SPD: Renten”kompromiß”
Freitag, 20. August 2010-12:08 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Klaus Wallmann sen. | RandZone-Online | — Nachdem die Jusos von der SPD eine klare Abkehr von der “Rente mit 67″ gefordert haben, die nur dann in Frage käme, wenn diese nicht mehr nur auf eine faktische Kürzung der Rente hinausliefe, nähern sich laut heutigem “Tagesspiegel” nun die Spitzen-Sozialdemokraten einem gemeinsamen “Kompromiß”.
Danach soll die “Rente mit 67″ solange ausgesetzt werden, bis mehr als die Hälfte der Altersgruppe der 60– bis 64jährigen in einem sozialversicherungs– pflichtigen Arbeitsverhältnis steht. Wenn diese Voraussetzung im Jahre 2015 gegeben ist, dann könne eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters bis 2029 vorgenommen werden.
Wie ihre (angeblich) politische Gegnerin von der Leyen, reden auch Steinmeier, Gabriel und Nahles nur über die 60– bis 64jährigen, obwohl ja auch sie sukzes– sive immer mehr 65– und 66jährige arbeiten lassen wollen.
Wie die bürgerlichen Politiker des (angeblich) gegnerischen politischen Lagers vermeiden auch die Herren und Damen Sozialdemokraten jeden Hinweis auf die gestiegene und weiter steigende Arbeitsproduktivität und den damit geschaffe– nen gesellschaftlichen Reichtum, der sogar ausreichen würde, das Rentenein– trittsalter bei gleichzeitig ausreichender Rente zu senken.
Das wäre allerdings nur auf Kosten der Profite möglich, und da sei Gott vor. Also redet man besser nicht darüber, weder bei von der Leyen und Konsorten, noch bei Nahles und “Genossen”.
Wie die “Sozialdemokratie” auf die Idee kommt, daß bereits 2015 alles wieder in Butter sein könnte, und man dann die generell volksfeindliche Erhöhung des Renteneintrittsalters ungehemmt fortsetzen darf, das muß der neue Insolvenz– verwalter der SPD mir bei Gelegenheit mal erklären.
Wobei das alleinige Kriterium, der Arbeitsplatz des 64jährigen müsse “sozialver– sicherungspflichtig” sein, wohl schon ein Indiz für die geplante Volksverdum– mung ist. Denn “sozialversicherungspflichtig” beschäftigt sind z.B. derzeit auch die sogenannten “Aufstocker”, weil der Lohn für ihre “sozialversicherungspflich– tige” Arbeit eben hinten und vorne nicht reicht.
Ursache dafür — und das sollten wir nie vergessen — ist die Agenda-Politik eben dieser “Sozialdemokraten”, mit der dem Niedriglohnsektor und dem Lohndum– ping Tür und Tor geöffnet wurde. Und solange diese Politik nicht konsequent beendet wird, läuft sie auch bei der SPD immer auf eine faktische Kürzung der Löhne und also auch der Rente hinaus.
Ob die Jusos in diesem vermeintlichen Kompromiß, der die (angeblich) wider– streitenden Ansichten der Genossen Frank-Walter und Sigmar zusammenbrin– gen soll, bereits die Erfüllung ihrer Forderung sehen? Ich hoffe nicht. Da die SPD-Spitzen (angeblich) das Thema auch von der Basis diskutieren lassen wol– len, sollten die Jusos dieses nutzen, um auf den von ihnen angekündigten Mit– gliederentscheid hinzuarbeiten.
Wobei die ebenfalls angekündigten Proteste nicht schaden können, denn schon jetzt ist deutlich zu erkennen, daß auch die Monopolpartei, die sich SPD nennt, sich nicht von der “Rente mit 67″ abzuwenden gedenkt.
Quelle: RandZone-Online
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Kategorie » Arbeit/Gewerkschaft, Parteien u. Politiker, Renten/Riesterrente « | Tags » Jusos, Rente, Rente mit 67, Renteneintrittsalter, Sozialdemokratie, SPD «
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