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Beneidenswelte "Gemeinschaftsleistung" a la Merkel

Montag, 12. Juli 2010-13:22 -|- Eingestellt von: |

Ein Gast­bei­trag von Hans Fricke | - Wer glaubte, die Platt­heiten und Lügen der deut­schen Bun­des­kanz­lerin ließen sich kaum noch stei­gern, der wurde durch ihr lnter­view mit dem Sport­in­for­ma­ti­ons­dienst (sid) am 2.Juli 2010 eines Bes­seren belehrt.

Darin erklärte sie allen Ernstes:

"Die über­zeu­genden Leis­tungen der Mann­schaft passen gut zu dem Jubi­läum, das wir dieses Jahr feiern: ln den 20 Jahren der Ein­heit haben wir in Deutsch­land eine Gemein­schafts­leis­tung geschafft, um die uns viele Staaten auf der Welt beneiden."

Ent­weder hat Angela Merkel jedes Gespür für die reale Lage in unserem Land ver­loren, oder sie meint, unser Volk noch wei­tere Jahre unge­straft an der Nase her­um­führen zu können. Der Ver­dacht liegt nahe, dass beides zutrifft. Was es mit der von ihr am Vor­abend des 2O.Jahrestages der deut­schen "Ein­heit" am 3.Oktober 2010 gefei­erten "Gemein­schafts­leis­tung" in Wahr­heit auf sich hat, erleben viele Mil­lionen Bun­des­bürger am eigenen Leib.

Der täg­liche Blick in die Zei­tung genügt, um ihren Frust und ihre Zukunfts­angst zu ver­grö­ßern, sich über die Kalt­schnäu­zig­keit, mit der die "eta­blierten" Par­teien ihre Wahl­ver­spre­ohen bre­chen, die Opfer ihres Sozi­al­raubes ver­höhnen und eine Politik gegen den erklärten Willen unseres Volkes machen, zu empören und sich durch eine von Jahr zu Jahr zuneh­mende Wahl­ver­wei­ge­rung von der Politik abzuwenden.

Für diese Lage trägt die Bun­des­kanz­lerin ein beson­ders hohes Maß an poli– tischer Ver­ant­wor­tung, denn sie ist es, die seit fast fünf Jahren mit ihrer Richt­li­ni­en­kom­pe­tenz den Kurs der Bun­des­re­gie­rung bestimmt und damit über Wohl und Wehe vieler Mil­lionen Men­schen entscheidet.

Die gesetz­ge­be­ri­sche Tätig­keit ihres zweiten Kabi­netts redu­ziert sich bis­lang auf eine Steu­er­min­de­rung für Mövenpick-​Hotels und anderer Spon­soren der schwarz-​gelben Regie­rungs­par­teien, ein soge­nanntes Ret­tungs­paket für Grie– chen­land, das dort zur Ver­ar­mung der Lohn­ab­hän­gigen und sozial Schwa­chen führt, einen "Euro-​Rettungsschirm", der vor allem den Zweck hat, deut­sche und fran­zö­si­sche Banker vor gering­fü­gigen Ver­lusten zu schützen, und der selbst nach Ein­schät­zung kon­ser­va­tiver Euro-​Zentristen sowohl gegen das Grundge– setz, als auch gegen gel­tendes EU-​Recht ver­stößt und schließ­lich der Spar­haus– halt 2011, der bei den Ärmsten der Armen streicht, kürzt, weg­nimmt und, zu– sammen mit dem Rös­ler­schen Kran­ken­ver­si­che­rungs­murks, den Bes­ser­verdie– nenden das Netto vom Brutto sichert. 

Denn darum geht es im Kern; das ist der Auf­trag, den ihre Regie­rung im lnter­esse des Kapi­tals zu erfüllen hat: Ein­kommen und Ver­mögen der oberen Teile der Gesell­schaft auf keinen Fall anzu­tasten. Und sowohl ihr "lieber Herr Acker­mann" als auch ihr "lieber Herr Hundt" achten pein­lich genau darauf, dass dieser Auf­trag zu ihrer Zufrie­den­heit erfüllt wird.

Die Geschäfte der herr­schenden Klasse besorgt die Bun­des­re­gie­rung gegen– wärtig unter Ein­schluss und Druck der der­zeit am meisten extre­mis­ti­schen Partei unseres Landes, der FDP, die durch ihr zu weites Vor­pre­schen dafür sorgt, dass die tat­säch­li­chen Macht­ver­hält­nisse sichtbar werden, wor­über selbst ihre eigene Kli­entel zuneh­mend sauer wird, denn so offen mag sie die Ursprünge ihres Wohl­standes nicht öffent­lich vor­ge­führt bekommen.

Auch wenn der Schrei­hals Wes­ter­welle im Ergebnis der Wahlen in Nordrhein-​Westfalen etwas ruhiger geworden ist, lässt der Haushalt2011 keinen Zweifel daran, dass sich am Ziel nichts geän­dert hat. "Hier soll", so schreibt Arnold Schölzel zum ver­ab­schie­deten Haus­halt 2011, "eine sozial anders gestal­tete Gesell­schaft her­aus­kommen. Der Anspruch auf mehr erhält oben den Cha­rakter eines feu­dalen Privilegs.

Wer unten ist, für den wird der Weg nach noch weiter unten fest­ge­zurrt: Ein ver­rot­tetes Bil­dungs­system, Kinder– und Jugend­armut für einen wach­senden Teil, Drei-​Klassen-​Medizin und pro­gram­mierte Alters­armut. Die Bun­des­re­gie­rung hat in zehn Monaten wich­tige Wei­chen gestellt."

Nimmt man die fort­ge­setzte Miss­ach­tung des Grund­ge­setzes und des Völker– rechts durch die Merkel-​Regierung hinzu und ordnet die for­cierte Betei­li­gung der Bun­des­wehr am völ­ker­rechts­wid­rigen Angriffs­krieg gegen Afgha­nistan mit sei– nen vielen Toten und Ver­letzten enspre­chend ein, dann sollte auch der Gut­gläu– bigste begreifen, dass es sich beider benei­dens­werten "Gemein­schafts­leis­tung" a la Merkel um eine wei­tere Täu­schung und Volks­ver­dum­mung handelt.

Obwohl Letz­teres offen­kundig ist, fallen, wie die Fußball-​Weltmeisterschaft in Süd­afrika beson­ders ein­drucks­voll bewies, leider noch zu viele Men­schen auf die Mei­nungs­ma­ni­pu­la­tion von Regie­rung und Kon­zern­me­dien herein. Wäh­rend Deutsch­land in einem kol­lek­tiven Fuß­ball­rausch ver­sank, nutzte die Politik die Weltmeisterschafts-​Euphorie gezielt aus, um wei­tere soziale Grau­sam­keiten unter Dach und Fach zu bringen, wor­über wohl­ge­merkt irgendwo ganz unten in den Medien infor­miert wurde.

Tages­schau vom 6.7.2010:

"Auf die Ver­si­cherten der gesetz­li­chen Kran­ken­kassen kommen deut­lich stei­gende Kosten zu."

Ein böses Foul gegen alle gesetz­lich Ver­si­cherten. Es wird teurer nach der WM-​Party. Die Kran­ken­kas­sen­bei­träge steigen auf 15,5 Pro­zent. Und um den neuer– lichen Griff in die Taschen des "kleinen Mannes" per­fekt zu machen, ver­ordnet ihm die Regie­rung unbe­grenzte Zuzahlungen.

Ver­gessen das Wahl­kampf­ge­töns: Mehr netto vom brutto. Die Deut­schen wer– den mehr fur ihre Gesund­heit bezahlen müssen als je zuvor. Faule Kom­prornis– se, schamlos gebro­chene Wahl­ver­spre­chen als Mar­ken­zei­chen schwarz-​gelber Politik — am besten dann, wenn Deutsch­land fußball-​fiebert, bestä­tigt der ehe­ma­lige Regie­rungs­spre­cher und Ver­traute Angela Mer­kels. Thomas Steg, der ihre Politik jah­re­lang mit­ver­kauft hat:

"Im Sie­ges­taumel der Full­bal­leu­phorie in Deutsch­land gehen natür­lich soiche bit­teren Ent­schei­dungen erst einmal unter. Die Men­schen denken an alles Mög­liche, aber jetzt nicht so sehr an ihre Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trage im Jahr 2011. Und da ist dann schon ein biss­chen die Hoff­nung dabei, dass eine Wut­welle, die es sonst viel­leicht gegeben hatte –gerade in Boulevard-​Medien — jetzt nicht statt­findet, weil nur noch über Löws Jungs nach­ge­dacht wird."

Diese per­fide Art des Her­an­ge­hens ist nicht neu. Auch zur Fussball-​Weltmeister– schaft vor vier Jahren hiess es mitten im Jubel aus Berlin : Kran­ken­kas­senbei– trage rauf und rauf mit der Mehr­wert­steuer von 16 auf 19 Prozent.

Einer fand das sogar richtig unmo­ra­lisch. Der FDP-​Vorsitzende Guido Wester– welle meinte am 3.Juli 2006:

''So ein Unfug. Mehr­be­las­tungen der Bürger kann man am besten ver­ste­cken, wenn Deutsch­land auf Party ist."

Zur Euro­pa­meis­ter­schaft 2008 war es dann das Gesetz zur Arbeit­neh­mer­erfas– sung ELENA und jetzt 2010 ist es wieder das gleiche Spiel. Dazu noch einmal Ex-​Regierungssprecher Thomas Steg:

"Die Men­schen sind froh, sie wollen feiern, sie wollern gute Lau– ne haben und sie nehmen gewis­ser­ma­flen eine Aus­zeit von der Politik. Aber es gibt auch eine Zeit nach der Welt­meis­ter­schaft, und dann gibts auch wieder die bit­teren Ergeb­nisse der Politik. Und die Men­schen trennen sehr genau. Inso­fern — von dieser FuR­ball­weit­meis­ter­schaft wird es nicht den Befrei­ungs­schlag fur die Regie­rung geben."

Schon jetzt ist absehbar, dass die Bun­des­re­gie­rung bei den nachsten Europa– und Welt­meis­ter­schaften sich ähnliche Tricks ein­fallen lassen wird. Und wieder wird der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nister von einem gelun­genen Ein­stieg in eine sozial ver­träg­liche Struk­tur­re­form reden.

Sein "Argu­ment" für die angeb­liche Sozi­al­ver­träg­lich­keit der jet­zigen Not­opera– tion der Kran­ken­kas­sen­fi­nanzen, durch den Sozi­al­aus­gleich aus Steu­er­mit­tein müssten auch die — über­wie­gend privat ver­si­cherten Gut­ver­diener — einen soli­da­ri­schen Bei­trag zur Finan­zie­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung leisten, klingt zwar gut, ist aber eben­falls ein Stück Leu­te­ver­dum­mung, denn dieser Aus­gleich soil ja erst ein­setzen, wenn der Zusatz­bei­trag zwei Pro­zent des Brut­to­ein­kom­mens überschreitet.

Das heisst kon­kret: wer 2000 Euro brutto ver­dient, muss bis zu 30 Euro Zusatz– bei­trag im Monat selbst auf­bringen. Bei 1550 Euro ist das schmerz­haft. Urn den Gut­ver­die­nern einen äSoli­da­ri­tats­bei­trag zur Finan­zie­rung der gesetz­li­chen Kas– sen abzu­ver­langen, gäbe es bes­sere Wege: einen höheren direkten Steu­erzu– schuss zum Gesund­heits­fonds zum Beispiel.

Von der schwarz-​gelben Koali­tion ist nicht zu erwarten, dass sie die Finanzie– rung des Gesund­heits­we­sens sozial ver­träg­lich und nach­haltig löst. Sie dart es nicht und sie will es auch nicht. Ihre Reform­pläne bleiben Flick­schus­terei und des­haib werden noch in diesem Jahr die nachsten Reformen kommen müssen, wie Minister Rösier selbst eingesteht.

lnzwi­schen mehren sich die Kri­tiken selbst von CDU-​Ministerprasidenten der Länder am Kom­pro­miss der schwarz-​gelben Koali­tion. Wirk­liche struk­tu­relle Ver­än­de­rungen, wie zum Bei­spiel eine grund­le­gende Ände­rung des Sys­tems der Kran­ken­kassen, der Kran­ken­ver­si­che­rung, des Apo­the­ker­we­sens, die Beseiti– gung der All­macht der Phar­ma­in­dus­trie und ein ent­schie­dener und wirk­samer Kampf gegen die Kor­rup­tion im Gesund­heits­wesen bedürfen aller­dings einer dem All­ge­mein­wohi der Bür­ge­rinnen und Bürger die­nenden Bun­des­re­gie­rung — einer Regie­rung, von der die Merkel-Westerweile-Seehofer¬Regierung Lichtjah– re ent­fernt ist.

Im Ubrigen, so erklarte SPD-​Fraktionsgeschaftsführer Thomas Opper­mann, habe es Gesund­heits­mi­nister Philipp Rösier unter­lassen zu sparen. Die Kosten seien seit seinem Ant­s­an­tritt urn neun Mil­fi­arden Euro gestiegen. Zu Recht fragt Inge Muller in ihrem Leser­brief an die Ostsee-​Zeitung Rostock:

"Warum schickt die Kanz­lerin ihren Gesund­heits­mi­nister nicht in jene Lander, die erfolg­reich mit einer oder auch zwei Kranken– kassen fur alle arbeiten, urn zu erfahren, dass man auch auf die– se Weise eine finan­zieli gesunde Gesund­heits­po­litik betreiben kann?"

Ange­sichts der Exis­tenz von etwa 240 Kran­ken­kassen in unserem Land mit 4.000 Ange­stellten, Palästen und 240 000 Euro Gehäl­tern in vielen Chef­etagen ein Anliegen, das zwei­fellos ein gewich­tiger Teil des Pro­blems ist und des­halb von jedem Bun­des­bürger mit gesundem Men­schen­ver­stand nur unter­stützt werden kann.

Für die Schaf­fung eines umfa­senden soli­da­ri­schen Gesund­heits­sys­tems auf hohem Niveau und einer flä­chen­de­ckenden Ver­sor­gung im ambu­lanten und sta­tio­naren Bereich fehlt es kei­nes­wegs an Geld, son­dern am poli­ti­schen Willen, ein sol­ches System durchzusetzen.

Dass es nicht an Geld fehlt, haben wir alle mit Erstaunen zur Kenntnis genom– men, als Bun­des­re­gie­rung und Lan­des­re­gie­rungen den Zocker-​Banken, als den Ver­ur­sa­chern der Krise, inner­halb weniger Tage Mil­li­arden Euro Steu­er­mittel in den Rachen warfen, damit sich deren selbst­ver­schul­dete Ver­luste in Grenzen halten und die Millionen-​Bonuszahlungen für die Chef­etagen unge­hin­dert flies– sen konnten. Und wir ersehen es auch daran, dass die Kriegs­kasse weiter ge– füllt bleibt.

Eltern­geld, BAföG, Gesund­heits­wesen, Rente — überaII will die Regie­rung spa– ren, aber fürs Krieg­führen ist genug Geld da. Für 2010 hat der Bun­destag der Regie­rung die Rekord­summe von etwa 1,1 Mil­li­arden Euro für die deut­sche Betei­li­gung am NATO-​Krieg in Afgha­nistan bewil­ligt. Die direkten Kosten für die Bun­des­wehr werden in diesem Jahr damit vor­aus­sicht­lich so viele Gelder ver– schlingen wie die gesamte zivile Wie­der­auf­bau­hilfe Deutsch­lands in Afgha­nistan von 2001 bis 2010.

Die kom­pletten Kriegs­kosten von 2002 bis 2009 bezif­fert die Bun­des­re­gie­rung auf rund 3,6 Mil­li­arden Euro. Das geht aus ihrer Ant­wort auf eine kleine Anfrage der Frak­tion DIE LINKE hervor. Zur glei­chen Zeit, wo der stell­ver­tre­tende US-​Oberkommandierende für Afgha­nistan, General David Rod­ri­gues, erklärt, dass man in Zukunft mit ähnlich hohen Ver­lusten rechnen müsse wie im Juni — im ver– gan­genen Monat waren 103 NATO-​Soldaten, dar­unter 61 US-​Amerikaner, getö– tet worden und diese Rekord­zahl könnte in den kom­menden Monaten zur "neu– en Nor­ma­lität" werden, schwa­dro­niert Aus­sen­mi­nister und Vize­kanzler Guido Wes­ter­welle in seiner Regie­rungs­er­klä­rung am 9.Juli 2010 in unver­ant­wort­li­cher Weise:

"An unserem Enga­ge­ment in Afgha­nistan wird nicht gespart. Deutsch­land hält seine Zusagen."

Also bleiben ent­gegen dem aus­drück­li­chen Willen der übergrossen Mehr­heit un– seres Volkes rund 4.500 deut­sche Sol­daten auf unbe­stimmte Zeit im Kriegsge– biet, um an der Seite des Staats­ter­ro­risten und Welt­gen­darmen USA für die geo­stra­te­gi­schen Inter­essen des US-​amerianischen und deut­schen Kapi­tals zu töten, zu sterben oder sich zum Krüppel schiessen zu lassen.

Auch das gehört zu der von Frau Merkel gefei­erten "Gemein­schafts­leis­tung", die wir am 20. Jah­restag der "Ein­heit" gemeinsam mit ihr, Guido Wes­ter­welle, Kriegs­mi­nister zu Gut­ten­berg, den "lieben Herren Acker­mann und Hundt", den Chefs der Rüs­tungs­kon­zerne und wie die Nutz­niesser ihrer Politik sonst noch heissen, feiern sollen.

Die ein­zige Partei, die sich dem neo­li­be­ralen Wahn­sinn und der Kriegs­po­litik des deut­schen Impe­ria­lismus und Mili­ta­rismus ent­gegen stellt, DIE LINKE, gerät des– halb zuneh­mend ins Kreuz­feuer der "eta­blierten" Par­teien. Rein­hold Schramm trifft mit seinem Leser­brief in junge Welt ins Schwarze, indem er schreibt:

"Unter dem Deck­mantel einer angeb­lich unbe­schränkten 'demo­kra­ti­schen Medien– und Mei­nungs­frei­heit' wird ver­sucht, das Denk– ­und Urteils­ver­mögen von Mil­lionen Men­schen syste– matisch zu zerstören.

Zugleich ist es ein Bei­trag aller frei­heits– und demo­kra­tie­feind– lichen, sozi­al­dar­wi­nis­ti­schen und neo­fa­schis­ti­schen gesell– schafts­po­li­ti­schen Kräfte, inner­halb und aus­ser­halb von staat– lichen Ein­rich­tungen, von bür­ger­li­chen Regie­rungen und Parla– menten, die lohn­ab­hän­gige Bevöl­ke­rungs­mehr­heit zur geis­tigen Unmün­dig­keit zu ver­ur­teilen und zu will­fäh­rigen Unter­tanen zu erziehen, die zu keiner Kritik am staats­mo­no­po­lis­ti­schen Herr– schafts­system in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land mehr fähig sind, die ökono­mi­sche Aus­beu­tung der Lohn­ar­beit, Arbeits­losig– keit, das Hartz-​IV­-​Entrechtungssystem, soziale und poli­ti­sche Unter­drü­ckung geduldig ertragen, die Gauck­schen Pseu­do­ideale dieses Sys­tems als die ihrigen ansehen und sich für die imperia– lis­ti­sche Roh­stoff– und Wirt­schafts­po­litik miss­brau­chen lassen.

Dies ist eine zen­trale Auf­gabe der geis­tigen und tie­fen­psy­cho­logi– schen Mani­pu­la­ti­ons­po­litik der SPD-​Olivgrünen ­Spe­zi­al­de­mokra– ten und CDU-​CSU-​FDP-​Regierungs– und Parlamentsparteien."

Doch die Wahr­heit lässt sich auf Dauer nicht unter dem Deckel halten, so auch nicht die Alter­na­tiv­vor­schläge, wie sie der Beschluss des Par­tei­vor­standes DIE LINKE "Ausweg aus der Krise. Das linke Gegen­kon­zept zum Spar­paket der Bun­des­re­gie­rung" vom 3./4. Juli 2010 enthalt.

Darin heisst es u.a.: "Die Linke sagt: So kann es nicht wei­ter­gehen. Im Unter– schied zur Regie­rung haben wir ein kon­kretes Pro­gramm, mit dem die Finanz– und Wirt­schafts­krise tat­säch­lich und dau­er­haft über­wunden werden kann., weil es ihre Ursa­chen bekämpft."

Kurz in The­sen­form zusam­men­ge­fasst for­dert die Partei:

  • –Bin­nen­nach­frage starken,
  • –öffent­liche Arbeits­plätze schaffen,
  • –Sozial-​ökologischen Umbau vorantreiben,
  • –Euro­krise bekämpfen,
  • –Banken ver­ge­sell­schaften und Finanz­märkte regulieren,
  • –Reiche besteuern.

Abschlies­send heisst es im Beschluss:

"160 Mil­li­arden Euro Mehr­ein­nahmen sind not­wendig, damit Reformen, wie das Zukunfts­pro­gramm, die Über­win­dung von Hartz-​IV und wei­teres bezahlt werden kann. Ande­rer­seits werden sie benö­tigt, um Kri­sen­folgen auf­zu­fangen und die kri­sen­be­dingte Neu­ver­schul­dung des Staates zurückzuführen.

Dafür braucht es kei­nerlei Spar­pa­kete. Ver­ant­wor­tungs­volle Wirt­schafts­po­litik muss die Kon­junktur anschieben und gleich– zeitig die Neu­ver­schul­dung zurück­führen. Es gibt einen Weg, wie diese beiden Ziele erreicht werden können:

Umver­tei­lung der Ein­kommen aus Unter­neh­mer­tä­tig­keit und Ver– mögen zugunsten von Löhnen und Gehäl­tern und höhere Steuern für Vermögende."

Zum Glück wachsen die Bäume, auch die der Bun­des­kanz­lerin, nicht in den Him– mel. lhr Anse­hens– und Macht­ver­lust wird von Tag zuTag sicht­barer. lhre Akti­vität hat etwas Getrie­benes. Sie setzt auf Tempo, um poli­ti­sche Nor­ma­lität vozu­gau­keln. lnzwi­schen sind die "Gur­ken­truppe" und die "Wild­säue" unter 40 Pro­zent abgerutscht.

Nach dem Abgang der"Riege männ­li­cher Schmei­chel­ri­valen", wie Stern schreibt, steht Merkel ziem­lich allein da. Bei der Wahl des Bun­des­prä­si­denten wurde beson­ders augen­fällig, dass ihr der eigene Macht­er­halt und das lnter­esse ihrer Partei über das lnter­esse des Volkes gehen. lmmer mehr CDU-​Ministerpräsiden– ten und Kom­mu­nal­po­li­tiker stellen sich quer, vor allem auf dem Gebiet der Finanz­po­litik der Bundesregierung.

Der Angela Merkel mit aktiver Unter­stüt­zung ihrer beiden ein­fluss­rei­chen Freun– dinnen vom Springer– und Bertelsmann-​Konzern ange­dich­tete "Lack" (ent­schei– dungs­freudig, durch­set­zungs­fähig, sogar von "Eiserner Lady" war die Rede) ist ab und das vozei­tige Ende der schwarz-​gelben Regie­rung für viele Bürger absehbar.

Angelas Vater wusste schon, wovon er spricht, als er 1994 feststellte:

"Für die heute fäl­ligen poli­ti­schen Ent­schei­dungen ist ein hohes Maß an (poli­ti­scher) lntel­li­genz erfor­der­lich. Dem sind Poli­tiker in der Regel nicht gewachsen. lhr geis­tiger Hori­zont ist begrenzt. Sie sind mehr Macher als Denker. Und vor allem ver­stehen sie sich auf die Macht. Wie kommt man zur Macht? Wie bleibt man an der Macht?" (23. Protestwanderung,4.September 1994. Ansprache in der Kirche Fle­cken Zechlin)

Mit bestem Dank an den Autor Hans Fricke !

Hans Fricke ist Autor des zur dies­jäh­rigen Leip­ziger Buch­messe vom GNN-​Verlag
her­aus­ge­ge­benen Buches
"Eine feine Gesell­schaftl — Jubi­lä­ums­jahre und ihre Tücken,250 Seiten, Preis 15.00
Euro, ISBN 978‑8981 9 – 341 –2

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2 Kommentare

  1. 1

    Kommentar ohne Gravatar

    Volker Wulle 12.07.2010 um 15:33 Uhr

    Wie war das mit der Reli­gion als Opium für das Volk?
    Was mich immer wieder ver­wun­dert, ist die Tat­sache, dass wir alles dankbar schlu­cken, was uns vor­ge­kaut wird.
    Ver­steht mich bitte nicht falsch:
    Ich ver­misse ein­fach den Mut unserer Bevöl­ke­rung, hier auch klar ein Gegen­si­gnal zu setzen. Und zwar in aller Deut­lich­keit.
    Wenn nicht heute, wann sonst?
    Wenn es zu spät ist, gibt es kein Zurück mehr.

  2. 2

    Kommentar ohne Gravatar

    PeWi 12.07.2010 um 14:00 Uhr

    Ganz exakt ist das nicht mit dem Sozi­al­aus­gleich ab 2 % Zuzah­lung. Nir­gends wurde von einem gene­rellen Sozi­al­aus­gleich gespro­chen. Es ist nur von Sozi­al­schwa­chen gespro­chen worden. Es wird sicher­lich ein Antrags­wesen instal­liert werden und Grenzen fest­ge­legt werden. Wer dann 1 EUR über der Grenze ver­dient, muss alles tragen. Wenn es gene­rell ab 2 % Zuzah­lung einen Sozi­al­aus­gleich gäbe, bräuchten wir die Erhö­hungen über 2 % nicht. Die könnte dann aus Steu­er­mit­teln direkt an die KK gezahlt werden.