Von Jochen Hoff | Duckhome | – Es ist seltsam. Brüderle tritt im Auftrag des Großkapitals gerade die nächste Kampagne gegen die Rentner an und in der deutschen Sprache gibt es kein Schimpfwort mehr, mit dem man ihn belegen könnte.
Mal ganz davon abgesehen, dass für die Brüderles dieser Welt immer ein wohlmeinender Staatsanwalt und Richter zur Verfügung steht, der auch nur die leiseste Kritik an dem Hochwohlgeborenen auf schärfste ahndet, sich aber nicht dafür interessiert wenn so ein Typ von der Hotellerie oder anderen gekauft wird, gibt es einfach keine Worte die stark genug wären, Brüderle zu beschimp- fen. Alles klingt viel zu harmlos oder ist eher eine Beleidigung für den Wort- stamm des Schimpfwortes.
Aber wenn man ihn auch nicht mehr beschimpfen kann, kann man doch seine Rolle im neuesten miesen Spiel aufdecken. Dabei geht es um die Rentengaran- tie, die noch die große Koalition beschlossen hatte. Die Rentengarantie besagt nichts anderes, als das es keine Rentenkürzungen gibt, auch wenn aufgrund der miesen Lohnentwicklung eine solche Kürzung eigentlich erfolgen müsste.
Diese Rentengarantie wurde gegeben, damit die Bevölkerung nicht merkt, wie sehr die Löhne unter Auszehrung leiden. Denn praktisch müsste jedes Jahr die Rente gekürzt werden und das würde auch den letzten Dödel wachmachen. Aber Brüderle und seine Auftraggeber gehören ja nicht zu den langfristigen Denkern, sondern denken in Quartalen und da ist eine Rentenkürzung eine tolle Sache, senkt sie doch im Moment die Kosten. Abzocker denken eben nie länger als in Quartalen.
Die Kampagne selbst lief wie immer. Brüderle machte den Anfang und forderte das Ende der Rentengaranite aus ordnungspolitischen Gründen. Die gekaufte FDP und Ordnungspolitik. Da denkt doch jeder an die Hotellerieabzocker, die wegen einer dicken Parteispende und vermutlich noch viel mehr Zahlungen unter der Hand, so reich belohnt wurden. Aber Rentner spenden ja nichts für die FDP und könnten sich auch gar keinen Brüderle leisten.
Im nächsten Atemzug kommen die bekannten Propagandisten der menschen- verachtenden und wirtschaftsfaschistischen INSM und damit Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das kein Forschungsinstitut son- dern eine reine Propagandamaschine und Lügenfabrik ist. Dem folgte dann Ulrich Blum, der Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, der sich auch nie zu schade ist, gegen die Interessen der arbeitenden Menschen zu arbeiten und dessen Institut so unnötig wie ein Kropf ist.
Natürlich folgten dann auch noch einige CDU Schranzen wie Michael Fuchs, aber dem ganzen die Krone aufzusetzen, das schaffte Heinrich Kolb von der FDP der forderte, dass die Renten und Löhne sich im Gleichschritt bewegen müssten. Ein wahres Herzchen und ein typischer Politker.
Denn genau da liegt die Problematik. Die Löhne in Deutschland verlieren immer mehr. Wer nicht die Falschdarstellungen des Bundesamtes für Statistik glaubt, bekommt Beweise genug. Das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Uni- versität Duisburg-Essen hat in einer Studie herausgefunden, dass 6,5 Millionen Deutsche für einen Niedriglohn arbeiten müssen.
Das verdankt Deutschland im wesentlichen dem Zeitarbeitslobbyisten und Su- perminister Clement, der so super für das Großkapital gearbeitet hat, dass er jetzt eine der schönsten Vollversorgungen bekam. Davon können ganze Alters- heime in der Summe nur träumen.
Mit Merkel und Steinmeier ging die Fehlentwicklung weiter und jetzt ist der Punkt erreicht, wo 20,7 Prozent der Beschäftigten in Deutschland für einen Lohn, weit unter den Mindestlöhnen und Niedriglohnschwellen anderer europäi- scher Länder arbeiten müssen. Bei Preisen die bei weitem höher als in diesen Ländern sind.
Diese Entwicklung setzt sich mit erschreckender und steigender Geschwindig- keit fort, weil die Gewerkschaften lieber ihreren Kumpels aus dem Arbeitgeber- lager Geschenke machen, als für vernünftige Löhne zu kämpfen. Die Gewerk- schaften haben das Wort Streik vergessen und lecken auch noch die Stiefel, die ihre Mitglieder und alle Arbeitnehmer treten.
Natürlich findet die Arbeitsministerin, das die bedrohlich Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen nur eine Momentaufnahme ist und hofft offiziell, dass sich schon bald ein Wunder geschehen werden. Ansonsten ist sie die bra- ve Vertreterin des Großkapitals, dem ja schon ihr Vater, der Deutschland Gorle- ben einbrockte, immer so freudvoll gedient hat.
Selbst niedrige Löhne schaffen übrigens keine Beschäftigung. In Ostdeutsch- land liegen die Löhne im Durchschnitt 27,9 Prozent unter dem Niveau West- deutschlands, im verarbeitenden Gewerbe beträgt der Unterschied sogar 40 Prozent. Aber das schafft keinen einzigen Arbeitsplatz. Wird aber vom Kapital, das sich immer noch Arbeitgeber nennt, obwohl es eher Arbeitsplatzverweigerer sind, bestenfalls zu Drohungen benutzt, damit die Gewerkschaften einen Grund zum Einknicken haben.
Es sind genau diese Gewerkschaften die immer noch einen Mindestlohn von 8,50 fordern und wissen, dass sich da nichts rühren wird, weshalb sich die For- derung als Propaganda gut macht. Ein Mindestlohn in Deutschland müsste heu- te bei 10,50 bis 11,50 Euro liegen, wenn er eine Wirkung auf die Binnenkon- junktur haben soll. Die Binnenkonjunktur ist aber genau das, was weder von Politik noch Kapital überhaupt beachtet wird. Die wollen nur exportieren und es ist ihnen egal wie es den Menschen geht.
Natürlich reagieren die verängstigten Menschen in Deutschland. Sie üben Kon- sumzurückhaltung. Versuchen so schnell es geht Schulden abzubauen und sie bekommen immer weniger Kinder. Dank Familienministerin Köhler/Schröder die sich ja im wesentlichen für die Hatz gegen Muslime zuständig fühlt und die Kinder der armen und arbeitenden Bevölkerung gerne benachteiligt, sind Kinder ja auch das Armutsrisiko Nummer Eins in Deutschland. Ja sie werden geradezu dazu benutzt um ihre Eltern niederzumachen.
Aber auch die Linke schafft es sich am Thema Rentengarantie zu beschädigen. Sie spricht davon, dass Brüderle aus Fachunkenntnis handelt. In welcher Traum- welt mögen die wohl leben. Brüderle weiß genau was er tut, warum er etwas tut und vor allem von wem er was dafür bekommt.
An Brüderles Handeln ist nichts aus Unkenntnis oder Dämlichkeit. Der Mann will bewusst den arbeitenden Menschen schaden. Das ist sein Vergnügen, wahr- scheinlich aber auch seine wichtigste Einnahmequelle.
Allerdings fragt man sich ob Leute wie Brüderle wohl ihren Tell wirklich gelesen haben. Aber jeder Tyrann, jeder Herrman Gessler und jeder Rainer Brüderle, glaubt wohl, dass im auf ewig das Glück hold sein wird.
Die Geschichte allerdings zeigt, dass dem nicht so ist. Ab wann mag wohl Wider- stand zur Pflicht werden und ab wann ist Tyrannenmord Notwehr. Noch mag die Zeit nicht erreicht sein, aber das Wetterleuchten ist längst am gesamten Himmel.
Quelle: Duckhome – Mit freundlicher Genehmigung. Danke, Jochen !













