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Analyse: Die tatsächlichen (!) Arbeitsmarktzahlen Januar 2012

Dienstag, 31. Januar 2012-18:14 -|- Eingestellt von: |

Liebe Leser, hier nun wieder die regel­mä­ßige Ana­lyse von Sybilla. Die Ver­sion der Bun­des­agentur gibt es als sepa­raten Bei­trag.

Arbeits­markt 4.113.346 Per­sonen sind unterbeschäftigt

Arbeits­markt Januar 2012 – Fak­ten­check Jobboom

Die Zahlen vom Arbeitsmarkt

Deutsch­land: Arbeits­markt Januar 2012:

Offi­zi­eller BA — Zah­len­be­richt für Januar 2012 Seite 49

Leis­tungs­emp­fänger 7.092.183 Per­sonen

  • Arbeits­lo­sen­geld bei Arbeits­lo­sig­keit 937.194 Personen

  • Erwerbs­fä­hige Leis­tungs­be­rech­tigte 4.456.870 Personen

  • Nicht erwerbs­fä­hige Leis­tungs­be­rech­tigte 1.698.119 Personen

( nicht berück­sich­tigt sind Leis­tungs­emp­fänger von Wohn­geld, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rung im Alter, Sozi­al­hilfe SGB XII…)

Unter­be­schäf­ti­gung ohne Kurz­ar­beit 4.113.346 Per­sonen das sind 9,6%

Arbeits­lo­sig­keit regis­triert nach § 16 SGB III 3.081.706 Personen

1.075.004 Teil­nehmer an aus­ge­wählten Maß­nahmen aktiver Arbeits­markt­po­litik 3)

End­gül­tige Werte stehen erst nach einer War­te­zeit fest. Am aktu­ellen Rand können die Daten auf­grund von Erfah­rungs­werten über­wie­gend hoch­ge­rechnet werden Im Deutsch­land­wert ist auch die Anzahl der Leis­tungs­emp­fänger ent­halten, die die ALG-​Leistung im Aus­land beziehen

Ist Deutsch­land tat­säch­lich auf der Schnell­straße zur Voll­be­schäf­ti­gung (Rekord­be­schäf­ti­gung) oder ist das Ziel, dass in der Voll­be­schäf­ti­gung alle irgendwie beschäf­tigt sind? Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung die unfrei­wil­lige Früh­ver­ren­tung und der aus­ufernde Nied­rigst­lohn­be­reich senken die Zahl der Arbeits­losen ab.

Hin­gegen auch die Voll­zeit­be­schäf­ti­gung immer weiter absinkt die Teil­zeit­be­schäf­ti­gung und Leih­ar­beit boomt. Der sta­tis­tisch erfassten Arbeits­lo­sig­keit stehen 7.092.183 Leis­tungs­emp­fänger im Leis­tungs­bezug im Recht­kreis SGB II/​SGB III als (ALG I, ALG II, Sozi­al­geld) gegen­über das sind rund 64,3 % mehr Leis­tungs­emp­fänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozi­al­hilfe diese 2004 als auch 2011 rund 1 Mil­lion Per­sonen erhalten haben)

"Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen"

"Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeits­losen" Pro­fessor für Sta­tistik über den Zah­len­schwindel der Bun­des­agentur für Arbeit.

(Die gewonnen Erkennt­nisse des Inter­views vom Mai 2011 sind auch im Januar 2012 zutreffend.)

Die Politik die Wirt­scha­tin­sti­tute und die Medien feiern eupho­risch die „Rekord­be­schäf­ti­gung“ auf­ge­bläht durch 7,8 Mil­lionen Mini und Midi­jobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können.

3 Euro 18 in der Stunde ver­dient eine Fri­seurin in Thü­ringen, oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Flo­ristin in Bran­den­burg. Mehr als 20 Pro­zent aller Erwerbs­tä­tigen sind im Nied­rig­lohn­be­reich beschäf­tigt, Ten­denz schnell anstei­gend. Einen unbe­fris­teten, sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen Arbeits­platz haben nur noch 60 % aller Erwerbstätigen.

Der „Job­boom findet vor allem in der Leih und Zeit­ar­beit statt. Die BA Sta­tistik ver­steckt viele Men­schen in Ein-​Euro-​Jobs, Bür­ger­ar­beit oder anderen arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nahmen oder sie glie­dert wie die Gruppe der über 58 jäh­rigen ein­fach aus der offi­zi­ellen Sta­tistik aus, diese Gruppe wird in der Regel neben vielen anderen Gruppen von Arbeits­losen aus der offi­zi­ellen BA Sta­tistik herausgerechnet.

Andere haben sich nach dem aus­laufen des Arbeits­lo­sen­geldes von den Job­cen­tern zurück­ge­zogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig. Dazu gehören Frauen/​Männer die über „Ver­mögen“ ver­fügen oder deren Partner ein „Ein­kommen“ erzielen das über der Grund­si­che­rung liegt.

Viele Arbeits­lose werden mit pre­kären Job­an­ge­boten im Nied­rigst­lohn­sektor über­häuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch bil­liger erle­digt werden? Auch die Zahl der Woh­nungs­losen nimmt auf­grund von Armut zu.

Deutsch­land auf dem Weg in eine Niedriglohn-​Gesellschaft

In Deutsch­land dehnt sich der Nied­rig­lohn­sektor immer mehr aus. Die "Leip­ziger Volks­zei­tung" zitiert bisher unver­öf­fent­lichte Zahlen der Bun­des­agentur für Arbeit, wonach der Anteil der Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen im ver­gan­genen Jahr auf knapp 23 Pro­zent gestiegen ist.

Gegen­über dem Vor­jahr bedeutet dies 2010 eine Stei­ge­rung um 0,5 Pro­zent oder, in abso­luten Zahlen, um 199.762 Arbeit­nehmer. Die Nied­rig­lohn­schwelle liegt bei der­zeit bei 1379 Euro für Ost­deutsch­land und bei 1890 Euro für Westdeutschland.

Eigent­lich ist es schon seit unvor­denk­li­cher Zeit immer so, dass eine „Voll­be­schäf­ti­gung“ durch das absenken der Arbeits­löhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeits­plätze sind seit der frühen Antike unend­lich vorhanden.

Je bil­liger eine Arbeits­kraft ein­setzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.

Aller­dings muss die Soli­dar­ge­mein­schaft der Steu­er­zahler die Grund­si­che­rung dieser bil­ligen Arbeits­kräfte finan­zieren (in 2011 mit 13 Mrd.€) und somit die Gewinne der Arbeit­geber subventionieren.

Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/​Wirtschaftsinstitute/​Politik/​System– medien vom Auf­stieg oder dem „Sprung­brett Nied­rig­lohn“ wird durch den exor­bi­tant hohen Anstieg der pre­kären Beschäf­ti­gung in Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen durch die BA – Sta­tistik ein­deutig widerlegt.

Neues vom Auf­schwung xxl und vom ima­gi­nären Jobwunder

Der Leit­index DAX hat im „ gefühlten Wirt­schafts­boom­jahr 2011“ rund 14,7 % seines Wertes verloren.

Aller­dings droht nicht nur eine neu­er­liche Rezes­sion also ein "Double-​Dip" son­dern diese wird bereits von der OECD pro­gnos­ti­ziert. Die Pro­gnose zum Wirt­schafts­wachstum Deutsch­land 2012 sieht äußerst übel aus. So rechnet die Orga­ni­sa­tion für wirt­schaft­liche Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) mit einer Erhö­hung des Volks­ein­kom­mens von nur +0,6 Prozent.

Das Wirt­schafts­wachstum Deutsch­land 2011 wird laut (OECD) vor­aus­sicht­lich zwi­schen +2,7 Pro­zent und +3,0 Pro­zent liegen. Und somit weit unter den Erwar­tungen von rund 4 %

Im 4. Quartal 2011 ist Wirt­schafts­leis­tung um 0,25 % gesunken.

Unter 3 Mil­lionen Arbeits­lose und so

23.09.2011 | 13:58 Uhr Stei­gende Sozi­al­lasten bleiben ein Haupt­pro­blem der finan­zi­ellen Schief­lage bei den Kom­munen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bun­des­weit von 29 auf über 40 Mil­li­arden Euro an. Ein Ende dieser bedroh­li­chen Ent­wick­lung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Ver­ant­wor­tung stellen, for­derte Kom­mu­nal­mi­nister Ralf Jäger heute (23. Sep­tember) im Bun­desrat in Berlin. Die zuge­sagte Über­nahme der Kosten für die Grund­si­che­rung und bei Erwerbs­min­de­rung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Ver­ant­wor­tung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten betei­ligen, mahnte Jäger.

Allein in NRW sind die Sozi­al­lasten der Kom­munen in den letzten zehn Jahren um 50 Pro­zent auf fast 13 Mil­li­arden Euro angestiegen….

Pres­se­mit­tei­lung Nr.270 vom 19.07.2011 — Beschäf­ti­gungs­zu­wachs 2010 zu großen Teilen von Zeit­ar­beit getragen

2010 Abhängig Beschäf­tigte 30.904.000 Personen

2010 Nor­ma­ler­werbs­tä­tige 23.069.000 Personen

2010 Aty­pisch Beschäf­tigte 7.835.000 Personen

Die Zahl der aus­schließ­lich gering­fügig ent­lohnt Beschäf­tigten ist nach Hoch­rech­nungen der Bun­des­agentur für Arbeit im Juli auf 4,93 Mio, angestiegen.

Ent­wick­lung: ATY­PI­SCHE BESCHÄFTIGUNG

Der Job­motor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutsch­land massiv ent­wertet. In 2011 ist die Zahl aty­pi­sche Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, in Teil­zeit­stellen, , in Leih– und Zeit­ar­beit und in Mini­jobs weiter exor­bi­tant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäf­ti­gungs­krise und sozialen Unruhen

Gering­ver­diener: Aus wenig wird weniger — Sie ver­dienen ohnehin nicht viel — und selbst das wird weniger. Gering­ver­diener müssen seit dem Jahr 2000 dras­ti­sche Lohein­bußen ein­ste­cken. Obwohl die Wirt­schaft wächst. Teil­weise haben sie bis zu 22 Pro­zent weniger in der Tasche, offen­bart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohn­ein­bußen zwi­schen 15,6 und 21,9 Pro­zent. Die Net­to­ein­kommen aller Beschäf­tigten gingen hin­gegen nur um 2,5 Pro­zent zurück.

BA Bericht Januar 2012 Seite 9

Nicht sai­son­be­rei­nigt belief sich der Bestand im Januar auf 452.000 Arbeitsstellen.

im Dezember auf 467.000 …. November 492.000; Oktober 500.000.

Nach Wirt­schafts­zweigen dif­fe­ren­ziert beruht das Plus in der glei­tenden Jah­res­summe etwa zur Hälfte auf Mel­dungen aus der Arbeitnehmerüberlassung.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 19

Außer den Leis­tungs­emp­fän­gern gab es im Sep­tember noch 310.000 Arbeits­lose, die im Berichts­monat keine Geld­leis­tungen aus der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Grund­si­che­rung bezogen.

BA Bericht Dezember 2011 Seite 25

3.2 Erwerbs­tä­tige Leistungsberechtigte

Im Sep­tember 2011 bezogen 30 Pro­zent (1,36 Mio) der erwerbs­fä­higen Leis­tungs­be­rech­tigten Ein­kommen aus Erwerbstätigkeit. …..

Bedarfe /​Leis­tungen /​Ein­kommen — sta​tistik​.arbeits​agentur​.de

Wer das kom­plette Zah­len­werk der BA detail­liert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.

Ent­gegen der poli­ti­schen und medialen Lob­ge­sänge ist die Lage am Arbeits­markt im beson­derem im Nied­rigst­lohn­be­reich bei weiten schlechter als von Politik und Mas­sen­me­dien den Massen und den Bür­gern sug­ge­riert wird,

Quelle der Zahlen:

BA – Monats­be­richt Januar 2012

Erstellt von Sybilla am 31.01.12

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gelesen: 338 · heute: 2 · zuletzt: 17. Mai 2012

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