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Russland bietet der freien Welt eine Alternative

Mittwoch, 22. Februar 2012-18:53 -|- Eingestellt von: |

Von Redak­tion Mein Par­tei­buch Blog | — Im Oktober letzten Jahres wurden Gerüchte kol­por­tiert, der rus­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Vla­dimir Putin habe, als er von den höchsten rus­si­schen Gene­rälen gefragt wurde, auf wel­ches Bedro­hungs­sze­nario sie die rus­si­sche Armee vor­be­reiten sollen, geant­wortet, sie mögen Russ­land auf die Situa­tion von Arma­geddon vorbereiten.

Vla­dimir Putin hat nun, im Rahmen seines erfolg­ver­spre­chenden Wahl­kampfes um die rus­si­sche Prä­si­dent­schaft, seinen sechsten pro­gram­ma­ti­schen Artikel publi­ziert. In dem Artikel legt Vla­dimir Putin dar, wie er als Prä­si­dent gedenkt, die rus­si­schen Streit­kräfte in den nächsten zehn Jahren weiterzuentwickeln.

Vla­dimir Putins Pla­nung kommt einer Ant­wort auf eine Bedro­hung durch Arma­geddon recht nahe. Die Lage­ein­schät­zung von Vla­dimir Putin ist überaus realistisch:

Was hat es für uns auf Lager, “das kom­mende Jahrhundert?”

Die Wahr­schein­lich­keit eines glo­balen Krieges der Atom­mächte gegen­ein­ander ist niedrig, würde eine solche doch das Ende der Zivi­li­sa­tion bedeuten. Bis jetzt ist das “Pulver” der stra­te­gi­schen nuklearen Streit­kräfte, geschaffen durch rie­sige Arbeit unserer Väter und Groß­väter, “tro­cken” geblieben, und nie­mand wagt es, eine groß­an­ge­legte Aggres­sion gegen uns zu entfesseln.

Gleich­wohl muss man jedoch beachten, dass die wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Fort­schritte in ver­schie­denen Berei­chen, ange­fangen von der Ent­ste­hung neuer Arten von Waffen und Kriegs­tech­niken bis hin zu den Infor­ma­tions– und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gien, zu einer qua­li­ta­tiven Ver­än­de­rung des Cha­rak­ters von krie­ge­ri­schen Schlachten geführt haben.

Also, was die starke Bedeu­tung von nicht-​nuklearen Lang­stre­cken­waffen betrifft, so zeigt sich umso mehr der Trend, sie als ent­schei­dendes Mittel zum Sieg über den Feind zu sehen, ein­schließ­lich im Fall eines glo­balen Konflikts.

Eine große – wenn nicht die ent­schei­dende – Bedeu­tung bei der Bestim­mung der Art der Kriegs­füh­rung haben die mili­tä­ri­schen Kapa­zi­täten der Länder im Welt­raum, auf dem Gebiet der infor­ma­ti­ons­tech­ni­schen Angriffs­ab­wehr und – an erster Stelle – im Cyber­space. Und auf län­gere Sicht sind das die Schaf­fung von Waffen, die auf neuen phy­si­ka­li­schen Prin­zi­pien (Strah­lung, geo­phy­si­ka­lisch, Welle, gene­tisch, psycho-​physisch, etc) basieren.

All dies, zusammen mit Atom­waffen, ergibt qua­li­tativ neue Instru­mente, um poli­ti­sche und stra­te­gi­sche Ziele zu errei­chen. Diese Waf­fen­sys­teme sind von den Ergeb­nissen her ver­gleichbar mit dem Ein­satz von Atom­waffen, doch sie eher “akzep­tabel” unter den gege­benen poli­ti­schen und mili­tä­ri­schen Rah­men­be­din­gungen. So wird die Rolle des stra­te­gi­schen Gleich­ge­wichts der nuklearen Abschre­ckungs­kräfte zur Ver­hin­de­rung von Aggres­sion und Chaos all­mäh­lich abnehmen.

Vor unseren Augen blinken überall neue regio­nale und lokale Kriege. Es gibt Bereiche der Insta­bi­lität und künst­lich ange­heiztes, kon­trol­liertes Chaos. Dabei sind das zurück­ver­folgt absicht­liche Ver­suche, solche Kon­flikte in unmit­tel­barer Nähe der Grenzen Russ­lands und unserer Ver­bün­deten zu pro­vo­zieren. Wir sehen, wie die grund­le­genden Prin­zi­pien des Völ­ker­rechts abge­wertet und zer­stört werden. Gerade im Bereich der inter­na­tio­nalen Sicherheit.

Russ­land kann sich unter diesen Bedin­gungen nicht nur auf diplo­ma­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Ver­fahren zur Besei­ti­gung von Wider­sprü­chen und Kon­flikten ver­lassen. Unser Land steht vor der Auf­gabe der Ent­wick­lung der mili­tä­ri­schen Fähig­keiten im Rahmen einer Ein­däm­mungs­stra­tegie und dem Errei­chen einer unab­hän­gigen Verteidigung.

Und die Streit­kräfte, Geheim­dienste und andere Straf­ver­fol­gungs­be­hörden müssen bereit sein, schnell und effektiv auf neue Her­aus­for­de­rungen zu rea­gieren. Dies ist eine not­wen­dige Bedin­gung dafür, dass Russ­land sich sicher fühlen kann, und die Argu­mente unseres Landes in den ver­schie­denen inter­na­tio­nalen For­maten von unseren Part­nern wahr­ge­nommen werden.(etwas frei über­setzt vom Par­tei­buch mit Hilfe von Google)

Recht hat Vla­dimir Putin. Im Jahr 2007 hatte Vla­dimir Putin auf der Münchner Sicher­heits­kon­fe­renz mit aus­ge­spro­chen deut­li­chen Worten die aggres­sive und ver­trags­brü­chige Politik der NATO-​Staaten kri­ti­siert, die auf die Ein­krei­sung, Ein­schnü­rung und Desta­bi­li­sie­rung von Russ­land und seinen Freunden abzielt.

Die Staaten der NATO haben ihre aggres­sive Kriegs­po­litik trotzdem fort­ge­setzt. Im Jahr 2008 unter­stützten sie den geor­gi­schen Angriffs­krieg im Kau­kasus, im Jahr 2011 zer­störten sie Libyen, der­zeit atta­ckieren sie Syrien und bauen ein auf­wen­diges anti-​russisches Rake­ten­system und gleich­zeitig bereiten sie einen Angriffs­krieg gegen Iran zum Vor­rü­cken an die rus­si­sche Süd­flanke vor.

Nachdem der amtie­rende rus­si­sche Prä­si­dent Dimitry Med­vedev im November in einer ersten Reak­tion darauf ankün­digte, unter anderem die rus­si­schen Rake­ten­streit­kräfte zu ver­stärken, und die NATO-​Staaten sich trotzdem nicht von ihren Kriegs– und Auf­rüs­tungs­plänen abbringen ließen, legt Vla­dimir Putin nun dar, wie Russ­land im Wei­teren darauf rea­gieren wird.

Natür­lich können wir nicht unsere inter­na­tio­nale Posi­tion stärken und die Wirt­schaft sowie die demo­kra­ti­schen Insti­tu­tionen ent­wi­ckeln, wenn wir nicht in der Lage sind, Russ­land zu verteidigen.

Wenn wir das Risiko krie­ge­ri­scher Kon­flikte nicht ein­kal­ku­lieren, sorgen wir nicht für die mili­tär­tech­no­lo­gi­sche Unab­hän­gig­keit und bereiten uns nicht auf eine anstän­dige und ange­mes­sene mili­tä­ri­sche Reak­tion als letztes Mittel vor, um auf diese oder jene Her­aus­for­de­rungen zu reagieren.

Wir haben ein bei­spiel­loses Pro­gramm zur Ent­wick­lung und Moder­ni­sie­rung der Streit­kräfte und des militärisch-​industriellen Kom­plexes Russ­lands ver­ab­schiedet und imple­men­tieren es. Ins­ge­samt werden im nächsten Jahr­zehnt zu diesem Zweck etwa 23 Bil­lionen Rubel bereitgestellt.

23 Bil­lionen Rubel, das sind umge­rechnet zum Tages­kurs rund 590 Mrd Euro oder etwa 780 Mrd US-​Dollar, die Vla­dimir Putin in den nächsten zehn Jahren für die Moder­ni­sie­rung der rus­si­schen Streit­kräfte und des militärisch-​industriellen Kom­plexes aus­geben will. Umge­rechnet sind das etwa 78 Mil­li­arden US-​Dollar jährlich.

Das ist ein gigan­ti­scher Betrag, der größer ist als der gegen­wär­tige rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­haus­halt, und der im inter­na­tio­nalen Ver­gleich nur durch die noch viel gigan­ti­scheren Rüs­tungs­aus­gaben der USA in den Schatten gestellt wird, deren jähr­li­ches Rüs­tungs­budget unter Barack Obama auf inzwi­schen etwa 700 Mil­li­arden US-​Dollar jähr­lich gestiegen.

Vla­dimir Putin sagt freund­lich, aber glas­klar, wozu diese gigan­ti­schen Aus­gaben not­wendig sind:

Die Welt ver­än­dert sich. Mit dem Pro­zess der glo­balen Trans­for­ma­tion gehen unwei­ger­lich einige Risiken einher, deren Cha­rakter nicht vor­her­sehbar ist.

Unter anderem in Bezug auf Schocks der glo­balen Wirt­schaft gibt es immer eine Ver­su­chung, Pro­bleme auf Kosten anderer zu lösen, durch den Weg des Drucks mit Gewalt. Es ist kein Zufall, dass es heute Stimmen gibt, die bald auch “objektiv” die Frage stellen, ob die natio­nale Sou­ve­rä­nität nicht auf­ge­hoben sein sollte in Bezug auf Res­sourcen von glo­baler Bedeutung.

Dass es solche Mög­lich­keiten in Bezug auf Russ­land auch nur hypo­the­tisch gibt, darf nicht sein. Das bedeutet, wir dürfen nie­manden durch unsere Schwäche in Ver­su­chung führen.

Mit der glo­balen Trans­for­ma­tion und wirt­schaft­li­chen Schocks ist selbst­ver­ständ­lich der Pro­zess gemeint, dass die NATO-​Staaten, die USA voran, sich in einer schweren wirt­schaft­li­chen, poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Krise befinden und die BRICS-​Staaten, China voran, die NATO-​Staaten von der Wirt­schafts­leis­tung her in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren aller Vor­aus­sicht nach über­holen werden.

Russ­land will mit der rie­sigen Inves­ti­tion in die eigene Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit ver­hin­dern, zum Opfer von Angriffen zu werden, die das im Nie­der­gang befind­liche Ame­rican Empire in der Hoff­nung der Auf­recht­er­hal­tung seiner Macht bereits führt und zukünftig noch führen könnte.

Mit der geplanten Moder­ni­sie­rung der rus­si­schen Streit­kräfte macht Vla­dimir Putin den Stra­tegen der USA, die der­zeit auf dem Weg des Ver­su­ches sind, vor dem Zusam­men­bruch des US-​Empires noch eben schnell den Rest der Welt zu unter­werfen, einen dicken Strich durch die Rechnung.

Russ­land wird wei­terhin die Idee ver­folgen, sich asym­me­trisch auf Bedro­hungen vor­zu­be­reiten, also anstatt auf zur Domi­nanz geeig­nete teure und auf­wen­dige Waf­fen­sys­teme auf ver­gleichs­weise preis­werte spe­zi­fisch zum Bre­chen der Domi­nanz ent­wi­ckelte Waf­fen­sys­teme setzen. Vla­dimir Putin schreibt:

“In den bevor­ste­henden zehn Jahren werden die rus­si­schen Truppen über 400 moderne bal­lis­ti­sche boden– und see­ge­stützte Inter­kon­ti­nen­tal­ra­keten, acht stra­te­gi­sche U-​Raketenkreuzer, etwa 20 Mehrzweck-​U-​Boote, mehr als 50 Kampf­über­wasser– schiffe, zirka 100 Welt­rau­map­pa­rate mili­tä­ri­scher Bestim­mung, über 600 moderne Flug­zeuge, inklu­sive der Kampf­jets der fünften Gene­ra­tion, mehr als 1000 Hub­schrauber, 28 Fla-​Raketensysteme S-​400, 38 Fla-​Raketensysteme Witjas, zehn Rake­ten­sys­teme Iskander-​M, über 2300 moderne Panzer, unge­fähr 2000 Selbst– fahr­la­fetten sowie mehr als 17 000 Stück Kfz-​Militärtechnik bekommen.” (Über­set­zung RIA Novosti)

Wäh­rend die USA auf teure und große Flug­zeug­träger setzen, setzt Russ­land auf ver­gleichs­weise kleine U-​Boote und schnelle Raketen, die große Flug­zeug­träger ver­senken können. Anstelle sich wie die NATO einen teuren Rake­ten­ab­wehr­schirm anzu­schaffen, setzt Russ­land auf Raketen, die den Rake­ten­ab­wehr­schirm der NATO über­winden können. Es ist aller­dings nicht so, dass Russ­land aus­schließ­lich auf asym­me­tri­sche Waffen setzt. Russ­land wird auch Flagge zeigen. Vla­dimir Putin schreibt:

Unsere Marine hat ihre Prä­senz in stra­te­gi­schen Berei­chen der Ozeane wie­der­ein­ge­nommen, ein­schließ­lich im Mit­tel­meer. Eine solche Demons­tra­tion “der rus­si­schen Flagge” wird nun von Dauer sein.

Ange­sichts dessen, dass der ein­zige Mit­tel­meer­hafen der rus­si­schen Marine in Syrien liegt, darf das sicher­lich auch als ein State­ment bezüg­lich der Frage gesehen werden, wie die Chancen der USA sind, Putins Zustim­mung zum bereits intensiv mit Pro­pa­ganda und Terror vor­be­rei­teten Angriffs­krieg gegen Syrien zu bekommen.

Für die Welt ist es ein Segen, dass die räu­be­ri­schen Impe­ria­listen der NATO von Russ­land ein klares Stopp­schild gezeigt bekommen. Vla­dimir Putin tritt dem Schre­ckens­sze­nario einer uni­po­laren Welt unter totaler Kon­trolle gewis­sen­loser US-​Bankster mit dieem Plan ent­schieden entgegen.

Welt­po­li­tisch gesehen ist am Moder­ni­sie­rungs­pro­gramm für die rus­si­sche Armee außerdem von Bedeu­tung, dass Russ­land plant, den aller­größten Teil der neuen Hi-​Tech-​Waffen für die rus­si­sche Armee selbst zu ent­wi­ckeln und zu bauen. Durch die Moder­ni­sie­rung des rus­si­schen militärisch-​industriellen Kom­plexes werden kleine Staaten, die sich nicht dem Diktat des US-​Imperialismus unter­werfen wollen, vor­aus­sicht­lich deut­lich bes­sere Mög­lich­keiten bekommen, sich vor Angriffs­kriegen der USA zu schützen.

Vla­dimir Putin hat in seinem Artikel klar gemacht, dass Russ­land den Export rus­si­scher Waffen als Erfolgs­kon­trolle dafür betrachtet, wie gut die Moder­ni­sie­rung des rus­si­schen militärisch-​industriellen Kom­plexes geglückt ist.

Die Alter­na­tive, Russ­land und China anstelle von USA und NATO als pri­mären Partner für Sicher­heit und Wirt­schaft zu wählen, wird für Dritt­staaten dadurch deut­lich attrak­tiver. Die USA werden sich dem inter­na­tio­nalen Wett­be­werb um das attrak­ti­vere poli­ti­sche System stellen müssen und können ihn nicht dadurch aus­he­beln, dass sie ihre ideo­lo­gi­schen Kon­kur­renten ein­schüch­tern und in Angriffs­kriegen erobern, bis kein Kon­kur­rent mehr übrig ist. Die Welt wird bis auf wei­teres mul­ti­polar bleiben.

Die Ankün­di­gung Vla­dimir Putins zur Moder­ni­sie­rung der rus­si­schen Armee ist von his­to­ri­scher Bedeu­tung. Nachdem die Sowjet­union auf­ge­löst wurde, hat Vla­dimir Putin nichts weniger ange­kün­digt, als dass Russ­land den von der Sowjet­union geerbten Platz als eigen­stän­dige Welt­macht auch wirk­lich ein­zu­nehmen gedenkt. Die Bevöl­ke­rung der freien Welt darf sich freuen, zukünftig eine bes­sere Alter­na­tive zur Unter­jo­chung durch die Knute von US-​amerikanischen Skla­ven­hal­tern geboten zu bekommen.

Quelle: Mein Par­tei­buch Blog

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gelesen: 526 · heute: 5 · zuletzt: 20. Mai 2012

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