GEAB Nr. 53: Umfassende weltweite Krise: 2. Halbjahr 2011 – Bereiten Sie sich auf die Implosion des Marktes für US-Staatsanleihen vor
Sonntag, 20. März 2011-14:05 -|- Eingestellt von: Julie |
Pressemitteilung des GEAB vom 18. März 2011 | GEAB N°53 ist angekommen! (für Abonnenten) | — Eine schreckliche Katastro– phe mit tragischem Ausgang für eine Unzahl von Menschen (1) hat Japan getroffen. Da wäre es vermessen zu glauben, die Welt und ihre Wirtschaft könnten umgehend wieder zu „busi– ness as usual“ übergehen.
Schon vor dieser Katastrophe schwächelte der Markt für US-Staatsanleihen. Die Er– eignisse der letzten Tage beschleunigen nun die Entwicklung bis zu seiner Implo– sion.
In der 52. Ausgabe des GEAB hatten wir schon dargelegt, wie der „Fall der Petrodollar– mauer“ (2) dazu führen werde, dass die Golfstaaten noch in diesem Jahr ihren bisherigen massiven Aufkauf von US-Staatsanleihen einstellen. In dieser 53. Ausgabe des GEAB werden wir darlegen, dass der massive Schock für die japanische Wirt– schaft nicht nur dem Kauf von US-Staatsanleihen durch Japan ein Ende setzen wird.
Nun werden die japanischen Behörden sogar gezwungen sein, einen großen Teil ihrer US-Staatsanleihen und Dollarwährungsreserven abzustoßen, um die enormen Sum– men für die Stabilisierung, den Wiederaufbau und die Ankurbelung der heimischen Wirtschaft aufbringen zu können (3).
Japan und die Golfstaaten gehörten bisher zu den wichtigsten Aufkäufern von US-Schulden. Sie besitzen zusammengerechnet ein Viertel der Forderungen weltweit ge– gen die USA, deren Gesamtschulden sich auf 4.400 Milliarden US-Dollar (Stand 2010) belaufen. Die Lage für den US-Anleihenmarkt wird somit mehr als bedenklich. Darüber hinaus kauft auch China, das 20% dieser Wertpapiere hält, nur noch zögerlich (4).
Wenn sich die Investoren weltweit über die neue Lage auf dem Markt für US-Staatsan– leihen Klarheit verschafft haben werden, ist die Grundlage für seine Implosion im zwei– ten Halbjahr 2011 gelegt. Dann bleibt von den traditionellen Aufkäufern amerikanischer Schuldentitel nur noch die FED übrig, und die kann einen solchen Markt nicht stabil halten (5).
Da auch der Markt für Anleihen der US-Gebietskörperschaften, den sogenannten Mu– nis, zu kollabieren droht und Gerüchte über eine Restrukturierung der öffentlichen Schulden der Staaten an der EU-Peripherie, einschließlich Großbritanniens, die Runde machen, wird sich diese Entwicklung recht schnell vollziehen. Da war es nicht ver– wunderlich, dass PIMCO, der weltweit größte Anleihenfonds, schon im Februar 2011 begonnen hat, seine US-Staatsanleihen massiv abzustoßen. Und damals war die La– ge noch nicht so dramatisch wie nun nach dem japanischen Erdbeben und Nuklearun– fall (6).
Aber die Zukunft des Markts für US-Staatsanleihen wird nicht nur durch die Ereignisse in Japan und der arabischen Welt (vgl. GEAB N°52 ) bestimmt. Vielmehr wächst das Risiko seiner Implosion unter der Einwirkung von vier weiteren Entwicklungen:
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Die nunmehr in den USA verfolgte Sparpolitik, (deren Unvermeidbarkeit wir in der 47. Ausgabe des GEAB vorhergesagt hatten), die den Markt für die Anleihen der US-Gebietskörperschaften (Munis) in den Kollaps treibt.
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Das Unvermögen der FED, eine dritte Runde des Quantitative Easings (QE3) einzuläuten.
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Der vor dem Hintergrund einer globalen Inflation unvermeidbare Anstieg der Leitzinsen.
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Das Ende des Dollars als Weltleitwährung.
Natürlich stehen diese Entwicklungen zueinander in Wechselwirkung. Und wie bei jeder großen Krise verstärken sie sich nun gegenseitig, was einen massiven Schock im zweiten Quartal 2011 unvermeidbar macht. Man könnte sogar noch einen fünften Faktor der Entwicklung anführen: Die vollkommene Lähmung der US-Politik.
Die täglichen Auseinandersetzungen auf fast allen Politikfeldern zwischen den Repu– blikanern, die durch die Erfolge der Tea-Party-Bewegung noch weiter nach rechts gerückt sind, und den Demokraten, die frustriert mit ansehen müssen, wie Obama nach und nach seine entscheidenden Wahlversprechen kassiert (7), entlarvt jeden Tag das politische Washington ein wenig mehr als « Narrenschiff », das auf den Wellen der Ereignisse ohne Richtung, ohne Strategie, ohne Kampfwillen, ohne Mög– lichkeiten, wieder die Kontrolle zu erlangen herumgeworfen wird (8).
Damit wird, wenn es zur Implosion des Markts für US-Staatsanleihen kommen wird, aus Washington keine brauchbare Gegenreaktion zu erwarten sein. Alles, was Washington beisteuern wird, wird ein Bündel aus widersprüchlichen Signalen sein, was dazu führen wird, dass die Krise sich noch verschärfen wird.
In dieser 53. Ausgabe des GEAB stellen wir unsere Vorhersage über die konkreten Auswirkungen der japanischen Katastrophe auf die weltweite Inflation und Geopolitik und die weiteren Entwicklungen, die zur Implosion des Markts für US-Staatsanleihen im zweiten Halbjahr 2011 führen, werden vor. Darüber hinaus erhält auch diese Aus– gabe wieder Empfehlungen, wie man sich auf die Verschärfung des Prozesses der Auflösung der Welt – und öffentlichen Ordnung vorbereiten kann.
Die dreifache Katastrophe, die Japan getroffen hat (Erdbeben, Tsunami und Nuklear– unfall), ist ein Ereignis von einer solchen Bedeutung, dass die umfassende weltweite Krise davon noch beschleunigt und verschärft wird. Dies gilt insbesondere für den Zerfall der Welt und öffentlichen Ordnung.
Das Ausmaß der Verwüstungen, die weitreichende Zerstörung der Energieversorgung der weltweit dritt– (oder viert– (9)) größten Wirtschaftsmacht, der Grad und die Schwe– re der Nuklearunfälle in den Atomkraftwerken (10), ist einer dieser massiven Schläge, auf die zu reagieren die internationale Ordnung nicht mehr in der Lage ist. Wir sagten dies schon in der 51. Ausgabe des GEAB in dem Kapitel „2011: das Jahr, das keine Gnade kennt “ voraus.
Schließlich trifft diese Katastrophe kein vor Kraft und Geld strotzendes Land. Die japa– nische Wirtschaftskrise dauert nun schon seit zwanzig Jahren an; Japans Staats– schulden sind mit die höchsten weltweit. Nun muss es den Aufbau mit begrenzten finanziellen Mitteln und unsicherer Energieversorgungslage leisten. Es kann zur Zeit nicht vorhergesagt werden, wie sich diese Situation auf die Handels– und Waren– ströme Japans und damit auch weltweit auswirken wird.
Japan ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Ordnung der letzten Jahr– zehnte. Tokio ist weltweit einer der größten Finanzplätze, neben London und New York einer der großen Devisenmärkte. Japanische Unternehmen stellen für die Weltwirt– schaft wichtigste elektronische Bauteile her. Und wie wir schon in vorhergehenden Ausgaben des GEAB darlegten, ist es neben Großbritannien für die USA ein eminent wichtiger Verbündeter, ohne den die Amerikaner in den letzten fünfzig Jahren nicht in dem Ausmaß die globale Kontrolle über Wirtschaft, Finanzmärkte und Geldpolitik hät– ten ausüben können.
Dieser für die USA so wichtige Verbündete gerät seit einigen Jahren in dem Maße, wie China erstarkt und die USA an Macht verlieren, immer weiter unter chinesischen Ein– fluss. Die durch das Erdbeben ausgelöste Krise wird nach unserer Auffassung diese Entwicklung noch beschleunigen. Denn heute ist ausschließlich China in der Lage, Ja– pan mit massiven Geldmitteln zu Seite zu stehen (11) und kann darüber hinaus auch die japanische Wirtschaft mittelbar äußerst wirksam unterstützen, indem den japani– schen Unternehmen der immense chinesische Markt noch weiter geöffnet wird (12).
Was die weltweite Inflation anbelangt, kann man schon heute fünf Einfallstore ausma– chen, durch die die Katastrophe in Japan die gegenwärtigen inflationären Tendenzen noch verstärken wird:
1. Die abrupte Abkehr weltweit vom weiteren Ausbau der Atomkraft (13), was sehr schnell zu einer erhöhten Nachfrage nach Rohöl, Gas und Kohle und damit zu stei– genden Preisen führen wird (14).
2. Der Strommangel der Unternehmen und die Störungen im Warentransport (15) werden zu einem Mangel an wichtigen elektronischen Bauteilen führen, was einen An– stieg der Preise für elektronische Geräte (16) von Computern über Fernsehapparate bis Telefonen provozieren wird.
3. Da die von dem Erdbeben betroffene Region eines der wichtigsten landwirtschaftli– chen Gebiete Japans ist, in der auch viele Raffinerien angesiedelt waren, wird Japan bald größere Mengen Nahrungsmittel und Treibstoffe (17) einführen müssen, was insgesamt die Nachfrage nach diesen Gütern (insbesondere nach Reis) auf dem Weltmarkt erhöhen und damit die Preise ansteigen lassen wird.
4. Der weitgehende Stillstand der japanischen Wirtschaft, die sowohl ein Champion des Exports wie auch der kostengünstigeren Just-in-time-Produktion (18) ist, wird zu einem weiteren Rückgang des weltweiten Warenverkehrs führen, womit auch die preisdämpfende Wirkung billiger Importe nachlassen wird (19).
5. Der Yen wird wegen den enormen Summen Liquidität, die die japanische Zentral– bank zur Verfügung stellt, an Wert verlieren; gleichzeitig werden aufgrund der massi– ven japanischen Nachfrage nach Krediten, mit denen der Wiederaufbau finanziert wer– den soll, die Zinsen weltweit steigen.
Diese Vorhersagen schließen natürlich noch nicht die Möglichkeit der Verwirklichung des ultimativen Katastrophenszenarios ein, in dem der Großraum Tokio durch eine Kernschmelze und eine Explosion eines oder mehrerer Reaktoren des Atomkraft– werks Fukushima radioaktiv verseucht würde (20).
Für diesen Fall müsste, wie dies um Tschernobyl herum geschah, ein Gebiet eva– kuiert werden, in dem mehr als 35 Millionen Menschen wohnen und das ein wichtiger Knotenpunkt der globalen Wirtschaft ist. Das wäre eine humanitäre Katastrophe von bisher nie dagewesenem Ausmaß und würde zu einer massiven Störung der Weltwirt– schaft und an den Finanz– und Devisenmärkten führen. Für den Fall eines abrupten Ausfalls eines so wichtigen globalen Knotenpunkts wie den Großraum Tokio gibt es schlichtweg keinen „Plan B“.
So sehr wir hoffen, dass dieses Horrorszenario sich nicht verwirklichen wird, so sicher sind wir aber auch, dass das bisherige Ausmaß der Katastrophe ausreicht, um die umfassende weltweite Krise noch weiter zu verschärfen. Der Markt für US-Staatsan– leihen wird, wie wir in dieser Ausgabe des GEAB darlegen werden, im zweiten Halb– jahr 2011 das erste Kollateralopfer dieser Verschärfung sein. Glücklicherweise muss das Schlimmste nicht zwingend eintreten, aber dass etwas absolut Schreckliches passiert ist, daran kann es keinen Zweifel geben.
GEAB N°53 ist angekommen! (für Abonnenten)
Quelle: GEAB – GlobalEuropa Antizipations-Bulletin
Notes:
(1) In diesen tragischen Tagen wollen alle Mitarbeiter von LEAP/E2020 ihr tiefes Mitgefühl mit dem japanischen Volk zum Ausdruck bringen. In unseren Gedanken sind wir besonders bei unseren vielen Lesern und Abonnenten in Japan. Es ist uns wichtig darauf hinzuweisen, dass unsere sehr „abgeklärte“ Analyse der Katastrophe, die Ja– pan heimgesucht hat, nicht Ausdruck von Gleichgültigkeit ist. Sie ist die logische Folge unserer Methode, mit der Empfindungen und Gefühle soweit wie möglich aus den Arbeiten an den Vorhersagen herausgehalten werden sollen.
(2) Sogar der Telegraph vom 24/02/2011 interpretiert die Volksaufstände in der ara– bischen Welt als Sturz des amerikanischen Imperiums im Nahen und Mittleren Orient.
(3) Quelle: JapanToday, 14/03/2011
(4) FT Deutschland meldet, dass die chinesische Zentralbank sogar die Anweisung erhalten haben soll, den Aufkauf vollständig einzustellen. Quelle: FT Deutschland, 10/03/2011
(5) Schon vor der Katastrophe in Japan wurde vermutet, dass die US-Zentralbank mehr als 70% der des Volumens neuer US-Staatsanleihen aufkaufe. In den folgenden Wochen wird dieser Anteil auf 90%, dann 95% anwachsen. Denn auch Großbritannien wird unter den Auswirkungen der Krise, die wir in Großbritannien double-dip — flation nennen wollen, als Käufer ausfallen.
Das Land hat einfach nicht mehr die finanziellen Mittel, um den USA noch hilfreich zur Seite stehen zu können. Die Bank of England hat genug damit zu tun, die britischen Staatsanleihen aufzukaufen. Moreover, according to Karen Ward, one of HSBC's main economists, the British government could face hunger riots if food price continue to soar the way they have been doing in the past few weeks. Source: SkyNews, 03/09/-2011
(6) Kurzfristig kann die Flucht aus Aktien, insbesondere japanischen, aber auch ande– ren, die Nachfrage nach US-Staatsanleihen verstärken, aber dieser Trend wird nur sehr kurze Zeit anhalten. Quelle: CNBC, 09/03/2011
(7) Das letzte in dieser Reihe ist die Wiederaufnahme der Militärprozesse gegen In– sassen des Gefangenenlagers Guantanamo, das Obama bis spätestens ein Jahr nach seinem Wahlsieg zu schließen versprochen hatte. Viele seiner Wähler werden sich fragen, warum sie ihn eigentlich gewählt haben.
(8) Das andere große Land unter den westlichen Staaten, in dem die Eliten in der sel– ben Situation sind, ist Frankreich.
(9) Das hängt davon ab, ob man Euroland als eigenständige Wirtschaftsmacht versteht. Nach dem Gipfel vom 11. März 2011, auf dem weitere Schritte der Integration der Haushalt – und Finanzpolitik beschlossen wurden, ist es geradezu abwegig, wei– terhin die Mitgliedstaaten der Eurozone unabhängig voneinander zu gewichten.
Euroland mit seinem Bruttoinlandsprodukt von 8.400 Milliarden € liegt damit unter den Wirtschaftsmächten weltweit auf dem zweiten Platz hinter den USA mit 10.482 Mil– liarden € BIP (bei einem aktuellen Wechselkurs von 1€ für 1,4$) und sehr weit vor China mit 4.100 Milliarden € und Japan mit 3.850 Milliarden €. Quellen: Wikipedia, Eurozone, Liste der Länder nach BIP.
(10) Ohne zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit einer aufgrund einer nuklearen Ver– seuchung notwendigen teilweisen oder vollständigen Evakuierung der Großregion Tokio, eine Schlüsselregion der internationalen Ordnung der letzten Jahrzehnte, auch nur zu anzudenken.
(11) Man darf nicht vergessen, dass die chinesische Regierung mit Nachdruck nach Möglichkeiten sucht, ihren riesigen Berg an US-Staatsanleihen und US-Dollar ohne zu große Verluste abzustoßen. Die Katastrophe, die Japan heimgesucht hat, bietet der chinesischen Regierung eine einmalige Gelegenheit, Tokio stärker an Peking zu bin– den.
(12) Hingegen wird sich die japanische Öffentlichkeit, die der massiven US-Militärprä– senz sehr kritisch gegenüber steht, verstärkt fragen, wozu diese heute noch gut sein soll, wenn sie in solchen Katastrophen von keinerlei Hilfe sein kann. Auch hier sieht man wie schon bei den Revolutionen in der arabischen Welt, wie der immense US-Militärapparat immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versinkt, da er auf die wichtigen Entwicklungen weltweit keinen Einfluss zu nehmen vermag.
(13) Es kann eigentlich keinen vernünftigen Zweifel daran geben, dass damit die Atomkraft vor einer sehr unsicheren Zukunft steht. Denn diese Katastrophe entwickelt sich zu einem wichtigen Teilaspekt eines sich in der umfassenden weltweiten Krise immer weiter verschärfenden Konflikts zwischen den Eliten und der großen Mehrheit der Menschen über die richtige Politik zur Förderung des Gemeinwohls. Insbesondere Frankreich stehen schwere Debatten vor. Denn Frankreich setzt seit 50 Jahren mas– siv auf Atomtechnik, die eine seiner Spitzenprodukte ist und damit auch ein wichtiges Exportgut. Quelle: Spiegel, 14/03/2011
(14) Das ist ein Faktor, der die Golfregion unaufhaltsam weiter in Richtung Chaos, bzw. Konflikten zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen den Menschen in der Re– gion und ihren Herrschern, zwischen Iran und Saudi-Arabien treiben wird. Die Ent– sendung saudischer Truppen nach Bahrein ist ein Indiz für zunehmendes Gewaltpo– tential in der Region. Ob die finanzielle Hilfe der Vereinigten Arabischen Emirate, die vierzig Jahre der Gleichgültigkeit gegenüber ganzen Bevölkerungsschichten in aller Dringlichkeit vergessen machen möchten, etwas daran ändern kann, dürfte sehr zwei– felhaft sein. Quellen: AlJazeera, 15/03/2011; New York Times, 10/03/2011; AlJazeera, 10/03/2011
(15) Und überall auf der Welt wird es Lieferengpässe bei japanischen Autos und ihren Ersatzteilen geben. Angesichts der Bedeutung der japanischen Automobilproduktion weltweit wird es nicht einfach sein, die japanischen Produktionsausfälle auszuglei– chen. Sogar in Indien, wo japanische Autos noch nicht einmal einen sehr großen Marktanteil haben, sind die Auswirkungen schon zu spüren: Japanische Autohersteller haben den Verkauf von und die Werbung für neue Modelle eingestellt. Quelle: Times of India, 15/03/2011
(16) Dies war so gut wie der einzige Warenbereich, in dem in den letzten Jahren die Preise zurückgingen, was in vielen Inflationsindizes ermöglichte, die eklatanten Preis– steigerungen für Energie und Lebensmittel zu verschleiern. In China und in Südost-Asien machen sich Lieferengpässe bei japanischen elektronischen Bauteilen bereits bemerkbar, deren Preise bereits deutlich angezogen haben. Denn die japanischen Unternehmen haben ihre Produktion zwar weitgehend in andere asiatische Länder ausgelagert, beließen jedoch die Produktion der Schlüsselkomponenten in Japan. Quelle: China Daily, 15/03/2011
(17) Mehrere japanische Raffinerien wurden zerstört. Damit muss Japan Treibstoffe vermehrt einführen. Die USA rechnen mit schon bald steigenden Benzinpreisen. Quelle: USAToday, 14/03/2011
(18) Die Exportnationen Deutschland und China, aber auch Südkorea, Taiwan und andere werden ebenfalls die Folgen dieser für sie so negativen Entwicklung zu spüren bekommen.
(19) Das bedeutet aber auch, dass ein Rückgang des weltweiten Handels und eine Konzentration auf regionale Warenströme, deren Abwicklung durch die Existenz einer einheitlichen oder dominierenden Währung erleichtert wird (EU, Asien, Latein-Amerika), auch dazu führen wird, dass der Bedarf an Dollar zur Finanzierung internationaler Handelsgeschäfte sinken wird. Vgl. vorhergehende Ausgaben des GEAB.
(20) Andere Länder würden von radioaktiver Belastung natürlich nicht verschont bleiben.
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Kategorie » Finanzkrise, Wirtschaftskrise « | Tags » GEAB, Japan, Krise «
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