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Analyse: Die tatsächlichen (!) Arbeitsmarktzahlen Mai 2011

Dienstag, 31. Mai 2011-14:00 -|- Eingestellt von: |

Liebe Leser,

hier nun wieder die regel­mä­ßige Ana­lyse von Sybilla. Die Ver­sion der Bun­des­agentur gibt es als sepa­raten Bei­trag.

Deutsch­land: Arbeits­markt Mai 2011:

Die Zahlen für Mai 2011

BA Bericht Mai 2011 Seite 52

Zahl der regis­trierten Arbeits­losen 2.960.112 Personen

zusätz­lich waren 1.272.059 Per­sonen in arbeits­markt­po­li­ti­schen Instru­menten beschäf­tigt (BA – Bericht Mai 2011 Seite 84 Fuß­note 3

Es ist von einer Unter­er­fas­sung aus­zu­gehen, so haben bun­des­weit für 2010, Daten– stand März 2011, nur ca. 68 % der Träger Daten zum Ein­satz der komm. Ein­gliede– rungs­leis­tungen (flan­kie­rende Leis­tungen) erfasst)

Unter­be­schäf­ti­gung Mai 2011: (4.178.614 ) Per­sonen Unter­be­schäf­ti­gungs­quote 9,8 %

7.255.830 Leis­tungs­emp­fänger (Rechts­kreis SGB II /​SGB III):

dar­unter:

Arbeits­lo­sen­geld 775.320 Per­sonen – Ten­denz sinkend

erwerbs­fä­hige Hil­fe­be­dürf­tige (ALG II) 4.725.140 Per­sonen – Ten­denz gleich bleibend

nicht erwerbs­fä­hige Hil­fe­be­dürf­tige (Sozi­al­geld) 1.755.370 Per­sonen — Ten­denz gleich bleibend

( nicht berück­sich­tigt sind Leis­tungs­emp­fänger von Wohn­geld, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rung im Alter, Sozi­al­hilfe SGB XII…)

(BA Bericht Mai 2011 Seite 20)

Außer den Leis­tungs­emp­fän­gern gab es im Dezember noch 342.000 Arbeits­lose, die im Berichts­monat keine Geld­leis­tungen aus der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Grund­si­che­rung bezogen. Von allen Arbeits­losen erhielten 89 Pro­zent Leistungen

Im Dezember 2010 bezogen 2.828.000 Per­sonen oder 51 Pro­zent Leis­tungen, ohne arbeitslos zu sein.

470.000 gemel­dete Stellen, … In sai­son­be­rei­nigter Betrach­tung haben die Stel­lenmel– dungen gegen­über dem Vor­monat erneut abge­nommen, und zwar um 8.000… Nach Wirt­schafts­zweigen dif­fe­ren­ziert beruht das Plus in der glei­tenden Jah­res­summe zu mehr als der Hälfte auf Mel­dungen aus der Arbeit­neh­mer­über­las­sung (+254.000 oder +50 Pro­zent). (BA Bericht Mai 2011 Seite 10/​11)

Der Erfolg am Arbeits­markt fußt auf pre­kärer Beschäf­ti­gung dar­unter über 7 Mil­lionen Mini­jobs und rund 1 Mil­lionen Per­sonen die in Zeit­ar­beit beschäf­tigt sind.

Jubelnd-​jaulende Hof­hunde: Daß heute der größte Teil der Mas­sen­me­dien seine Auf– gabe darin sieht, sozu­sagen als Dauer-​Ambulanz zur Lebens­ret­tung der Regie­rung im 24-​Stunden-​Einsatz 365 Tage im Jahr tätig zu sein, dar­über gibt es keinen Zweifel.… Auf dem Wege der Selbst­gleich­schal­tung, der intel­lek­tu­ellen Selbst­ent­man­nung, hat man auf das Recht der Kritik ver­zichtet und hat sich in den Chor weit­ge­hend jubelnd-​jaulender Hof­hunde eingereiht …

Ist das ein Zitat von Karl Marx, Gregor Gysi oder von Sarah Wagenknecht?

Weit gefehlt, das Zitat stammt von keinen gerin­geren als Franz Josef Strauß.

BA Bericht Mai 2011 Seite 23

Im Januar 2011 bezogen mit 1,35 Mio knapp 29 Pro­zent der erwerbs­fä­higen Leistungsbe-​rechtigten in der Grund­si­che­rung Ein­kommen aus Erwerbstätigkeit.

Bedarfe /​Leis­tungen /​Ein­kommen — sta​tistik​.arbeits​agentur​.de

Die Bevöl­ke­rungs­gruppe 0 – 65 Jahre

2005 waren 66.567.900Per­sonen zwi­schen 0 und 65 Jahre alt.

0 – 15 Jahre 11.649.800 Per­sonen 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen

2009 waren 64.900.400 Per­sonen zwi­schen 0 und 65 Jahre alt.

0 – 15 Jahre 11.022.600 Per­sonen 15 – 65 Jahre 53.877.800

Die Zahl der Per­sonen zwi­schen 0 und 15 Jahren (Recht­kreis SGB II/​SGBIII)

ver­rin­gerte sich zwi­schen 2005 und 2009 um 627.200 Personen.

Die Zahl der Per­sonen zwi­schen 15 und 65 Jahren (Recht­kreis SGB II/​SGBIII)

ver­rin­gerte sich zwi­schen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen.

Das heißt, die Ent­wick­lung des Per­so­nen­kreises, der für den Rechts­kreis (SGB II /​SGB II) in Frage kommt ist vor allem durch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung bestimmt, die (Alters­gruppe 0 — 65 ) hat sich zwi­schen 2005 — 2009 um 1.667.500 Per­sonen ver­rin­gert, der Arbeits­markt wurde erheb­lich entlastet.

Jubel, Trubel, Hei­ter­keit die deut­schen Medien feiern, wieder unter 3 Mil­lionen regis– trierte Arbeits­lose, viele spre­chen von der Schnell­straße zur Voll­be­schäf­ti­gung – ich füge hinzu, leider mit über 1000 Tafeln.

Lügen mit Zahlen Lügen mit Zahlen — Die schein­bare Objek­ti­vität von Sta­tistik | Stu­dio­zeit • Aus Kultur– und Sozi­al­wis­sen­schaften | Deutschlandfunk

Zitat:

…"Denn wenn die Wirt­schaft wächst, können wir auch mehr für das Soziale aus­geben. Wenn man sich die Zahlen anguckt, ist man völlig über­rascht. Da ist näm­lich die Sozi­al­leis­tung über­haupt nicht gestiegen. Sie sind halt seit 1991 so um die 30 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts, worin wir unsere Wirt­schaft messen.

Und wenn man dann noch länger in die Ver­gan­gen­heit zurück­guckt, halt in den Bereich von West­deutsch­land, dann ist es seit 1975, haben wir, geben wir kon­stant 30 Pro­zent für Soziales aus. Und jetzt wird der Schuh ein ganz anderer. Unsere sozialen Pro­bleme sind seit 1975 massiv gewach– sen. Wir geben aber anteils­mäßig genau so viel aus wie 1975. Also haben wir keinen Wild­wuchs, son­dern eine Beschnei­dung des Sozialen.".…

Lügen mit Zahlen — Audio mp3

Viele Medien ver­künden im Gleich­klang mit eupho­ri­scher Jubel in tri­um­phie­render Ein­heit mit Politik und Wis­sen­schaft das aber­ma­lige absinken der regis­trierten Arbeits­lo­sig­keit unter die Zahl von 3 Mil­lionen. Das dieser "Erfolg" vor allem aus der sta­tis­ti­schen Defi­ni­tion von Arbeits­lo­sig­keit ent­springt wird in der Bericht­er­stat­tung nur selten erwähnt.

Aber die Sta­tistik wurde dem­ent­spre­chend gestaltet. Die Zahl der Leis­tungs­emp­fänger (weit über 7 Mil­lionen erhalten alleine ALGI, ALG II. Sozi­al­geld — ohne Per­sonen die Kin­der­zu­schlag oder Sozi­al­hilfe oder Alters­grund­si­che­rung erhalten) über­trifft diese Zahl um mehr als das doppelte.

Woran erkennt man moderne Skla­verei? Woran erkennt man moderne Sklaverei? — Berliner Tagung "Arbeits­aus­beu­tung und | Stu­dio­zeit • Aus Kultur– und Sozi­al­wis­sen­schaften | Deutschlandfunk

Zitat:

Ob in der Land­wirt­schaft oder im Pfle­ge­be­reich: Viele Men­schen arbeiten sehr viel — für sehr wenig Geld.… Und dann wissen wir, dass die Zahl von den Frauen, die in den Haus­halten arbeiten, dass das mit Sicher­heit in die Zehn­tau­sende geht. Aber zählen können wir sie nicht."

Wie viele Men­schen in Deutsch­land für einen Hun­ger­lohn und teil­weise unter men­schen­un­wür­digen Bedin­gungen arbeiten, dar­über gibt es keine Sta­tistik. Wer aller­dings die Augen offen hält, kann Arbeits­aus­beu­tung täg­lich beob­achten, sagt Doro­thee Frings.…..

Woran erkennt man moderne Sklaverei? — Audio mp3

Zur­zeit gibt es in D rund 7,3 Mil­lionen Per­sonen mit Minijob (400 €) und ca. 1 Mil­lionen Per­sonen in Leih und Zeitarbeit.

TARIF: Regale füllen für 1,86 Euro die Stunde — Die Gewerk­schaften beklagen die Aus­wei­tung des Niedriglohnsektors.Tatsache ist aller­dings, dass in Deutsch­land nach jüngsten Sta­tis­tiken der Bun­des­agentur für Arbeit knapp 4,5 Mil­lionen Men­schen im soge­nannten Nied­rig­lohn­sektor arbeiten. „Heute Nied­rig­lohn, morgen Altersarmut“

Aber Arbeits­mi­nis­terin Ursula von der Leyen meint:


"Der deut­sche Arbeits­markt ist auf­nah­me­fähig wie ein Schwamm“

Zuletzt gebets­müh­len­artig im Mor­gen­ma­gazin von ARD und ZDF vom 31.05.11 vorgetragen.

Der BA Job­börse sind mit Redun­danzen (Mehr­fach­nen­nungen einer Stelle) 818.175 Stellen bekannt hingen der Arbeits­mi­nis­terin Ursula von der Leyen laut ihrer Aus­sage im ARD und ZDF Mor­gen­ma­gazin 31.05.11 über 1 Mil­lion offene Stellen bekannt sind.

Dieser Arbeits­markt, also der Arbeits­markt der Mini­jobs und Nied­rig­lohn­sektor wie Leih­ar­beit, waren immer auf­nah­me­fähig wie ein Schwamm. Aller­dings führt diese Art der Beschäf­ti­gung (Stun­den­löhne unter­halb von 10 €) auf direkten Weg in die Alters­armut, Fami­li­en­armut und Kinderarmut.

http://www.boeckler.de/img_struktur/…mp_2011_02.gif

Auf Sand gebaut — Die Schat­ten­seiten des Auf­schwungs Auf Sand gebaut — Die Schat­ten­seiten des Auf­schwungs | Zeit­fragen | Deutsch­land­radio Kultur

Zitat:

Auf Sand gebaut — Die Schat­ten­seiten des Auf­schwungs Die deut­sche Wirt­schaft steht gut da, doch immer mehr Men­schen können von ihrer Ar– beit nicht leben, jedes neunte Kind in Deutsch­land wächst in Armut auf, die Finanznot der Kom­munen ist dra­ma­tisch. Eine Erkun­dung in den Niede– rungen des sozialen All­tags. Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit? Das war ges­tern. Laut Sta­tistik gibt es immer weniger Arbeits­lose, und die pro­gnos­ti­zierten Wachs­tums­raten weisen in eine rosige Zukunft. Leih­ar­beit, pre­käre Be– schäf­ti­gung und andere staat­lich sub­ven­tio­nierte Arbeit werden dabei aus– geblendet. Ange­sagt ist Optimismus…..

Manu­skript zur Sen­dung als PDF-​Dokument Deutsch­land Radio Berlin Zeit­fragen – Das Poli­ti­sche Fea­ture Redak­tion: Con­stanze Leh­mann 2. Mai 2011 Auf Sand gebaut ? Die Schat­ten­seiten des Auf­schwungs Von Ruth Jung

Audio zum Nachhören

Studie Armut trotz Arbeit nimmt zu — In Deutsch­land fallen immer mehr Arbeit­nehmer unter die Armutsgrenze.

7,3 Mil­lionen Mini-​Jobber — Anstei­gende Armut im Auf­schwung — Der Boom der Bil­lig­lohn­ar­beits­platze immer mehr Arbeit­nehmer die jeden Tag früh auf­stehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.

Die Bun­des­agentur für Arbeit (BA) zählte Ende Sep­tember 2010 gut 7,3 Mil­lionen Mini-​Jobber. Das sind fast 1,6 Mil­lionen mehr als 2003, damals lockerte die rot-​grüne Bun­des­re­gie­rung die Regeln für diese Beschäftigungsform.

Sybillas Kom­mentar

Das Ziel der Voll­be­schäf­ti­gung, also dem urei­genen Bedürfnis eines Men­schen, dass ein Erwerbs­tä­tiger von seiner Hände Arbeit auch eine selbst­be­stimmte Exis­tenz für sich und seine Familie (ohne ergän­zende Hartz IV ALG II Leis­tungen) gestalten möchte/​können muss, bleibt auch im „Auf­schwung der Mini und Bil­lig­jobs“ am deut­schen Arbeits­markt ein uner­fülltes Ziel, das Ziel wurde von der Politik und teilen der Gesell­schaft augen­schein­lich aufgegeben.

Das Ziel der Arbeits­markt­re­form der Politik und Teilen der Gesell­schaft ist, dass jeder Arbeits­lose irgendwie in Ein Euro Job; Bür­ger­ar­beit; Maß­nahmen, Mini­jobs oder im Nied­rig­lohn­be­reich der Zeit­ar­beit beschäf­tigt wird.

In der Regel ver­laut­bart die BA unter großem eupho­ri­schem oder gar hys­te­ri­schem Jubel der jubelnd-​jaulenden Hof­hunde, also der öffent­lich recht­li­chen Staats­me­dien und vieler Print-​Medien, dass die sta­tis­tisch erfasste Zahl der Arbeits­losen wieder unter 3 Mil­lionen gesunken ist.

Auf mich wirkt diese Sze­nerie nahezu hys­te­risch. Der Plan ist zwar wie von der Politik gewünscht im Sinne der ver­öf­fent­lichten Zahlen über­er­füllt. Aber viele ver­muten (siehe Kom­men­tare der Online Artikel), dass die Zahlen zur Erwerbs­tä­tig­keit und zur Arbeits– losig­keit in den BA Berichten ver­kürzt wie­der­ge­geben und von der Politik und den Medien ein­seitig ten­den­ziös inter­pre­tiert werden.

Ich ver­mute gar, die Sta­tistik des Arbeits­marktes gleicht einen potem­kin­sches Dorf, sie wird durch das Her­aus­rechnen vieler Arbeits­loser (Ein Euro Jobber; Bür­gerar– beiter, 0 Euro Prak­ti­kanten…) und mit 7,3 Mil­lionen Mini-​Jobber fein her­aus­ge­putzt, um den tat­säch­li­chen Zustand des Arbeits­marktes zu ver­bergen. Ober­fläch­lich wirkt die Sta­tistik durch die Zahl der Unter­be­schäf­tigten aus­ge­ar­beitet und beein­dru­ckend, es fehlt ihr aber an Substanz.

So wird rei­ße­risch und tri­um­phal ein Beschäf­ti­gungs­re­kord und ein Rekord der offenen Stellen ver­laut­bart aber gleich­zeitig wurden zum einem die Bei­träge für die GKV auf 15,5 % + Zusatz­bei­träge diverser Kran­ken­kassen ange­hoben und zum anderen sind immer mehr Kran­ken­kassen trotz „Arbeits­markt­wunder“ von der Insol­venz bedroht.

Wenn es tat­säch­lich einen Beschäf­ti­gungs­re­kord der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen Arbeits­ver­hält­nisse geben würde, dann dürften die Bei­träge zur GKV nicht steigen son­dern die GKV Bei­träge müssten sinken.

Wem hilft ein Beschäf­ti­gungs­re­kord der mit 0 € Prak­tika, 1 € Jobs, Bür­ger­ar­beit, Be– schäf­ti­gung– und Übfirmen sowie mit 7,3 Mil­lionen Mini-​Jobber erreicht wurde. ?

Zitat:

Seit 1992 sind die Ein­kommen der ärmsten 10 Pro­zent der Bevöl­ke­rung um 13 Pro­zent gesunken, die Ein­kommen der reichsten 10 Pro­zent hinge– gen um 31 Pro­zent gestiegen. Inner­halb von drei Jahren hat sich die Zahl der in Armut lebenden Kinder ver­dop­pelt. Und die Zahl der Men­schen, die Grund­si­che­rung im Alter bean­tragt haben, wächst kontinuierlich.

Was haben ergän­zendes Hartz IV/​ALG II und Kobra­schwänze gemein

Viele dachten und manche „Experten“ for­derten ein Kom­bi­lohn­model (ergän­zendes ALG II /​Hartz IV) zur Redu­zie­rung die Arbeits­lo­sig­keit in D. Als in den 1930ern Indien von einer Kobrain­va­sion heim­ge­sucht wurde, setzten die Behören eine Fang­prämie auf Kobra­schwänze aus, was dazu führte das Kobrasch­lange gezüchtet wurden, aber deren Redu­zie­rung nicht förderte.

Der gleiche Effekt ist nun am Arbeits­markt zu beob­achten, mit ergän­zenden ALG II Leis­tungen züchtet der Arbeits­markt Kom­bi­lohn­ar­beits­plätze, aber die Zahl der Leis– tungs­emp­fänger wird dadurch kaum redu­ziert, die Belas­tung der Kom­munen und die Belas­tung der Soli­dar­ge­mein­schaft der Steu­er­zahler steigt weiter an. Die Sozi­alkas– sen ver­lieren Einnahmen.

Ren­te­ver­si­che­rung: Alters­armut, sin­kende Bei­träge, Mini-​Rentenerhöhungen

Das Fazit: ergän­zende Hartz IVLeis­tungen setzen die fal­schen Anreize, besser wäre es die Arbeit­geber zur Schaf­fung von sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tiger Arbeit zu motivie– ren, somit würden die Kom­munen und die Soli­dar­ge­mein­schaft der Steu­er­zahler ent­lastet, auch die Sozi­al­kassen pro­fi­tieren mehr von sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tiger Arbeit als von Niedriglöhnen.

Ren­te­ver­si­che­rung: Alters­armut, sin­kende Bei­träge, Mini-​Rentenerhöhungen

Zahl der Erwerbstätigen

Als Erwerbs­tä­tig­keit zählt: Tätig­keit (Mini-​Job) einem Ein-​Euro-​Job nach­gehen und Per­sonen in Mut­ter­schutz oder Elternzeit.…!!!

Zitat:

Erwerbs­tä­tige — Defi­ni­tion der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sa­tion (ILO)

Und selbst­ver­ständ­lich wird die die Zahl der Erwerbs­tä­tigen ebenso wie die Zahl der Arbeits­losen nicht durch genaues zählen son­dern durch Hoch­rech­nungen und Schät– zungen ermittelt.

Die Erwerbs­tä­ti­gen­zahlen der Erwerbs­tä­ti­gen­rech­nung stützen sich auf eine Viel­zahl von sta­tis­ti­schen Quellen, um mög­lichst alle ver­füg­baren Daten­quellen in die Schät­zung ein­fließen zu lassen.

Die mani­pu­la­tive Propaganda-​Aussage das die Erwerbs­tä­tig­keit und die sozial– ver­si­che­rungs­pflich­tige Beschäf­ti­gung auf immer neue Höchst­stände steigt, können Sie guten Gewis­sens der Pipi Lang­strumpf Welt der Mär­chen und Mythen zuordnen.

Alleine die finan­zi­ellen Mehr­aus­gaben der Kom­munen und des Bundes seit 2005 spre– chen eine deut­liche Sprache. Das ange­strebte Ziel der Ent­las­tung der Sozi­al­haus­halte wurde trotz des „Erfolgs“ nicht nur nicht erreicht, son­dern dass die Sozi­al­haus­halte der Kom­munen mit der Ein­füh­rung von Hartz IV sprich­wört­lich, wie die Zahl der Per­sonen in Armut/​Armutsgefährdung, sind ebenso wie die Mini­jobs und Bil­lig­jobs explodiert.

In einen Satz die Gemein­schaft der Steu­er­zahler zahlt in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leis­tungs­emp­fänger erhalten weniger. (als 2004)

Das Geld ver­si­ckert in Arbeitsmarkt-​Maßnahmen (Bürgerarbeit/​Ein Euro Job/​…) und ergän­zenden ALG II /​Hartz IV Zah­lungen von ca. 1,4 Mil­lionen Per­sonen (Mini­jobber, Leih und Zeit­ar­beit, pre­käre Beschäftigung…)

Grund­satz der Hartz IV — Ideologie

„Ein Arbeits­loser ist solange an seiner Arbeits­lo­sig­keit selbst schuld, bis er das Gegen­teil beweisen kann“

Fazit der Zahlen

Der Ver­gleich der Leis­tungs­emp­fänger Per­sonen(ALG; ALHI) von Dezember 2004 (Im BA Bericht Dezember 2004 wird die Zahl der Leis­tungs­emp­fänger auf Seite 24 mit 4.321.000 Per­sonen beziffert)

Im Mai waren 7.255.830 Per­sonen im Leis­tungs­bezug (ALG I, ALG II, Sozi­al­geld) Das ist ein Plus von über 3 Mil­lionen Per­sonen oder ca. 70 %

Zitat:

Pres­se­mit­tei­lung Nr.391 vom 28.10.2010 –314 000 Per­sonen erhielten Ende 2009 Hilfe zum Lebens­un­ter­halt – Nach Angaben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes (Destatis) erhielten zum Jah­res­ende 2009 in Deutsch­land rund 314 000 Per­sonen lau­fende Hilfe zum Lebens­un­ter­halt nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozi­al­ge­setz­buch (SGB XII „Sozi­al­hilfe“). Dies waren 3,4% weniger Hil­fe­be­zieher als im Vorjahr….

Zitat:

Pres­se­mit­tei­lung Nr.377 vom 21.10.2010 — 764 000 Per­sonen erhielten Ende 2009 Grund­si­che­rung – Nach Angaben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes (Destatis) erhielten am Jah­res­ende 2009 rund 764 000 voll­jäh­rige Per­sonen in Deutsch­land Leis­tungen der Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozi­al­ge­setz­buch (SGB XII „Sozialhilfe“)….

14.2.2011 — Städte so hoch ver­schuldet wie nie

Zitat:

Trotz des Wirt­schafts­auf­schwungs ste­cken die Kom­munen in Finanz­nöten. Für 2010 ver­zeichnen sie ein Defizit von 9,8 Mil­li­arden Euro, und die Schulden sollen weiter steigen…. Die schwerste Hypo­thek der städ­ti­schen Haus­halte seien die immer weiter wach­senden Sozialausgaben…

Unter Berück­sich­ti­gung der Demo­grafie ist kein Rück­gang (son­dern ein pro­zen­tu­eller Anstieg bezogen auf die Erwerbs­fä­higen) der Leis­tungs­emp­fänger im Recht­kreis (SGB II/​SGBII) 2005 vs.2011 ersicht­lich. So ist auch nicht nach­voll­ziehbar trans­pa­rent dar­ge­stellt, das neben der Gruppe der Maß­nahmen Teil­nehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jäh­rigen und über 58 jäh­rigen die Kranken und Arbeits­lose die extern betreut werden aus der Sta­tistik der Arbeits­losen ver­schwunden sind obwohl auch diese Per­sonen arbeitslos sind.

(Erpres­sung am Arbeits­platz — Wie Leih­ar­beiter aus­ge­nutzt werden) den Ein Euro Jobs (Städte miss­brau­chen Ein-​Euro-​Jobs) und in der so genannten Bür­ger­ar­beit diese Art der Beschäf­ti­gung ist und bleibt meines Erach­tens Blend­werk und Men­schen­un­würdig. Wem außer der Politik der BA Zah­len­sta­tistik oder den chro­nisch klammen Kom­munen, ist diese Art der Beschäf­ti­gung hilf­reich? Den/​Der Arbeits­losen? Den/​Der Steuerzahler/​in ?

George Fitz­hugh publi­zierte um 1854 ein Buch, in dem er sagte: „Einige Men­schen sind mit einem Sattel auf dem Rücken geboren, und andere sind gestie­felt und ge– spornt, um diese zu reiten. Und es tut ihnen gut!“ Ist das der ideo­lo­gi­sche Grund­ge­danke der Ein Euro Jobs und der so genannten „Bürgerarbeit“.

Wem nützt eine krea­tive Arbeits­lo­sen­sta­tistik, wenn diese nur auf­grund von Schät– zungen, Hoch­rech­nungen der BA und der sta­tis­ti­schen Zähl­wiese eine Zahl der Ar– beits­losen um 3 Mil­lionen Per­sonen ermit­telt? Wie hoch wäre die Zahl der Arbeits­losen im April 2011 wenn diese mit den Grund­lagen von 1992 gezählt würden?

Fragen über Fragen, der BA Bericht und die Politik (Frau von der Leyen) bleiben viele Ant­worten schuldig.

Fuß­noten

BA Bericht Mai 2011 Seite 46….

5. Sta­tis­ti­sche Hin­weise zur Arbeits­markt­po­litik — Ent­las­tung durch Arbeits­markt­po­litik und Unter­be­schäf­ti­gung — BA Bericht April 2011 Seite 45

Fol­gende arbeits­markt­po­li­ti­sche Instru­mente werden aktuell in die Ent­las­tungs­rech­nung der BA einbezogen:

Fol­gende arbeits­markt­po­li­ti­sche Instru­mente werden aktuell in die Ent­las­tungs­rech­nung der BA einbezogen:

- Voll­zei­t­äqui­va­lent der Kurz­ar­beit: Zahl der Kurz­ar­beiter mal durch­schnitt­li­chem Arbeitszeitausfall,

- Maß­nahmen des zweiten Arbeits­marktes: Arbeits­ge­le­gen­heiten, ABM, Beschäftigungszuschuss

- beruf­liche Wei­ter­bil­dung (ein­schl. Reha), Eig­nungs­fest­stel­lungs– und Trai­nings­maß­nahmen (ein­schl. Reha; Restabwick-​lung), Maß­nahmen zur Akti­vie­rung und beruf­li­chen Eingliederung

- Vor­ru­he­stand­s­ähn­liche Rege­lungen: Inan­spruch­nahme des § 428 SGB III im Rechts­kreis SGB III (Rest­ab­wick­lung), Perso-​nen in geför­derter Alters­teil­zeit, Rege­lung des § 53 a Abs. 2 SGB II

- För­de­rung der Selb­stän­dig­keit: Grün­dungs­zu­schuss, Ein­stiegs­geld Vari­ante Selb­stän­dig­keit und Exis­tenz­grün­dungs­zu­schuss (Ich-​AG; Restabwicklung).

Außerdem werden Per­sonen, die arbeits­un­fähig sind und Arbeits­lo­sen­geld auf Basis des § 126 SGB III beziehen, zur Unter­be­schäf­ti­gung gezählt

….

Mel­dungs­über­sicht

Auf­schwung xxxl: Bin­nen­konsum — Deutsch­land ver­liert an Kaufkraft

ILO Ver­gleichs­studie: Ver­gleichs­studie Löhne in Deutsch­land sinken weiter

Der Satz "Neben den mode­raten Tarif­ab­schlüssen der ver­gan­genen Jahre sind die Aus­wei­tung des Niedriglohn-​Sektors und die Zunahme von aty­pi­schen Beschäf­ti­gungs­formen *11 – wie Zeit­ar­beit und 400-​Euro-​Jobs – wesent­liche Gründe für das schlechte Abschneiden Deutsch­land" befindet sich auf Seite 2 die letzten 3 Zeilen des Fließtextes.

Eben­falls auf Seite 2 befindet sich die auf­schluss­reiche Fuß­note 11

*11 Unter aty­pi­scher Beschäf­ti­gung werden nach Defi­ni­tion des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amtes alle abhän­gigen Beschäf­tigten ver­standen, die eines oder meh­rere der fol­genden Merk­male auf­weisen: Befris­tung; Teil­zeit­be­schäf­ti­gung mit 20 oder weniger Stunden; Zeit­ar­beits­ver­hältnis; gering­fü­gige Beschäf­ti­gung. Die Zahl der Men­schen in aty­pi­scher Beschäf­ti­gung ist in Deutsch­land von 5,29 Mil­lionen im Jahr 1998 auf 7,72 Mil­lionen im Jahr 2008 ange­stiegen, wäh­rend gleich­zeitig die Zahl der Nor­mal­ar­beit­neh­mern von 23,71 Mil­lionen (1998) auf 22,93 Mil­lionen (2008) gesunken ist. Siehe Sta­tis­ti­sches Bun­desamt, Nied­ri­gein­kommen und Erwerbs­tä­tig­keit (Wies­baden, 2009), Seite 8.

ILO — Inter­na­tional Labour Office (2010): Global Wage Report 2010/​11: Wage Poli­cies in Times of Crisis, Geneva.

30.12.2010, 11:52 Senioren Sozi­al­ex­perten warnen vor stei­gender Altersarmut

Kin­der­armut in Deutsch­land besorgniserregend

Schrump­fende Mit­tel­schicht – Anzei­chen einer dau­er­haften Pola­ri­sie­rung der ver­füg­baren Einkommen?

3. Armuts– und Reich­tums­be­richt der Bundesregierung

Zahl der Pri­vat­in­sol­venzen 2010 auf neuem Höchststand

wei­tere Hintergrundinfos

Zunahme von Nied­rig­löhnen — Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem

Sta­tis­ti­sches Bun­desamt — Pres­se­mit­tei­lung Nr.505 vom 22.12.2009 — Deut­li­ches Defizit der Kom­munen im ersten bis dritten Quartal 2009

Es han­delt sich aber­mals um ein Para­doxon einer­seits spricht der Staats­jour­na­lismus vom „Job­wunder“ immerhin ist die Zahl der Arbeits­losen von rund 5 Mil­lionen 2005 auf rund 3 Mil­lionen 2010 gesungen (aller­dings ist Zahl der 7 Mini-​Jobber um 1,6 Mil­lionen ange­stiegen ander­seits Seit der Ein­füh­rung von Hartz IV sind die Unter­kunfts­kosten deut­lich ange­stiegen: von 8,7 Mil­li­arden Euro im Jahr 2005 auf vor­aus­sicht­lich elf Mil­li­arden Euro in diesem Jahr.

Das Geschäft mit der Armut und den Armen

Ein Euro Jobs oder Bür­ger­ar­beit oder Pfle­ge­helfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.

Mitt­ler­weile tau­chen in den Medien immer mehr Bei­spiele dubioser Sozi­al­firmen auf, zumeist gemein­nüt­zige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, beson­ders lukra­tive Struk­turen aufzubauen.

Dienst­ma­se­rati und Traum­ren­dite — Vom neuen Pro­fit­streben in der Sozialarbeit

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Zitat:

Die GmbH erlaubt viele Mög­lich­keiten Gewinne her­aus­zu­ziehen — trotz Gemein­nüt­zig­keit. Für Stefan Thy­roke, Ber­liner ver.di-Betreuungssekretär für die Branche, ist der Bereich der freien Träger ein "Sumpf­ge­biet", in dem Fälle von Filz und Kor­rup­tion fast all­täg­lich seien.

Viel­leicht hat Harald Ehlert den Fehler gemacht, sich als Pro­pa­gan­da­trommler einer Ent­wick­lung zu posi­tio­nieren, die in einer selt­samen Unüber­sicht­lich­keit abläuft. Staat, Wohl­fahrts­ver­bände und gemein­nüt­zige Gmbhs koope­rieren diskret.

Bei objek­tiver Betrach­tung scheinen die neo­li­be­ralen Wahn­ideen der Obrig­keit anhand der Leistung/​Nutzen Rech­nung des Human­ka­pi­tals ( der Bürger) immer deut­li­cher durch.

Quelle der Daten BA Bericht Mai 2011

Erstellt von Sybilla am 31.05.11

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