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Das wichtigste Lebensmittel der Welt: Erdöl

Samstag, 07. August 2010-18:48 -|- Eingestellt von: |

ErdölVon Wahr​heiten​.org | — Erdöl können wir zwar weder essen noch trinken, doch ohne das schwarze Gold bleiben inner­halb kür­zester Zeit nahezu sämt­liche Regele in den Super­märk– ten leer und auch die Tank­stellen bekommen keinen Nachschub.

Wie sich diese Situa­tion anfühlt, war bis Anfang dieser Woche noch in Grie­chen– land zu erleben. Binnen weniger Tage blieb fast das gesamte Wirt­schaftsrad eines Landes stehen und die Men­schen, eben­falls die Urlauber, bekamen den Ernst der Lage zusätz­lich durch die ein­ge­schränkte Mobi­lität zu spüren.

Am 26. Juli 2010 begannen grie­chi­sche Tank-​Spediteure in den Aus­stand zu treten, um gegen die geplante Libe­ra­li­sie­rung ihres Berufs­zweiges zu demons­trieren. Nachdem die Ver­sor­gungs­si­tu­ta­tion im Lande zu zahl­rei­chen Pro­blemen führte, sah sich die grie­chi­sche Regie­rung schluss­end­lich dazu gezwungen, sich gewaltsam durch­zu­setzen und begann mit der Unter­stüt­zung durch das Militär. RP-​Online berich­tete dar­über am 01.08.2010:

Das Chaos scheint vor­erst gebannt: Die grie­chi­sche Regie­rung hat am Samstag mit Hilfe der Streit­kräfte die Sprit­ver­sor­gung für Flug­häfen, Kran­ken­häuser und Kraft­werke wie­der­her­ge­stellt, wäh­rend Tank­wagen der Ölkon­zerne Tank­stellen belieferten.

“Die Kran­ken­häuser sind nun mit Brenn­stoff ver­sorgt”, sagte Regie­rungs­spre­cher Giorgos Peta­lotis der Nach­rich­ten­agentur AP. “Wir werden das Militär über das Wochen­ende ein­setzen, erwarten aber eine Rück­kehr zur Nor­ma­lität mehr oder weniger am Montag.”

Nur ziem­lich genau zwei Jahre ist es her, als die LKW-​Fahrer in Spa­nien, teil– weise auch in Por­tugal und Frank­reich, sich eben­falls in einem großen Aus­stand gegen die damals extrem hohen Sprit­preise zur Wehr setzten. Am 09.06.2008 stand im Tages­spiegel:

Aus Pro­test gegen die hohen Mine­ral­öl­preise sind zehn­tau­sende Last­wa­gen­fahrer in Spa­nien, Frank­reich und Por­tugal in den Streik getreten. Mit ihrem unbe­fris­teten Aus­stand wollen sie die Regie­rungen zu einer Sen­kung der Treib­stoff­steuern und zu Sub­ven­tionen zwingen.

Wie sich das real anfühlte beschrieb der Blog Spanien-​Bilder am 12.06.2008 folgendermaßen:

Vie­ler­orts stehen die Men­schen, dar­unter natür­lich auch viele Tou­risten, vor leeren Regalen. Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse werden ebenso knapp wie Ziga­retten und Sprit. Aber auch viele Restau­rants müssen sich der Markt­lage anpassen, und so werden Karten umge­schrieben und auf das redu­zierte Angebot angepasst.

Betroffen vom LKW-​Streik sind auch die Fähr­ver­bin­dungen, die das spa­ni­sche Fest­land mit den Balearen ver­bindet. Hier sorgte die Ver­knap­pung von Benzin und Diesel dafür, dass längst nicht alle Fähren aus­laufen konnten.

Da auch die Tank­stellen kaum noch Sprit lie­fern können, sorgt nun eine neue Masche für Auf­re­gung, rück­sicht­lose Men­schen beklauen andere Auto­fahrer, in dem sie ihnen ein­fach den Sprit heim­lich abpumpen.

Damals streikten LKW-​Fahrer quer durch alle Bran­chen, nicht nur die Lenker von Tank­last­wagen. Aller­dings ist dieser Unter­schied fast unre­le­vant, denn wenn die Tank­stellen nicht mehr mit Nach­schub ver­sorgt werden, betrifft das mit einer kleinen Ver­zö­ge­rung auch alle anderen LKW-​Transporte.

Daher führte der neu­er­liche Streik in Grie­chen­land auch zum selben Ergebnis. Inner­halb nur weniger Tage waren die Geschäfte und Tank­stellen leer­ge­kauft. Es genügt schon, wenn die Kraft­stoff­ver­sor­gung groß­flä­chig unter­bro­chen wird, weil dadurch man­gels Sprit in kür­zester Zeit über­haupt keine LKW-​Transporte mehr mög­lich sind, gar nicht zu reden vom Individualverkehr.

Für die BRD besteht auf­grund unserer eher “geord­neten Streik­kultur” eine sehr viel gerin­gere Gefahr der­ar­tiger Ver­sor­gungs­eng­pässe. Sol­cherlei Art von Streiks erleben wir sicher­lich nur nach größter vor­he­riger Eska­la­tion irgendwel– cher fehl­ge­schla­genen Ver­hand­lungen von Gewerk­schaften oder viel­leicht bei ange­kün­digten Massenentlassungen.

Jedoch sind Mas­sen­ent­las­sungen im Trans­port­ge­werbe schwer­lich mög­lich, weil die Branche aus vielen Mittel– und unzäh­ligen Klein­be­trieben bzw. Ein­zel­unter– neh­mern besteht. Dazu kommt, dass sich ein ordent­li­cher BRD-​Bürger vor einem sol­chen Streik ver­zwei­felt auf die Suche nach einem Ansprech­partner behörd– licher­seits machen würde, um die Frage zu ergründen:

Darf man das bei uns über­haupt, ein­fach so streiken?

Nun gibt es aller­dings noch andere Aus­löser einer sol­chen Situa­tion, es muss nicht immer ein Streik sein. Dies könnte z.B. durch die plötz­liche Zah­lungs­unfä– hig­keit der BRD geschehen. Hier lautet das Stich­wort Wäh­rungs­re­form. Würde die BRD eine solche durch­führen, wäre damit auch der völ­lige Wert­ver­lust der bis­he­rigen Staats­an­leihen ver­bunden, was wie­derum in nächster Kon­se­quenz dazu führen würde, dass die BRD größte Schwie­rig­keiten bei der Finan­zie­rung von Import­gü­tern bekommen würde.

Diesel bzw. Erdöl sind wich­tige Roh­stoffe, die wir größ­ten­teils ein­führen müs– sen. Viel­leicht sagen Sie jetzt, wir haben doch jede Menge Öl, wel­ches in der Nordsee geför­dert wird, dann schränken wir uns eben ein. Gut, dann schränken wir uns mal eben um 95% im Erd­öl­ver­brauch ein.

Der Gesamt­ver­brauch von Erdöl in der BRD betrug 2009 laut Verivox rund 77 Mil– lionen Tonnen. Davon allein 31 Mil­lionen Tonnen für Die­sel­kraft­stoff. Andere Zahlen spre­chen dagegen von fast 100 Mil­lionen Tonnen Ver­brauch pro Jahr. Dem ent­gegen steht laut Lügi­pedia die fast lächer­liche jähr­liche För­der­menge im Inland von weniger als 3 Mil­lionen Tonnen. Mit ein biss­chen Ein­schränken wird dieses Pro­blem wahr­schein­lich nicht zu lösen sein.

Ein anderes Sze­nario ist eine Eska­la­tion der Situa­tion an der Straße von Hor– muz. Sollten die USA und Israel es schaffen, den Iran weiter zu reizen – bzw. umge­kehrt – dann würde der Iran diese Mee­resenge blo­ckieren und damit rund 25% der welt­weiten Ölpro­duk­tion, die vom Iran, dem Irak, Saudi-​Arabien, Kuwait und den Ver­ei­nigten Ara­bi­schen Emi­raten in alle Welt expor­tiert wird, zum erliegen bringen. Mit ent­spre­chend kata­stro­phalen Folgen.

Dabei ist noch nicht einmal ein Krieg mit dem Iran not­wendig, obwohl eine der– artige Blo­ckade den USA sicher­lich als Aus­löser einer mili­tä­ri­schen Inva­sion genügen würde. Der Ölpreis würde in schwin­del­er­re­gende Höhen steigen und ähnliche Folgen haben wie ein großer Streik. Und dies fast weltweit.

Bei der Strom­ver­sor­gung ist durch Ölmangel mit kaum einer Ein­schrän­kung zu rechnen, denn nur rund 2% der elek­tri­schen Energie werden in der BRD mit Ölkraft­werken erzeugt.

Wie gefähr­lich ansonsten der plötz­liche Ver­lust von Erdöl als Treib­stoff nicht nur für die Wirt­schaft, son­dern direkt für das Über­leben der Bevöl­ke­rung ist, wird jedem sofort klar, wenn er sowohl im Super­markt vor leeren Regalen als auch vor leeren Zapf­säulen an den Tank­stellen steht. Denn wo soll er dann sein Essen her­be­kommen? Ein­fach woan­ders hin­fahren funk­tio­niert näm­lich eben­falls nicht mehr – man­gels Benzin oder wegen unbe­zahl­baren Preisen.

Zwar besitzt die BRD seit der Ölkrise in den Sieb­zi­gern Vor­räte an Erdöl, aber nur für ca. drei Monate, wie der Tages­spiegel am 05.02.2010 aufführte:

Dar­über­hinaus gibt es eine „stra­te­gi­sche Erd­öl­re­serve“, die 90 Tage weit rei­chen muss. Dafür hat der Bund den Erd­öl­be­vorra– tungs­ver­band gegründet, dessen Toch­ter­firma Nord-​West-​Kaver– nen­ge­sell­schaft Rohöl in Salz­stö­cken lagert. Für die Vor­räte von Moto­ren­benzin, Die­sel­kraft­stoff, Heizöl oder Flug­tur­bi­nen­kraft– stoff schließt der Ver­band Ver­träge über Tank­ka­pa­zi­täten mit der Mine­ral­öl­wirt­schaft ab. Das Erd­öl­be­vor­ra­tungs­ge­setz stammt aus dem Jahr 1978 als Reak­tion auf die Ölkrise.

Auch Nah­rungs­mittel hat unsere Regie­rung für den Not­fall gela­gert, doch auch hier sind die Vor­räte nur von begrenzter Menge und zudem stellt sich eben zusätz­lich die Frage nach den Ver­tei­lungs­mög­lich­keiten, wenn der Treib­stoff knapp wird.

Es liegt daher nahe, sich grund­sätz­lich einen Lebens­mit­tel­vorrat mit der Reich– weite von einigen Wochen in den Keller zu legen und diesen im Rota­ti­ons­prinzip ständig auf­zu­brau­chen und zu erneuern. Dabei beschränkt sich der Auf­wand auf eine geringe Ein­mal­in­ves­ti­tion, denn Lebens­mittel sind bei uns heute noch spott­billig. Da gerade der Preis für Weizen und andere Lebens­mittel am Roh– stoff­markt rapide ansteigt, sollten Sie besser jetzt noch zuschlagen, bevor die End­ver­brau­cher­preise erhöht werden.

Eben­falls macht es Sinn, zumin­dest für die Auto­fahrer, sich ein paar Kanister mit Benzin oder Diesel ein­zu­la­gern. Zu emp­fehlen sind Kanister aus lackiertem Metall, denn damit ist eine geruch­lose und lang­fris­tige Lage­rung von Benzin und Diesel mög­lich, bis zu ca. 10 Jahren. Echte Inves­toren lagern ihr Öl übri­gens sicher unter der Erde und holen es erst bei Bedarf nach oben.

Sicher­lich, zusammen sind das zwar einige wenige hun­dert Euro, aber zum einen müssen Sie sich ja nicht alles auf einen Schlag zulegen, son­dern ver­teilt über wenige Wochen, und zum anderen werden sowohl Nah­rung­mittel als auch Sprit nahezu unbe­zahlbar und v.a. nicht ver­fügbar sein im Falle eines Falles. Was nützen Ihnen dann noch die ein­ge­sparten Euros?

Wer nicht weiß, wo er anfangen soll mit der Bevor­ra­tung, holt sich erst einmal unver­bind­li­chen Rat bei Leuten, die sich aus­kennen und z.B. eine Art Check­liste für alles Mög­liche zusam­men­ge­stellt haben. Ob diese Per­fek­tion und ein so umfang­rei­cher Auf­wand nötig sind, ent­scheidet schluss­end­lich jeder für sich selbst.

Für die Opti­misten: Auch wenn all das für Sie völlig undenkbar erscheint und Sie sowieso nicht betrifft, Sie dann schon “irgendwie damit klar­kommen” werden, denken Sie trotzdem an Ihre Familie und die Mög­lich­keit, anderen unmit­tel­baren Ange­hö­rigen aus­zu­helfen, die gänz­lich unvor­be­reitet dastehen. Das wird – sollte es geschehen – die große Mehr­heit sein. Lieber einmal zuviel vorgesorgt.

Wer sich die jüngste Situa­tion in Grie­chen­land betrachtet und sich Spa­nien 2008 in Erin­ne­rung ruft, dem dürfte die Ent­schei­dung nicht schwer fallen, wenigs­tens das Nötigste zu bevor­raten. Außerdem, der nächste Winter kommt bestimmt und wer weiß, viel­leicht irrt sich die Kli­ma­sekte und es wird wieder richtig kalt. Ein­ge­schneit und ohne Strom möchten Sie doch nicht frieren und hun­gern, oder?

Quelle: Wahr​heiten​.org – Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung. Dankeschön !

Bild: Von quie­scent rota­tion via Flickr Bestimmte Rechte vorbehalten

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gelesen: 434 · heute: 2 · zuletzt: 16. Mai 2012

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