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Der Weltfinanzkrieg (II): Zuordnung der Vier Zonen der Ökonomie zu den kulturellen Räumen

Freitag, 16. Juli 2010-10:32 -|- Eingestellt von: |

Von Daniel Neun | 15.Juli 2010 | Teil I – Die Vier Zonen der Ökonomie (Anm. d. Red.: oder hier bei mir) | Teil I unserer Arti­kel­reihe teilt die Welt grob in Vier Zonen der Ökonomie auf: Zen­trum, Tri­but­zone, Han­dels– zone, Absatz­zone /​Peri­pherie.

Kommen wir nun zunächst zu grund­le­genden Defi­ni­tionen, um anschlie­ßend Wäh­rungs­zonen, ihre Zutei­lung zu den vier Ökonomie-​Zonen, ihre Inter­ak­tion mit den jewei­ligen Geld­sys­temen, sowie die Aus­wir­kungen auf inner­staat­li­chen und welt­weiten Wirt­schafts­kreis­lauf ein­ordnen zu können.

DEFI­NI­TIONEN

Jede Kultur, und dem­ent­spre­chend auch alle ihre ent­ste­henden inneren und äußeren Macht­ge­füge und Gesell­schafts­ord­nungen, defi­niert sich über drei ele– men­tare Grund­lagen: Alphabet, Reli­gion und Zeit­rech­nung.

Wenn man sich nun einmal die Welt des 21.Jahrhunderts nach “unserer” Zeit– rech­nung anschaut, so wird schnell klar – die Welt, wie sie jetzt ist, sowie ihre realen Macht­ver­hält­nisse, defi­niert sich auf drei ele­men­taren Grund­lagen euro– päi­scher Kultur: dem latei­ni­schen Alphabet, der mono­the­is­ti­schen christ­li­chen Reli­gion und ihrer ent­spre­chenden Zeitrechnung.

Die Mächte, welche sich auf (min­des­tens zwei, zumeist aber drei) dieser eleme– ntaren kul­tu­rellen Grund­lagen ent­wi­ckelt haben, reprä­sen­tieren seit Jahrhun– derten die Welt­mächte. Die Kultur des frü­heren und heu­tigen Russ­land basiert auf dem kyril­li­schen Alphabet, wel­ches eben­falls aus dem euro­päi­schen (griechi– schen) Kul­tur­raum stammt, sowie auf einer Vari­ante der christ­li­chen Reli­gion und ihrer (annä­hernd glei­chen) Zeit­rech­nung zum Kul­tur­raum des latei­ni­schen Alphabets.

Selbst die Gesell­schafts­struktur der von 1917 bis 1991 exis­tie­rende Sowjet– union basierte im Wesent­li­chen auf diesen drei ele­men­taren Grund­lagen. Ganz bestimmt basierte sie aber auf Aus­le­gungen der Schriften, Thesen und Theo­rien von Karl Marx, die einst in latei­ni­schem Alphabet (und in deut­scher Sprache) und im ent­spre­chenden Kul­tur­raum (der bri­ti­schen Mon­ar­chie) ent­worfen worden waren. (DAS GESPENST, 14.April 2008)

Der euro­päi­sche Kul­tur­raum, seine Gesell­schafts­struk­turen und die daraus ent– wickelten poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, finan­zi­ellen und staat­li­chen Mächte (zu denen selbst­ver­ständ­lich auch die USA gehören), hat eine ganze Reihe von Dynas­tien, Mon­ar­chien, Aris­to­kra­tien und feu­dalen Schichten her­vor­ge­bracht, die quasi oder direkt fami­liär struk­tu­riert sind und deren Pri­vi­le­gien über die Jahr­hun­derte weit­ge­hend unan­ge­tastet geblieben sind. Zur freien Unter­maue– rung dieser uns allen im Alltag durchaus wohl­be­kannten These kann uns die Defi­ni­tion George Orwells aus “1984″ dienen:

“Eine herr­schende Gruppe ist so lange eine herr­schende Gruppe, als sie ihre Nach­folger bestimmen kann”
“A ruling group is a ruling group so long as it can nomi­nate its successors”

Die ele­men­taren kul­tu­rellen Grund­lagen sol­cher auf­stre­benden Handels-​, Wirt­schafts– und Finanz­mächten wie China und Indien sind nun aber ganz andere als das latei­ni­sche Alphabet, das Chris­tentum oder die ent­spre­chende Zeit­rech­nung. Ergo werden sie auch von anderen pri­vi­le­gierten oder feu­dalen Kreisen bzw anderen Kasten /​Fami­lien beherrscht.

In der vor­der­gründig welt­po­li­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und finan­zi­ellen, in Wirk– lich­keit aber fun­da­mental zivi­li­sa­to­risch, his­to­ri­schen und kul­tu­rellen Aus­einan– der­set­zung, deren Zeit­zeugen wir sind, gilt es dies immer im Hin­ter­kopf zu be– halten.

Denn diese welt­weite Aus­ein­an­der­set­zung der feu­dalen Kreise ist unsere Chance.

ZUORD­NUNG DER VIER ZONEN DER ÖKONOMIE ZU DEN KUL­TU­RELLEN RÄUMEN

Bleiben wir nun auf dem welt­weiten Spiel­feld und teilen die Vier Zonen der Öko– nomie – Zen­trum, Tri­but­zone, Han­dels­zone, Absatz­zone /​Peri­pherie - einzel– nen Kul­tur­räumen zu, um uns der Ver­tei­lung der Pri­vi­le­gien inner­halb der Spe– zies Mensch auf dem Pla­neten Erde bewusst zu werden.

Das Zen­trum, mit seiner Leit­wäh­rung Dollar, ist der­zeit ohne Zweifel die USA. Obwohl in Europa die Euro-​Zone in sich bereits einen Son­der­fall dar­stellt (dazu kommen wir noch), können sowohl die Euro-​Zone, als auch die anderen euro– päi­schen Wäh­rungs­zonen (wie die des Bri­ti­schen Pfund, des Schweizer Franken oder der Nor­we­gi­schen Krone) auf glo­baler Ebene als Tri­but­zone ein­ge­ordnet werden. Ebenso kann die Zone des Aus­tra­li­schen Dollar, sowie die Yen-​Zone (par­la­men­ta­ri­sches Kai­ser­reich Japan) noch dazu gerechnet werden.

Die ehe­ma­ligen Kolo­nien euro­päi­scher Groß­mächte aber – sämt­liche Staaten in Süd– und Mit­tel­ame­rika, Afrika, die ara­bi­schen Öl-​Monarchien in Vor­der­asien, sowie das rest­liche Asien ohne Japan, dienen mit Aus­nahme diverser win­ziger Son­der­räume und Inseln der Finanza­ris­to­kratie bes­ten­falls als Han­dels­zone, zumeist jedoch als Peri­pherie.

Das ist unsere viel­be­schwo­rene “euro­päi­sche Kultur”, die “abend­län­di­sche” oder “trans­at­lan­ti­sche Wer­te­ge­mein­schaft”: ein bru­taler, heuch­le­ri­scher Feuda– lismus und Neu­ko­lo­nia­lismus, der den Men­schen welt­weit brutal ausplündert.

Nun geht es in dem mit skru­pel­losem Zynismus aus dem zur zweiten Jahrtau– send­wende des “euro­päi­schen Kul­tur­kreises” heraus begon­nenen “Kampf der Kul­turen” nicht um die euro­päi­sche Kultur selbst.

In Wirk­lich­keit geht es um die Pri­vi­le­gien der feu­dalen Schichten und Aris­tokra– tien, die sich über Jahr­tau­sende im euro­päi­schen Kul­tur­raum eta­bliert haben. Diese Pri­vi­le­gien sollen nun, mit allen Mit­teln, ver­tei­digt werden.

Doch die Fun­da­mente ihrer über Jahr­tau­sende wäh­renden Domi­nanz bre­chen in sich zusammen.

Teil III erscheint demnächst

Quelle: Radio Utopie – Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung. Danke, Daniel !

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