Analyse: Die tatsächlichen (!) Arbeitsmarktzahlen November 2011 (Teil 1: Zahlen u. Analyse)
Mittwoch, 30. November 2011-12:21 -|- Eingestellt von: Julie |
Liebe Leser, hier nun wieder die regelmäßige Analyse von Sybilla. Die Version der Bundesagentur gibt es als separaten Beitrag.
Die Zahlen vom Arbeitsmarkt
Deutschland: Arbeitsmarkt November 2011:
Offizieller BA — Zahlenbericht für November 2011 Seite 50
Die Zahl der offiziell statistisch erfassten Arbeitslosen in Deutschland ist laut BA auf 2.713.054 Personen abgesunken, zusätzlich waren nach vorläufigen Berechnungen 1.182.950 Personen in Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik beschäftigt.
Für den Monat Oktober 2011 wurde diese Zahl von 1.154.293 auf 1.171.060 nach oben korrigiert. Allerdings ist hierbei von einer erheblichen Untererfassung auszugehen
(BA – Bericht November 2011 Seite 82 Fußnote 3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für Januar — Juni 2011, Datenstand September 2011, nur ca. 69 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.Unter 3 Millionen Arbeitslose und so
Die offizielle BA Zahl der Unterbeschäftigung für November 2011: wird mit 3.859.388 Personen beziffert das entspricht einer Unterbeschäftigungsquote von 9,1 %
Im Rechtkreis SGB II/SGB III werden 6.855.766 Leistungsempfänger aufgelistet:
darunter:
Arbeitslosengeld 716.995 Personen
erwerbsfähige Hilfebedürftige (ALG II) 4.436.897 Personen
nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige (Sozialgeld) 1.701.874 Personen
( nicht berücksichtigt sind Leistungsempfänger von Wohngeld, Kinderzuschlag, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe SGB XII…)
Presseportal 23.09.2011 | 13:58 Uhr Steigende Soziallasten bleiben ein Hauptproblem der finanziellen Schieflage bei den Kommunen. Von 1999 bis 2009 stiegen sie bundesweit von 29 auf über 40 Milliarden Euro an. Ein Ende dieser bedrohlichen Entwicklung ist nicht absehbar. Der Bund muss sich seiner Verantwortung stellen, forderte Kommunalminister Ralf Jäger heute (23. September) im Bundesrat in Berlin. Die zugesagte Übernahme der Kosten für die Grundsicherung und bei Erwerbsminderung ab dem Jahr 2014 reiche nicht aus. Hiermit darf die Verantwortung des Bundes nicht enden. Er muss sich zur Hälfte an den sozialen Lasten beteiligen, mahnte Jäger.
2010 Abhängig Beschäftigte 30.904.000 Personen
2010 Normalerwerbstätige 23.069.000 Personen
2010 Atypisch Beschäftigte 7.835.000 Personen
Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnt Beschäftigten ist nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Juli auf 4,93 Mio, angestiegen.
Entwicklung: ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG
Der Jobmotor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutschland massiv entwertet. In 2011 ist die Zahl atypische Beschäftigungsverhältnisse, in Teilzeitstellen, , in Leih– und Zeitarbeit und in Minijobs weiter exorbitant angestiegen.
ILO warnt vor Beschäftigungskrise und sozialen Unruhen
Süddeutsche Zeitung: Geringverdiener: Aus wenig wird weniger — Sie verdienen ohnehin nicht viel — und selbst das wird weniger. Geringverdiener müssen seit dem Jahr 2000 drastische Loheinbußen einstecken. Obwohl die Wirtschaft wächst. Teilweise haben sie bis zu 22 Prozent weniger in der Tasche, offenbart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohneinbußen zwischen 15,6 und 21,9 Prozent. Die Nettoeinkommen aller Beschäftigten gingen hingegen nur um 2,5 Prozent zurück.
(BA BerichtNovember 2011 Seite 10/11 )
Nicht saisonbereinigt belief sich der Bestand im November auf 492.000 ( Oktober 500.000).
Arbeitsstellen,…
Nach Wirtschaftszweigen differenziert beruht das Plus in der gleitenden Jahressumme zu mehr als der Hälfte auf Meldungen aus der Arbeitnehmerüberlassung (+132.000 oder +20 Prozent).
(BA Bericht November 2011 Seite 19)
Außer den Leistungsempfängern gab es im Juli noch 316.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung bezogen.
BA Bericht November 2011 Seite 21
3.2 Erwerbstätige Leistungsberechtigte
Im Juli 2011 bezogen 30 Prozent (1,37 Mio) der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Einkommen aus Erwerbstätigkeit…..
Bedarfe /Leistungen /Einkommen — statistik.arbeitsagentur.de
Wer das komplette Zahlenwerk der BA detailliert betrachtet, ist dann doch sehr ernüchtert.
Entgegen der politischen und medialen Lobgesänge ist die Lage am Arbeitsmarkt im besonderem im Niedrigstlohnbereich bei weiten schlechter als von Politik und Massenmedien den Massen und den Bürgern suggeriert wird,
Quelle der Zahlen:
BA – Monatsbericht November 2011
Die Analyse:
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen meint gebetmühlenartig:Der deutsche Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig wie ein Schwamm. Dieser Arbeitsmarkt, ist der Arbeitsmarkt der wachsenden prekären Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor wie Leiharbeit oder Minijobs.
Dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund der geringen Arbeitskosten immer aufnahmefähig wie ein Schwamm. Allerdings führt diese Art der Beschäftigung (Stundenlöhne unterhalb von 10 €) auf direkten Weg in die Altersarmut, Familienarmut und Kinderarmut. Die Reformen der Agenda 2010 waren eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
http://www.boeckler.de/img_struktur/…mp_2011_02.gif
Unter 3 Millionen Arbeitslose und so
Diese Gruppen werden nach wie vor in der BA Statistik versteckt. Deshalb sind die offiziellen Arbeitsmarkt Zahlen der BA die niedrigsten Zahlen seit xy Jahren.
Allerdings ist ein Vergleich der Zahlen von 199x mit 2011 unsinnig und propagandistisch.
Rund 1, 5 Millionen Arbeitslose werden in der Statistik versteckt. Viele Medien — Franz Josef Strauß nannte diese einmal:jubelnd-jaulende Hofhunde verkünden im medialen Gleichklang im euphorischem Jubel, in triumphierender Einheit mit Politik und Wissenschaft. Die Mär vom robusten Arbeitsmarkt und eine Fortsetzung der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt.
Auch der Blick auf die demografische Entwicklung klärt auf.
Die Zahl der Personen zwischen 15 und 65 verringerte sich zwischen 2005 und 2009 um 1.040.300 Personen. Bis 2011 hochgerechnet ist das eine Zahl von rund 1, 4 Millionen Personen die aus dem Erwerbsleben 15 – 65 Jahre ausgeschieden sind–
Demografischer Wandel — Die Bevölkerungsgruppe 15 – 65 Jahre
2005 waren 66.567.900Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.649.800 Personen und 15 – 65 Jahre 54.918.100 Personen
Letzte Zahlen 2009 waren 64.900.400 Personen zwischen 0 und 65 Jahre alt.
0 – 15 Jahre 11.022.600 Personen und 15 – 65 Jahre 53.877.800 Personen
Die Definition von Arbeitslosigkeit von 1992 ist mit der Definition von Arbeitslosigkeit in 2011 keinesfalls vergleichbar und die hohe Zahl der offenen Stellen erklärt sich vor allem auf Mehrfachnennungen vieler Stellenangebote. Die Zahl der Leistungsempfänger ALG I, ALG II. Sozialgeld verharrt bei sieben Millionen Personen. Darin sind Personen die Kinderzuschlag, Sozialhilfe SGB XII oder Altersgrundsicherung erhalten nicht enthalten.
Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit
So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind, obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.
Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job) einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit.…!!!
Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt.
Die Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können wir guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.
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Prekäre Beschäftigung ansteigende Armut im Aufschwung — Der Boom der Billiglohnarbeitsplatze immer mehr Arbeitnehmer die jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit gehen leben in Armut oder sind armutsgefährdet.
Erstellt von Sybilla am 30.11.11
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Kategorie » Arbeit/Gewerkschaft « | Tags » Arbeit, Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktdaten, Arbeitsmarktzahlen, Statistik, Sybilla, Zahlen «
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