n​s​a​g​e​_​a​i​d​_​5​0​5​9​0​0​.​h​tml
(8) http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=9761&cHash=cc81d8a232

Beitragsdetails

Kommentar-Autor

Kategorie » Parteien u. Politiker, Wahlen/Wahlkampf « | Tags » , , «

Trackback: Trackback-URL |  Kommentar-Feed: RSS 2.0 | Beitrag drucken |
gelesen: 174 · heute: 2 · zuletzt: 11. Mai 2012

Kommentare und Pings sind geschlossen.

Ein Kommentar

  1. 1

    Kommentar ohne Gravatar

    Richard A l b r e c h t 24.05.2010 um 17:10 Uhr

    Hallo Herr Neun

    zum m.E. rele­van­testen Wahl­er­gebnis der NRWE-​Landtagswahl 9. Mai 2010:

    Die Wahl zum NRWE-​Landtag am 9. 5. 2010 wurde im Wahl­kampf genannten Vor­feld als „his­to­risch“ rekla­miert, als „Schick­sals­wahl“ pro­pa­giert und zur „kleinen Bun­des­tags­wahl“ im „bevöl­ke­rungs­reichsten Bun­des­land“ mit seinen etwa 13.271 Mil­lionen wahl­be­rech­tigten Bürger/​innen sti­li­siert. Wie sich frei­lich schon am sonn­täg­li­chen Wahl­abend zeigte – das ein­zige, was „his­to­risch“ war, war die geringe Wahl­be­tei­li­gung und damit die aktu­elle Ver­wei­ge­rung und ten­den­zi­elle Abwahl des viel­ge­lobten Polit­par­la­men­ta­rismus. Inso­fern erin­nern die NRWE-​Wahldaten an ein zen­trales poli­ti­sches Feld real­exis­tie­render „Legi­ti­ma­ti­ons­pro­bleme des Spät­ka­pi­ta­lismus“ (Jürgen Habermas). Aus­weis­lich der hoch­se­lek­tiven, ideo­lo­gi­schen und irre­füh­renden – dazu noch in Schwein­kram­form netz­öf­fent­lich prä­sen­tierten – „vor­läu­figen“ NRWE-​amtlichen Daten, die die reale Nicht­wäh­ler­zahl ebenso ver­schweigen wie ihren Pro­zent­an­teil, zeigen die Ergeb­nisse der letzten Land­tags­wahl: es gab etwa 5.398 Mil­lionen Men­schen, die in NRWE als Wahl­be­rech­tigte nicht wählten. Das waren 40.7 Pro­zent aller Wahl­be­rech­tigten, die nur zu 59.3 Pro­zent wählten. Damit waren die Nicht­wähler die größte „Partei“. Stärker als die NRWE-​Nichtwählerpartei war nur das fik­tive Kon­strukt CDUSPD. Beide „Volks­par­teien“ SDPCDU erhielten als gesell­schafts­po­li­tisch „Rat­lose Riesen“ (Rudolf Wil­den­mann) zusammen etwa 0.567 Mio. Stimmen mehr als das in sich viel­fältig geschich­tete, seg­men­tierte und frag­men­tierte Nichtwählerlager.

    Was mit etwa 77 Pro­zent und 134 Stimmen im Landtag als mög­liche groß­ko­ali­tio­näre par­la­men­ta­ri­sche NRWE-​Mehrheit auf­scheint – ist frei­lich mit einem Anteil von etwa 45 Pro­zent der gesamten Wahl­be­rech­tigten als soge­nannter „Grund­ge­samt­heit“ gesell­schaft­liche Min­der­heit. Und noch min­der­heit­li­cher wäre jede als Jamaika, Schwampel, Grampel, Rampel, Rosampel oder wie auch immer zu pla­ka­tie­rende Politampel – einerlei ob CDU-​geführt oder ob SPD-​bestimmt – mit je 103 Land­tags­stimmen, die jeweils etwa 31 Pro­zent der gesamten NRWE-​Wahlberechtigten reprä­sen­tieren. Jede NRWE-​Politampel wel­cher Farbe auch immer fiele damit legi­ti­ma­to­risch noch hinter die am 28. Oktober 2009 pro­kla­mierte Bun­des­re­gie­rung der „kleinen“ Polit­ko­ali­tion aus CDU, CSU und F.D.P. zurück.

    Des­halb wurde unterm Stick­wort QUORIEREN

    -> http://​ricalb​.files​.word​press​.com/​2​0​1​0​/​0​5​/​q​u​o​r​i​e​r​e​n​2​.​pdf
    -> http://​www​.forced​-labour​.de/​a​r​c​h​i​v​e​s​/​1​384
    -> http://​www​.saarbreaker​.com/​2​0​1​0​/​0​5​/​q​u​o​r​i​e​r​e​n​/​#​m​o​r​e​-​3​488

    eine stra­te­gisch höchst­be­grenzte poli­tisch insti­tu­tio­nelle „Inno­va­tion“ ange­regt. Diese würde, unbe­trachtet auch NRWE-​wirksame Über­fi­nan­zie­rungs– und Über­hangs­man­dats­pro­ble­ma­tiken von/​bei Polit­par­teien, wenigs­tens einen Hauch grund­de­mo­kra­ti­scher Kon­trollas­pekte in Form politisch-​parlamentarischer Begren­zungen aller über­wöl­benden und scheinbar unauf­halt­samen Ten­denzen der Ver­staat­li­chung von Politik und Gesell­schaft ausdrücken.

    Mit freund­li­chem Gruß

    Richard Albrecht/​240510