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Neuer Beruf des Tages: Targeter

Samstag, 03. September 2011-10:37 -|- Eingestellt von: |

Leon PanettaVon rwr | junge Welt | — Der­zeit sucht der US-​Geheimdienst CIA jede Menge »Tar­geter«, was sich unge­fähr mit »Richt­schütze« über­setzen läßt. Wer sich von Kin­des­beinen an täg­lich stun­den­lang Computer-​Killerspiele reinzog und auf alles schoß, was sich bewegte, hat beste Chancen, in der mit 30 Mil­li­arden Dollar Jah­res­budget ver­se­henen Regie­rungs­agentur eine neue Arbeits­stelle zu bekommen.

Auf ihn wartet ein gut ein­ge­rich­tetes, kli­ma­ti­siertes Büro, in dem er nach Her­zens­lust seinem Hobby frönen kann, mit dem Unter­schied, daß die auf seinem Monitor zu sehenden zer­fetzten Lei­chen und die Trümmer, zwi­schen denen sie liegen, vor seinem Knopf­druck keine vir­tu­ellen Männer, Frauen und Kinder, son­dern leben­dige Men­schen waren und ihre Häuser keine Datei, son­dern real.

Nach getaner Arbeit, so läßt sich der Job beschreiben, kann sich der »Pilot« in sein Auto setzen und nach Hause in die Vor­stadt­idylle ame­ri­ka­ni­scher Städte fahren, wo am Pool im Garten z. B. ein Kin­der­fest zu Töch­ter­chens Geburtstag stattfindet.

Die von ihm gesteu­erte unbe­mannte Kil­ler­drohne hat Tau­sende Kilo­meter von Washington ent­fernt in Afgha­nistan, Pakistan, Jemen oder anderswo auf dem Globus mit ihren Hellfire-​Raketen viel­leicht gerade eine ver­däch­tige Behau­sung mit »Ter­ro­risten« in die Luft gejagt.

Inzwi­schen sind 20 Pro­zent der CIA-​Mitarbeiter »Tar­geter«. Spio­nage im klas­si­schen Sinn scheint immer weniger Auf­gabe der Agency zu sein. Zwar hat die CIA noch nie in ihrer Geschichte vor Mord und Tot­schlag zurück­ge­schreckt, aber man war darum bemüht, daß die von ihr als »nasse Sachen« bezeich­neten Akti­vi­täten im Ver­borgen stattfanden.

Unter den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit ist nun der Geschäfts­zweig ille­gale Tötung so domi­nie­rend geworden, daß sich die Agentur mehr und mehr zu einem reinen Kil­ler­un­ter­nehmen gewan­delt hat. Für die Ermor­dung ganzer Fami­lien reicht ein bloßer Verdacht.

Quelle: junge Welt – Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung. Danke !

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Kategorie » Geheimdienste, USA « | Tags » , , , , «

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