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Ein Freiheitskämpfer für Schloss Bellevue

Freitag, 24. Februar 2012-13:20 -|- Eingestellt von: |

Ein Gast­bei­trag von Hans Fricke | — Jetzt wo die Euphorie aller vier gleich­ge­schal­teten eta­blierten Bun­des­tags­par­teien über die Nomi­nie­rung von Pastor Gauck für die Wahl des nächsten Bun­des­prä­si­denten langsam nach­lässt und sich kaum noch füh­rende Bun­des­po­li­tiker für den zurück­ge­tre­tenen Chris­tian Wulff inter­es­sieren, ist es an der Zeit, sich einmal der Frage zuzu­wenden, warum der mit vielen Vor­schuss­lor­beeren bedachte Wulff wirk­lich zurück­treten und für "Heils­bringer" Gauck Platz machen musste. 

Es liegt der Ver­dacht nahe, dass Wulff die von Angela Merkel in ihn gesetzten Erwar­tungen, ein hand­zahmer Erfül­lungs­ge­hilfe ihrer Politik zu sein, nicht erfüllt hat. Anstatt alle Gesetze, die der Bun­destag auf Emp­feh­lung der Bun­des­re­gie­rung beschließt, unkri­tisch und gehorsam zu unter­zeichnen, begann Wulff, sich seine eigenen Gedanken zu machen. So hatte er in einem Zeit–Inter­view vom 30.06.2011 gewarnt: "Sowohl beim Euro als auch bei Fragen der Ener­gie­wende wird das Par­la­ment nicht als Herz der Demo­kratie gestärkt und empfunden."

Gleich­zeitig erklärte er, "dass heute zu viel in kleinen 'Entscheider-​Runden' vor­ge­geben wird, was dann von den Par­la­menten abge­segnet werden soll." Darin sehe er "eine Aus­höh­lung des Par­la­men­ta­rismus": "Die Schnel­lig­keit, mit der jetzt Politik - oft ohne Not — bei einigen her­aus­ra­genden Ent­schei­dungen ver­läuft, ist beun­ru­hi­gend. Und sie führt zu Frust bei Bür­gern und Poli­ti­kern sowie zu einer ver­meid­baren Miss­ach­tung der Insti­tu­tionen par­la­men­ta­ri­scher Demokratie." 

Auch bei einer Rede vor Nobel­preis­trä­gern in Lindau am 24. August 2011 erhob Wulff unbe­queme For­de­rungen: "In frei­heit­li­chen Demo­kra­tien müssen die Ent­schei­dungen in den Par­la­menten getroffen werden, denn dort liegt die Legi­ti­ma­tion." Ein beson­deres Pro­blem hatte Wulff mit der Finanz­krise, den Banken und der Euro-​Rettungspolitik: "Erst haben die Banken andere Banken gerettet, und dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staa­ten­ge­mein­schaft ein­zelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden auf­ge­lau­fene Defi­zite auf wen ver­teilt bezie­hungs­weise von wem getragen?" 

Ein Bun­des­prä­si­dent, der die neuen Euro-​Gesetze würde unter­zeichnen müssen, stand uner­wartet nicht mehr hinter der aben­teu­er­li­chen Euro-​Rettungspolitik. Den mas­siven Ankauf von Anleihen ein­zelner Staaten durch die Euro­päi­sche Zen­tral­bank halte er "für recht­lich bedenk­lich". Vor aller Augen wurde Wulff plötz­lich zum Sys­tem­killer. Kein Wunder, dass es ange­sichts des im ersten Quartal 2012 vom Bun­destag zu rati­fi­zie­renden ESM-​Gesetzes in Brüssel und Berlin sor­gen­volle Gesichter gab.

Ob das nun mit Wulffs eigen­wil­lige Äuße­rungen zusam­men­hängt oder nicht: Tat­sache ist, dass er kurz vor der Rati­fi­zie­rung dieses Ver­trages in die Wüste geschickt wurde. Noch einen Tag vor seinem Rück­tritt hatte Wulff für das Jahr 2012 zwei große Reden zum Thema Euro und Europa ange­kün­digt, die nun den Euro-​Rettern erspart bleiben. 

Kon­ser­va­tive Presse und Kon­zern­me­dien hatten über Wochen den Boden bereitet, um ihren Favo­riten von 2010 als Phönix aus der Asche auf­er­stehen zu lassen. Nun bekommen sie den, den sie vor andert­halb Jahren in sel­tener Ein­mü­tig­keit unbe­dingt haben wollten: "Der bes­sere Prä­si­dent" titelte damals der Spiegel, "Yes we Gauck", ergänzte extrem kreativ die Bild am Sonntag, und auch die taz fragte nicht, wel­cher Teufel die Grünen und mehr noch die SPD geritten hatte, den eitlen Pastor auf­zu­stellen, son­dern waren pikiert, dass die Links­partei Joa­chim Gauck die Gefolg­schaft verweigerte. 

Für Albrecht Müller, ehe­ma­liger Wahl­kampf­leiter der SPD sowie Pla­nungs­chef im Kanz­leramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt , ist Joa­chim Gauck in Wahr­heit der Kan­didat der Springer-​Presse. Inzwi­schen geben die rot-​grünen Par­tei­granden sogar ehr­lich zu, wer sie auf die Idee mit dem Kan­di­daten Joa­chim Gauck gebracht hat: Tho­mans Schmid war es, Chef­re­dak­teur der Welt aus dem Verlag Axel Springer. 

Doch nicht genug damit. Wie auf Kom­mando berich­teten die Konzern-​Medien von Jubel­stim­mung in der Bevöl­ke­rung über die Nomi­nie­rung Gauks als neuen Bun­des­prä­si­denten. Jeder, der die Umfrage-​Ergebnisse kannte, stellte sich sich jedoch die Frage, wo die vielen jubelden Men­schen eigent­lich wohnen?

In seiner Geburts­stadt Ros­tock jeden­falls nicht, denn am 19.Februar 2012 hatte die Ostsee-​Zeitung, Ros­tock das Ergebnis einer Umfrage ver­öf­fent­licht. Danach hatten bisher 995 Leser über die Frage: "Soll Joa­chim Gauck Bun­des­präs­dient werden?" abge­stimmt. Das vor­läu­fige Ergebnis lau­tete: Nein: 65%; Ja: 33%; Ich weiß nicht: 2%. 

Eine Umfrage des MDR: "Ist Joa­chim Gauck der Rich­tige für das Amt des Bun­des­prä­si­denten?" hatte ergeben: Ja: 19% (738 Stimmen); Nein: 78% (2950 Stimmen); weiß nicht /​ist mir egal: 3% (113 Stimmen). Am glei­chen Tag hatte die Ostsee-​Zeitung 2619 ihrer Leser gefragt: "Soll Joa­chim Gauck Ehren­bürger von Ros­tock werden?"

Das Ergebnis lau­tete: Ja: 37%; Nein 60%; Ich weiß nicht: 3%. Wie junge Welt vom 22. Februar berich­tete ent­fernte der MDR die obigen Ergeb­nisse der für Gauck negativ aus­ge­fal­lenen Inter­net­abstim­mung nach wenigen Stunden kom­men­tarlos. Siehe: http://​twitpic​.com/​8​m​i​atu.

Aber noch immer glauben viele Men­schen daran, dass eine Zensur nicht statt­findet. Zu den ver­brei­teten Erwar­tungen, Gauck werde die Kluft zwi­schen Regie­renden und Regierten schließen, meinte Albrecht Müller in einem Inter­view mit junge Welt vom 22.Februar 2012:

"Das ist doch Gerede. Die Spal­tung zwi­schen denen, die es gut haben in diesem Land, und denen, die sich in ihrer Not gar nicht mehr arti­ku­lieren, wird dieser Prä­si­dent auf keinen Fall über­winden. Dieser Mann bekommt doch gar nicht mit, dass die Demo­kratie gefährdet ist, dass die Pres­se­frei­heit die Frei­heit von 200 Leuten ist, ihre Mei­nung zu ver­breiten, und dass er deren Pro­dukt und Reprä­sen­tant ist. Wahr­schein­lich weiß er nicht einmal, dass die BRD laut Grund­ge­setz ein Sozi­al­staat ist." 

Nicht nur die Leit­me­dien und die vier vor­schla­genden Bun­des­tags­par­teien, son­dern auch eine Zei­tung der äußersten Rechten fei­erte die Eini­gung auf Gauck als nächsten Bun­des­prä­si­denten. Wäh­rend der bis­he­rige Amts­in­haber Chris­tian Wulff mit "Wort­hülsen von der 'bunten Repu­blik' " Schlag­zeilen gemacht habe, seien von Gauck "nüch­terne Äuße­rungen" unter anderem zum Thema "Migra­tion" bekannt, heißt es lobend in der ultra­rechten Wochen­zei­tung Junge Frei­heit.

Die mus­li­mi­schen Ver­bände wissen sehr wohl, was sie von Gaucks "nüch­ternen Äuße­rungen" a la Junge Frei­heit zu erwarten haben. Des­halb sagte Alman Mazyek vom Zen­tralrat der Mus­lime dem Tages­spiegel: "Ich setze darauf, dass er (Gauck) sich wie sein Vor­gänger als Bun­des­prä­si­dent aller Deut­schen, also auch der Mus­lime, ver­steht. Wir brau­chen jetzt mehr denn je einen Ver­söhnler an der Staats­spitze, der 'Ossis' und 'Wessis', 'Ein­hei­mi­sche und Ein­ge­wan­derte und die ver­schie­denen Rele­gionen in unserem Land als Ein­heit begreift". 

Je mehr man sich mit Gauck und seinen öffent­li­chen Äuße­rungen beschäf­tigt, umso offen­kun­diger wird, dass er der fal­sche Kan­didat ist. Ob in Sachen Hartz IV, Afgha­nis­tan­krieg oder Finanz­krise, ob im Streit über Atom­kraft oder Stutt­gart 21 — Gauck stand stets eher auf der Seite jener Poli­tiker, die ihre "Wahr­heiten" gegen anders­den­kende Mehr­heiten durch­zu­setzen suchten. Stets hat er alle Kriegs– und Armuts­ver­stär­kungs­be­schlüsse wärms­tens befür­wortet. Die Frei­heit ist für ihn meist die Frei­heit der Eliten, beson­ders der Wirt­schaft. Für Hartz IV-​Empfänger findet er nicht so warme Worte. Die Frei­heit des Leih­ar­bei­ters ist nicht sein Thema. 

Der frü­here DDR-​Bürgerrechtler, Pfarrer Fried­rich Schor­lemmer, warf seinem vor­ma­ligen Amts­bruder Gauck vor, nur ein Thema zu kennen. Er for­derte ihn auf, seine The­men­pa­lette zu erwei­tern. "Es ist wun­derbar, dass er das Lob­lied auf die Frei­heit singt", sagte Schor­lemmer der Ber­liner Zei­tung" "Aber er müsste auch das Lob­lied auf die Gerech­tig­keit singen, damit sich alle die Frei­heit leisten können.

Manche seiner Äuße­rungen über die Schwa­chen in unserer Gesell­schaft empören mich gera­dezu. Über Hartz-​IV-​Empfänger redet er so, als müssten sie ein­fach nur aktiv werden, um wieder Arbeit zu finden. Soziale und bür­ger­liche Men­schen­rechte gehörten untrennbar zusammen. "Wer von der Frei­heit spricht, der muss auch von Brot spre­chen, vom Wasser, vom Wetter, vom Frieden", mahnte er.

In einem Inter­view mit der Ostsee-​Zeitung, Ros­tock, vom 22.Februar 2012 schil­derte Schor­lemmer seine und Gaucks unter­schied­liche Auf­fas­sungen zum Umgang mit der DDR-​Vergangenheit: "Der dama­lige Bun­des­prä­si­dent Richard von Weiz­sä­cker hatte uns und andere ein­ge­laden, um über den Umgang mit der DDR-​Vergangenheit zu diskutieren.

Ich hatte den Vor­schlag gemacht, zu breiten gesell­schaft­li­chen Foren ein­zu­laden, Aug in Auge das System zu ana­ly­sieren, nach Motiven und Ver­ant­wor­tung zu fragen, Schuld zu erkennen und Ver­söh­nung zu suchen. In der Wahr­heit, aber nicht durch Fokus­sie­rung auf die Stasi-​Akten.

Gauck ver­trat eine andere Posi­tion, mit großer Bestimmt­heit. Wie diese Posi­tion prak­tisch aussah, schil­derte der stell­ver­trtende Chef der Ros­to­cker Bezirks­ver­wak­tung des MfS, Oberst a.D. Artur Amthor, in einem in junge Welt vom 8,Juni erschienen Interview:

"Ich erin­nere mich an eine Begeg­nung (mit Gauck), das war nach der Auf­lö­sung 1990 in einem Gebäude, das von Bür­ge­recht­lern genutzt wurde. Er sagte u.a. zu mir: "Herr Amthor, Sie haben Ihr ganzes Leben lang die Schuld abzu­tragen, die Sie auf sich geladen haben. Und auch Ihre Enkel werden davon betroffen sein… Seine Grund­ein­stel­lung war gegen alles gerichtet, was mit der DDR zu tun hatte. " 

Dieser Mann wollte nicht wie viele andere die DDR besser machen, son­dern er wollte schon immer "abschaffen", was in vielen Jahren mühe­voll auf­ge­baut und erkämpft wurde und sicher Fehler genug hatte, wie aber ande­rer­seits west­lich der Elbe das System wohl auch. Als Leiter der Behörde zur Ver­wal­tung der Unter­lagen des MfS hatte er nun alle Mög­lich­keiten und er hat sie reich­lich genutzt, ohne Rück­sicht auf Men­schen, auf his­to­ri­sche Wahr­heit, schäu­mend vor Antikommunismus.

Ein sol­cher Mensch wird auch als Bun­des­prä­si­dent kei­nerlei Gewähr dafür bieten, die Men­schen im Osten auch nur ansatz­weise ver­treten zu wollen. Und auf die Frage: "Sie haben sich früher schon intensiv mit Gauck befasst — können Sie sich ihn als Bun­des­prä­si­denten vor­stellen?" ant­wor­tete Amthor:

"Es wäre ein großer Fehler für diese Repu­blik, wenn er gewählt würde. Ich habe Gauck als wan­del­baren Men­schen in Erin­ne­rung als jemanden, der sich sehr gut ver­stellen kann - so haben wir ihn näm­lich erlebt. Einer­seits gibt er sich freund­lich - ande­rer­seits kann er gehässig, rück­sichtslos und hunds­ge­mein sein. Er würde das Amt des Bun­des­prä­si­denten scho­nungslos und hemds­är­melig aus­nutzen, um alles aus­zu­räumen, was ihm nicht gefällt."

Artur Amthor ist Autor des 2009 im Verlag Am Park in der Edi­tion Ost Ltd erschie­nenen Buches "Ruhe in Ros­tock? Von wegen" dessen Seiten 256 bis 277 sich aus­führ­lich mit Pfarrer Gauck befassen. Geschil­dert wird auch, welche kon­kreten Zuwen­dungen dieser von MfS erhalten hat. 

Vor dem Hin­ter­grund des oben Gesagten sind die Zweifel ver­ständ­lich, die Schor­lemmer bezüg­lich der Bereit­schaft eines Bun­des­prä­si­denten Gauck hegt, sich für die innere Ein­heit unseres Volkes ein­zu­setzen. In der Frank­furter Rund­schau hatte Schor­lemmer dazu erklärt: "Seine Nomi­nie­rung ist eine Wür­di­gung des Frei­heits­kampf der Ost­deut­schen. Dass Gauck auch die innere Ein­heit wirk­lich anpackt, scheint mir aller­dings unwahr­schein­lich. Und das ist schade." 

Für Jutta Dit­furt, sie ver­tritt ÖkoLinx-​Antirassistische Liste im Frank­furter Römer, ist Gauck der Pre­diger für die ver­ro­hende Mit­tel­schicht. News­letter von SENIORA​.ORG ver­öf­fent­lichte am 20.Februar 2012 von ihr nach­ste­henden Kom­mentar zur freien Verfügung:

"Mit Chris­tian Wulff hat sich die poli­ti­sche Klasse eines lästig gewor­denen klein­bür­ger­li­chen kor­rupten Auf­stei­gers ent­le­digt, wäh­rend die viel grö­ßeren Geschäf­te­ma­cher der Par­teien weiter unge­stört ihren Inter­essen nach­gehen klönnen. Um die Pein­lich­keit zu über­tün­chen, wurde Joa­chim Gauck, der Pre­diger für die ver­ro­hende Mit­tel­schicht gerufen.

Dass CDU/​SPD/​FDP und Grüne ihn gemeinsam auf­stellen verrät uns, dass uns noch mehr Sozi­al­staats­zer­stö­rung, noch mehr Kriege und noch weniger Demo­krtie drohen. Einen wie ihn holt man, um den Leuten die Ohren voll­zu­quat­schen. Gaucks neo­li­be­rales Ver­ständnis von Frei­heit als Frei­heit des Bour­geois, schließt soziale Men­schen­rechte aus.

Von sozialer Gleich­heit als Bedin­gung wirk­li­cher Frei­heit ver­steht er nichts. Mit der Agenda 2010 und ihren bru­talen Folgen ist er sehr ein­ver­standen, für die Betrof­fenen und ihre Pro­teste hat er stets nur Ver­ach­tung. Kritik am Kapi­ta­lismus findet Gauck lächer­lich. Die Ent­schei­dung zur Begren­zung der Lauf­zeit von AKWs geführlsduselig.

Dem Krieg in Afgha­nistan hat Gauck die Treue gehalten, denn auch dieser Christ ist ein Krieger. In der Ver­trie­be­nen­frage ist der künf­tige Bun­des­prä­si­dent ein Kumpan von Erika Stein­bach und hat Pro­bleme mit der pol­ni­schen Westgrenze. 

Was er von Demo­kratie und Huma­nismus hält, verrät er, indem er für die Ver­fas­sungs­schutz­über­wa­chung der Links­partei ein­tritt und den Ideo­logen des Ras­sismus der Mitte, Thilo Saarazin, 'mutig' findet. Hat jemand je eine scharfe und über­zeu­gende Kritik an Nazis von ihm gehört?

Frem­den­feind­lich­keit kann er ver­stehen, aber er schätzt es nicht, 'wenn das Geschehen des deut­schen Juden­mordes in eine Ein­zí­g­ar­tig­keit über­höht wird'. Gauck ist ein Anhänger der Tota­li­ta­ris­mus­ideo­logie, der Gleich­set­zung von Kom­mu­nismus und Faschismus.

Mit seiner Auf­stel­lung als Kan­didat bekennen sich CDU/​SPD/​Grüne und FDP zu dieser uner­träg­li­chen reak­tio­nären Welt­sicht. Der Kan­didat und die vier ihn auf­stel­lenden Par­teien passen zu einander. 

P.S.: Das Amt des Bun­des­prä­si­denten ist über­flüssig, ein feu­dales Relikt für obrig­keits­gläu­bige Deutsche." 

Der als Anhang beige­fügte Artikel "Auf Wie­der­sehen, Herr Gauck" von Peter-​Michael Die­stel (CDU), ehe­ma­liger stell­ver­tre­tender Minis­ter­prä­si­dent und Minister des Innern der DDR im Kabi­nett von Lothar de Mai­ziee (CDU) und andere Ver­öf­fent­li­chungen werfen viele Fragen zum Ver­hältnis zwi­schen Pastor Gauck und dem MfS auf, die vor seiner Wahl zum Bun­des­prä­si­denten eine Beant­wor­tung erfordern.

Die­stel wirft Gauck vor, keine ein­zige der für ihn bri­santen Fragen beant­wortet zu haben. Statt dessen würde er abwie­geln und ver­su­chen, sich zu ent­lasten. Dem Ver­nehmen nach hat Rechts­an­walt Die­stel vor dem Land­ge­richt Ros­tock einen Pro­zess gegen Gauck gewonnen, in dem dieser ver­bieten lassen wollte, ihn "Begüns­tigten der Staats­si­cher­heit" zu nennen. Sowohl der dama­lige Minister des Innern der DDR, Die­stel, als auch Lafon­taine sagten der Zeit zufolge, dass Gauck ein Stasi-​Begünstigter gewesen sei. 

Erstaun­lich ist, dass die Terpe-​Papiere ebenso unauf­findbar sind wie der Artikel der Welt dazu vom 23.April 1991. Die immer nach­hal­tiger gestellten For­de­rungen nach der Rolle von Pastor Gauck in Ver­bin­dung mit der Lei­tung der Gauck-​Behörde und Gerüchten über abhan­den­ge­kom­mene Akten von diversen Poli­ti­kern etc. dürfen nicht länger negiert und die öffent­liche Dis­kus­sion dar­über wie bisher massiv unter­drückt werden.

Sollten die gegen Gauck erho­benen Vor­würfe stimmen, würde das weit schwerer wiegen als Über­nach­tungen bei Film­pro­du­zenten. Gauck wäre als Bun­des­prä­si­dent untragbar und auch die ver­ge­benen Vorschuss-​Lorbeeren mussten erneut auf den Prüf­stand — Auf­klä­rung ist also Staatsräson ! 

Quelle: via eMail an Mein Politikblog

Hin­weis der Redak­tion: Hans Fricke ist Autor des 2010 im GNN-​Verlag Schkeu­ditz erschienen Buches "Eine feine Gesell­schaft - Jubi­lä­ums­jahre und ihre Tücken ", 250 Seiten, Preis 15.00 Euro, ISBN 978 – 3-​89819 – 341-​2

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gelesen: 507 · heute: 2 · zuletzt: 21. Mai 2012

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