Der Staat und die Lobby mit der gespaltenen Zunge
Montag, 13. September 2010-11:02 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin | Palästina Portal | — Da sitzen also ein Präsident ohne Mandat und ein Premier mit Mandat einer rassistisch fa– schistischen Regierung. Hatte nicht das religiös und spiritistische Oberhaupt der Schas Partei Rabbi Ovadia Jacob den Palästinensern die Pest und den Tod an den Hals gewünscht?
„Mögen alle Palästinenser von unserer Welt verschwinden; möge sie die Pest befallen“, betete er in einem öffentlichen Gebet. Hatte nicht Schas Innenminis– ter und Netanyahus Vize Eli Jishai die so genannten Friedensgespräche verur– teilt und zu den Äußerungen von Rabbi Ovadia Josef geschwiegen? Auch bei uns wird vornehm geschwiegen über eine „spezielle“ israelische Regierung. Nein, ganz im Gegenteil, man will uns diese israelische Regierung als gleichwertigen Partner eines demokratischen Staates verkaufen.
Was haben ein jüdischer Schas Rabbi und ein gewisser Prof. W. Stegemann, evangelisch lutherischer Theologe und Spezialist für das Neue Testament gemeinsam: Das Fehlen jeglicher Empathie für Besetzte, leidende Unterdrückte und Toleranz für Muslime. Besagter Stegemann schrieb nämlich an Gabi Weber, die nach 10 Jahren das erste Mal unter schwierigsten Umständen nach Gaza einreisen durfte, um die Familie ihres Mannes wieder zu treffen und den Kindern zu ermöglichen ihre Großeltern zu sehen.
Das alles nicht zu vergessen im besetzten Gaza. Gabi Weber war so blauäugig und nichts Böses dabei denkend, besagten Stegemann in ihrem Verteiler zu haben. Dafür bekam sie die Quittung – eine menschenverachtende Antwort, eiskalt, beleidigend und ohne jedes Mitgefühl, das in dem Satz gipfelte: „Klar, Sie sind mit einem Palästinenser verheiratet – doch ändert dies moralische Werte (jedenfalls westliche Werte. Was es sonst an Werten gibt, interessiert mich nicht wirklich, denn ich bin ein überzeugter „Westler“)? Ich denke, es ist an der Zeit, dass sich Leser dieses Pamphletes eines Theologieprofessors aus Bayern, sollten sie der evangelisch lutherischen Kirche angehören, etwas unternehmen.
Da gibt es noch einen jüdischen Professor in Frankfurt nämlich Micha Brumlik , den Gabi Weber auch mal in ihrem Verteiler hatte und der schon mal eine Sitzung der so diffamierten Jüdischen Stimme besuchte (vielleicht undercover für wen auch immer). In der TAZ vom 31.08.2010 schreibt er intellektuell unterlegt mit rabbinischen Sprüchen und garniert mit Aussagen von anderen Professoren und versucht – endlich kommt sein Schweinepfötchen ganz raus – die EJJP (European Jews for a Just Peace) und verunglimpft deren deutschen Ableger Jüdische Stimme auf das übelste, um sie damit pseudo-intellektuell (Broder-like) in den Schmutz zu ziehen.
Kostprobe: „Indem sich viele, gewiss nicht alle Mitglieder der EJJP den Luxus leisten, den eliminatorischen Antisemiten hoffähig zu reden.“ Oder: „Ein ande– res Motiv könnte darin bestehen, dass mit der Aktion der israelischen Regierung bedeutet werden soll, dass Juden in der Diaspora die Belange des israelischen Staates und seiner Bevölkerung besser wahrnehmen, als das die gewählten israelischen Regierungen vermögen.“ Zitat Ende.
Dem ist nur hinzuzufügen: Erfreulich ist, dass es eine Gruppe von Juden in Europa gibt, die sich weigert einen Besatzungsstaat in ihrem Namen sprechen zu lassen und mit menschlicher Größe den Blockierten in Gaza helfen möchte. Dieser „Lobby“ Professor aus Frankfurt bestreitet, dass eine „unmittelbare humanitäre Not“ besteht. Nicht die Gruppe, also die EJJP, hält das Judentum für eine universalistische Moralgemeinschaft, sondern beweist nur ein „jüdisches Menschlichsein“, das der Staat Israel gegenüber den Palästinensern nicht kennt.
Aber Brumlik, der Professor aus Frankfurt, hat sich die Moral oder „Unmoral“ der „jüdischen Lobby“ zu eigen gemacht. So schreibt er in seiner TAZ Kolumne vom 31. August 2010 Halb-Wahr-Unwahrheiten über die Hamas und verbindet diese mit seinen Schmähungen gegen die Jüdische Stimme (EJJP).
Die Hamas würde heute übrigens, Israel sehr wohl anerkennen, aber nur in den Grenzen von 1967! Einen oder einen wirklich demokratischen Staat Israel für alle ethnischen und religiösen Gruppen als gleichberechtigte Bürger – keinen explizit jüdischen Apartheidstaat, denn mit solchen Forderungen werden so genannte Friedens– verhandlungen immer im Nirwana enden.
Ich muss Prof. Brumlik widersprechen, mir sind keine Israelis = Soldaten mit „Beißhemmung“ bekannt. Sie werden immer wieder „reagieren“, egal welches Schiff kommen wird. Wahrscheinlich diesmal nach diesen 9 Morden nur etwas „ausgeklügelter“. Brumlik hatte (leider erfolgreich) durch Intervention 2003 „Bücherzensur“ — im Zusammenhang mit Ted Honderichs Buch „Nach dem Terror“ in Deutschland — praktiziert und diesen als Antisemiten bezeichnet. Danach „durfte“ das Buch nur noch in „gekürzter“ Form neu verlegt werden. Das ist die „feinsinnige“ intellektuelle Vorgehensweise vom „Lobby-Professor“ „ohne Beißhemmung“!
Wird nicht heute und immer wieder verstärkt Möllemann als Antisemit bezeich– net, nur weil er Scharon und Friedman (zu Recht) als Repräsentanten und Vertreter der israelischen Unrechtspolitik bezeichnete und kritisierte. Sicherlich war Möllemann ein Populist, der – wie in der Politik üblich – Kapital aus seinen Thesen schlagen wollte. Aber hier wird wieder ganz bewusst Antisemitismus mit Antizionismus und Israel-Kritik verwechselt. Auch am „Fall“ Sarrazin kann man gut feststellen, wie unsere Medien und Politik funktionieren.
Solange er, Sarrazin, die Muslime kritisierte und sich am Prekariat „abarbeitete“, tolerierte man seine „Meinungsäußerungen“. Auch seine abstrusen Äußerungen über „ostjüdische Zuwanderer“, die über eine doppelt so hohe Intelligenz ver– fügten als arabische oder türkische Migranten, fielen nicht auf, weil Philosemitis– mus gern gesehen wird und dabei „hoffähig“ ist.
Als er sich aber an den „jüdischen Genen“ versuchte, war die Aufregung groß. Da meldeten sich die Spezialisten vom Zentralrat der Juden, insbesondere Stephan Kramer (konvertiert, also „ohne jüdische Gene“) zusammen mit Dieter Graumann, um Sarrazin in die Schranken zu weisen.
Kennt nicht die Halacha zwei Definitionen des „Jude-Seins“, entweder die jüdi– sche Mutter oder die Konversion? Diese genetische und konfessionelle Auffas– sung stehen im Judentum nebeneinander. Vor Jahren hatte mir ein befreun– deter amerikanisch-jüdischer Professor geschrieben, dass man an Frau Knob– loch sehen kann, wie es mit der Überhöhung der „jüdischen Intelligenz“ steht, als Beispiel für Falschbehauptungen“!
Der eigentliche Skandal sind unsere Medien und die Politik, die so einen Demagogen erst das Podium bieten.
Eine Talk-Show reiht sich an die andere — ausgewogen in ARD und ZDF — mit Koryphäen wie Michel Friedman Spezialist für Zwangsprostituierte („Paolo Pinkel“), ehemaliger Vize des Zentralrats der Juden (und laut H. M. Broder Riesenarschloch — Bildzeitung) als Sarrazin– und Rassismuskritiker.
Und H.M. Broder (gerichtlich bestätigter Pornoverfasser mit seiner Fäkalsprache) als Sarrazin „Versteher“ mit gespaltener Zunge, da er für sich und seine „Freun– de im Geiste“ auf freie Meinungsäußerung pocht – aber wenn es um Israel-Kritik geht, diese nicht mehr gelten lassen will und jeden und alles als Antisemiten und gleichsetzend Antizionisten beschimpft um damit alle Kritiker zu diffamieren, schmähen und einzuschüchtern. Dies macht es denen schwer mit dieser Kon– frontation zu leben. Das ist die uns bekannte Einschüchterungstaktik.
Broder und Friedman sind natürlich als Vertreter der „jüdischen Komponente“ geschätzt, um die Vielfältigkeit der „jüdischen Gene“ darzulegen. Unterstützung erhält Sarrazin auch außer von Broder, Köppel (Weltwoche) und Kelek von einem Verein messianischen Glaubens in Israel und von der FPÖ mit dem Spruch „Sarrazin statt Muezzin“. So werden die Verkaufszahlen dieses Buches geför– dert!
Schuld sind auch die unsäglichen Verquickungen der Politik und der Wirtschaft. Warum gibt sich die Bundespressekonferenz dafür her, Sarrazin und Kelek die– ses Forum zu bieten? Reichte es nicht, dass Broders Buch „"Hurra wir kapitulie– ren" von der Bundeszentrale für politische Bildung gekauft und verschenkt wurde? Das ist Verschwendung von öffentlichen Geldern und dient sicher nicht der Förderung von Toleranz und Integration. Ich empfehle stattdessen die Ver– teilung des Korans und des Talmud.
Nach der Lektüre dieser Bücher – werden sie denn wirklich gelesen und nicht nur zitiert – kann man sicher sehen, wie es insgesamt um die „so genannte“ Toleranz bestellt ist. Falschaussagen und Extremisten gibt es in allen Religionen, keineswegs explizit im Koran! Nicht nur, dass die SPD keinen besseren Finanzsenator unter ihren Mitgliedern fand – nein, sie empfahl diesen „Hartz IV“ Spezialisten auch noch an die Bundesbank! Gerade Herr Gabriel und andere SPD Oberen sollten den Mund also nicht ganz so voll nehmen. Wer hat denn große Mitschuld an diesem Desaster?
Das führt mich gleich weiter zu Wolfgang Thierse, dem „SPD Beamten“, der leider die Chance, die er anlässlich seines an sich zu begrüßenden Besuches bei Firas Maraghy in Berlin verpasste. Dieser bedauernswerte Palästinenser, der sich seit dem 26.07.2010 im Hungerstreik befindet (diesen am 4.9.2010 been– dete) und vor der israelischen Botschaft saß , musste sich dann aber auf Druck der Botschaft weiter weg entfernen (wegen der „Würde“).
Thierse meinte nun nach dem Besuch und einem Treffen in der israelischen Bot– schaft, dass es Regeln gäbe und dass er den Nahostkonflikt nicht lösen könnte. Damit akzeptierte er unwidersprochen die israelische ethnische Säuberung Jerusalems. Ruprecht Polenz der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Bundestages, hat sich bereit erklärt, auf Wunsch von Firas Maraghy, zusammen mit der Familie Maraghy nach Jerusalem zu reisen, um mit hohen Beamten des israelischen Innenministeriums zusammentreffen, damit letztere Firas Maraghy endlich die ihm zustehende Registrierung und Papiere für Frau und Tochter aus– stellen werden.
Es ist zu hoffen, dass diesen Zusagen zu trauen ist, d.h. durch die Vermittlung von Polenz Familie Maraghy auch wirklich die Papiere bekommt und nicht nur vage „sein Problem“ gelöst wird nach diesen körperlichen Leiden des Hunger– streiks. Dieser Hungerstreik hat also als Einzelfall und mit seiner Beharrlichkeit und Unterstützung Erfolg gebracht ohne Einsicht oder menschliche Regung der israelischen Seite, die für Maraghy nur verachtende „Worte“ wie „ideologischer Kämpfer“ fand.
Die Politik der ethnischen Säuberung und des Landraubs wird nicht geändert. Palästinenser sind in Jerusalem eben nur „Einwohner“ im Gegensatz zu „jüdi– schen Israelis, die „Bürger“ Jerusalems sind. Daher ist auch Israel als „jüdischer Staat“ für jeden palästinensischen „Mitbürger“ inakzeptabel. Diese unerträg– liche Bezeichnung Israel als „Jüdischer Staat“ wird auch von den USA und Kan– zlerin Merkel benutzt.
Das sind die „Feinheiten“, die den Palästinensern einen Friedensvertrag und Palästinenserstaat unter vielen anderen unannehmbaren Bedingungen zur Farce werden lassen. Wer glaubt denn noch an das Gebetsmühlen artig wieder– holten Mantra des Palästinenserstaates? Ganz im Gegenteil: Palästinenser wer– den täglich von ihrem Grund und Boden vertrieben, enteignet und wegen „an– geblich“ gesuchter und gefundener Vergehen verurteilt.
Die 600 Israelis, die eine Kampagne des zivilen Ungehorsams unterzeichneten, stehen mit einem Bein im Gefängnis. Sie wurden von Roni Hammermann inspi– riert, indem sie unerlaubt Palästinenser/rinnen aus dem besetzten Westjordan– land in das „freie“ Israel zu einem Tagesausflug brachten.
Sie wollten das unmoralische Gesetz überwinden, das den Juden das Recht gibt, sich frei zu bewegen, während die Palästinenser in ihren Städten und Dörfern gefangen gehalten werden. Die Berichterstattung in den israelischen Medien war weithin feindselig. Umso größer meine Hochachtung für diese Frau– en, die in Haaretz ein Inserat veröffentlichten „Wir weigern uns zu gehorchen“.
Gerade kurz nach dem Al Quds Tag (Jerusalem Tag) — für die Palästinenser/in– nen ein wichtiges Datum — muss man immer wieder an die Unterdrückung ge– genüber dem palästinensischen Volk erinnern. Die meisten von ihnen können schon seit mindestens 10 Jahren die Al-Aqusa Moschee oder andere Stätten und ihre Verwandten und Bekannten nicht mehr besuchen. Jerusalem muss wieder eine ungeteilte Stadt werden: frei zugänglich für alle Menschen, ohne Mauer, ohne israelische Besatzung, ohne Willkür, Check Points und ohne Pas– sierscheine.
Stattdessen die traurige Wirklichkeit: Die Palästinenser/innen werden nächste Woche wieder und noch mehr eingesperrt als schon normal. Denn wenn Israel das Jüdische Neujahr feiert und zur Versöhnung fastet (Versöhnung natürlich nur mit den eigenen Unrechtstaten) „dürfen“ die Palästinenser „natürlich fas– ten“ in Gaza oder überall im besetzten Land, mit Wasserentzug und kleinsten Rationen leben.
Die Grausamkeiten setzen sich fort. Heidelberger Cement macht mit seiner Tochter Firma Hanson im Westjordanland für Israel die völkerrechtswidrige Drecksarbeit, indem die Ausbeutung und Wegnahme von Rohstoffen für den Häuser– und Siedlungsbau ausgeführt wird. Wo bleibt der Protest der deut– schen Regierung gegen diese Aktivitäten auf besetztem Land?
Proteste gibt es nur, gegen engagierte Menschen, wie Walter Herrmann (den ich sehr schätze und unterstütze), eine Hexenjagd und Jagdkampagne mit dem Ziel, ihn und seine „Kölner Klagemauer“ zu vernichten. Gerade an dieser Klage– mauer sieht man die Wichtigkeit der Aufklärung, die durch gewisse Personen und Medien bewußt manipuliert und verfälscht wird. Im September soll nun mit einem sogenannten „Runden-Tisch“, „reiner Tisch“ in Köln gemacht werden. Das läßt nichts gutes ahnen, wenn man weiß, wer die Initiatoren dieses „Tribunals“ sind.
Auch ein EU-Kommissar, wie jetzt der belgische Karel De Gucht wird massiv angegriffen, wen er richtige Äußerungen macht, wie: Es sei nicht einfach, selbst mit gemäßigten Juden eine rationale Diskussion über die aktuellen Vorgänge im Nahen Osten zu führen. Zudem übten die jüdischen Interessenvertretungen (AIPAC) in Washington einen immensen Einfluss aus. Es sei die best organisier– te Lobby dort. Deren Einfluss auf den amerikanischen Kongress dürfe nicht unterschätzt werden. Zitat Ende. Diesen Sätzen kann ich nur 100prozentig zustimmen.
Sofort distanzierte sich die EU-Komission von „seinen persönlichen Kommen– taren“. Der Jüdisch-Europäische Kongress reagierte bestürzt auf den „empörenden Antisemistismus“. Sie verglichen Sarrazins „Gen-Bemerkungen“ mit de Guchts Kommentaren – also Äpfel mit Birnen, da es sich bei dem einen um Fakten zu Tatsachen der Politik und beim Anderen um wirre Thesen eines „geschäftstüchtigen rassistischen Bankers“ handelt. Ich vermisse die Proteste gegen Äußerungen israelischer Politiker, die um vieles gefährlicher und schlim– mer sind
Apropos Banker – kommen wir noch zur UBS, Sie wissen doch die Schweizer Bank, die ihre Kunden an den Staat = Finanzamt verrät, Goldschätze gebunkert hat, es verweigert Spendengelder nach Palästina über Palästinensische Hilfsorganisationen weiterzuleiten. Die UBS will keine Geschäfte mehr mit den Palästinensergebieten und der Not leidenden Bevölkerung machen und weigert sich diese Transaktionen auszuführen.
Überweisungen an jüdische Organisationen, auch mit militärischem Hintergrund, können aber weiterhin ausgeführt werden. Kunden aus dem arabischen Raum werden sicher über eine weitere Zusammenarbeit mit der Großbank nachdenken müssen. Ich hoffe, dass auch andere Kunden, die Solidarität mit dem palästinensischen Volk beweisen wollen, sich diese Gedanken machen werden.
Fazit: Der „so genannte Friedensprozess“ wird dort fortgeführt, wo er begann – im Medienrummel und in der „Hollywood“ Inszenierung, also als große Fake Show. Wann wird sich die EU endlich aufraffen Israel für die verursachten Schäden in Palästina, also im besetzten Gebiet zur Verantwortung zu ziehen? Ein Land, das bevorzugten Partnerstatuts in der EU besitzt, scheinheilig „mit ausgestreckter Hand“ behandelt. (Ist es nicht eher die nehmende?). Zur selben Zeit werden aber systematisch europäische Projekte — also von uns bezahlt – zerstört?
Nichts und niemand entgeht der kollektiven Bestrafung der israelischen Militär– operationen. Als Dank das Assoziationsabkommen mit Israel! Als Belohnung für Missachtung des Völkerrechts und Aussprüchen und Taten von Rabbinern, Politikern und Dichtern: hier ein paar Kostproben: Golda Meir: „Wir werden den Palästinensern nie verzeihen, dass sie uns zwingen ihre Kinder zu töten“.
Oder Matan Vilnai, ehemaliger „Kriegs-Vize“: „Wir werden über sie, die Paläs– tinenser, eine Shoah bringen.“ Oder: Der Dichter David-Ben-Nachum 1950 in einem Gedicht: „In diesem Kampf darf es weder Erbarmen noch Zweifel geben.“ Aus diesem Grund zweifelt man auch nicht beim Ausüben von gezielten Morden, Kriegführen, Besetzung, Folterung und Unterdrückung: Ganz ohne Selbstzwei– fel, Zionismus ist unzweifelhaft Rassismus!
Der Niedergang für die Palästinenser wird rasant weitergehen unter Mithilfe eines unter USA Lohn und Israel Brot stehenden Palästinensischen Präsidenten ohne Mandat, aber mit Hofschranzen und Familie, die gut mit und von der Be– satzung leben. Wurden sie nicht nur unter Drohung der USA an den Verhand– lungstisch gezwungen? Das heißt, sonst würde der Geldhahn zugedreht, und die Gehaltszahlungen fallen aus. Tja, wenn man auf Finanzhilfe von 1,4 Milliar– den Dollar allein in diesem Jahr angewiesen ist!
Hatte nicht Obama in einem direkten Brief an Abbas gedroht, eine Verweigerung direkter Verhandlungen werde Konsequenzen haben. Sogar als Abbas drohte, sollte nach dem 26. September nach Ende des Moratoriums wieder gebaut werden, würde er die Verhandlungen abbrechen, wurde er von Außenministerin Clinton in die Schranken gewiesen. Leidtragende sind wie immer das gesamte palästinensische Volk, vertreten durch Vertreter ohne Mandat. Ausgeschlossen wurde die Hamas und damit die 1,5 Millionen Gefangenen des Freiluftgefängnis– ses Gaza, die den Fehler begangen hatten demokratisch zu wählen, nämlich die „Falschen“.
Dafür müssen sie nun elend büßen. Auf der anderen Seite ein Bibi Netanjahu, medienträchtig, der endlich einen Friedenspartner hat, mit dem er einen historischen Kompromiss abschließen will. Einen Vorgeschmack gab er schon, Nichts geben für einen Kompromiss, weiterbauen und mit gespaltener Zunge sprechen. Hatte nicht der Sprecher des ehemaligen Präsidenten Clinton, Joe Lockhart, Netanjahu während seiner ersten Amtszeit zwischen 1996 – 1999 als „Lügner und Betrüger“ bezeichnet?
Nach Konflikten mit Clinton und später mit Obama, als er unter enormem Druck stand und nicht mehr willkommen war in Washington, hat er wieder sein altes Spiel aufgenommen, Abbas und Obama zu umschmeicheln, lächelnd in die Kameras zu blicken, Konflikte zu vermeiden, Entscheidungen zu umgehen, Zeit zu gewinnen und ideologische Starrheit mit einem geschmeidigen Opportunis– mus zu überdecken.
Dazu als Garnierung Ägypten, Jordanien und das Nahost Quartett unter der „Führung“ des (un)ehrlichen Maklers USA. Das lässt nichts Gutes erahnen.
Ich schließe mit Erich Fried:
Wer herrscht hier?
frage ich
Sie fragen:
Das Volk natürlich
Ich sagte:
Natürlich das Volk
Aber wer herrscht wirklich?
© Evelyn Hecht-Galinski — 7.9.2010
Quelle: Palästina Portal – Mit freundlicher Genehmigung. Besten Dank !
Bild: Collage © Erhard Arendt
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Kategorie » Gesellschaft/Soziales, International, Politik/Wirtschaft « | Tags » Gaza, Gesellschaft, Israel, Palästina, Rassismus, Religion «
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