Hilfe für Sklavenhändler: Wirtschaftsministerium will Zeitarbeitsfirmen Nachzahlungen erlassen
Mittwoch, 28. Dezember 2011-14:45 -|- Eingestellt von: Julie |
Von Redaktion junge Welt | — Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium springt für die Profiteure von Dumpinglöhnen in die Bresche. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Dienstag berichtete, macht sich das Ressort von Philipp Rösler im Kabinett dafür stark, Leiharbeitsfirmen, die die vor einem Jahr vom Bundesarbeitsgericht für unwirksam erklärten …
… Kollektivverträge der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und PersonalService– Agenturen (CGZP) die Nachzahlung vorenthaltener Löhne und Sozialbeiträge zu erlassen. Das gehe aus einem Brief hervor, den der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Bernhard Heitzer, am Freitag vor Weihnachten an Gerd Hoofe, seinen Amtskollegen im Arbeitsministerium, geschrieben habe und der der FAZ-Redaktion den Angaben zufolge vorliegt.
Im Dezember 2010 hatte das Bundesarbeitsgericht entschieden, daß die CGZP nicht tariffähig und ihre Tarifverträge für Leiharbeiter somit hinfällig sind. Das BAG gab damit einer Klage der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit statt, die seinerzeit von der Partei Die Linke geführt wurde.
Den betroffenen Leiharbeitern, nach Schätzungen DGB-naher Experten handelte es sich um rund 280.000 Beschäftigte, entstand ein Anspruch auf im Schnitt um 25 bis 30 Prozent höhere Löhne, rückwirkend bis zu drei Jahren. Entsprechend höhere Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflegeund Unfallversicherung konnten nach dem Urteil durch die entsprechenden Träger geltend gemacht werden – zurück bis ins Jahr 2006.
Hintergrund: Für Leiharbeiter gilt die Equal-Pay-Regel: Sofern nicht ein gültiger Tarifvertrag etwas anderes regelt, haben sie Anspruch auf die gleiche Bezahlung und Behandlung wie die Stammbeschäftigten im Entleihbetrieb.
Heitzer fordert vom Arbeitsministerium, »auf eine hinreichend flexible Handhabung etwaiger Nachforderungen « hinzuwirken. Die Optimierung der Beitragseinnahmen dürfe nicht das einzige Kriterium sein. Die betroffenen Unternehmen dürften durch die Nachforderungen nicht in ihrer Existenz gefährdet werden.
Auch der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion im Bundestag und der Sachverständigenrat der Bundesregierung fordern dem Bericht zufolge »Vertrauensschutz« für die Zeitarbeitsfirmen.
Quelle: junge Welt
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Kategorie » Arbeit/Gewerkschaft « | Tags » Arbeit, CGZP, Dumpinglöhne, Equal Pay, FDP, Leiharbeit, Leiharbeiter, Löhne, Nachzahlung, Wirtschaftsministerium, Zeitarbeit «
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