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Unbemannte Flugobjekte

Donnerstag, 23. Februar 2012-16:25 -|- Eingestellt von: |

Bun­des­wehr hat über 300 Drohnen. Zweck: Spio­nage und Ziel­er­fas­sung. Leasing-​Flugzeuge im Ein­satz. Kaum zivile Nut­zung. | Von Mat­thias Monroy | junge Welt | — Die Gefahr kommt aus der Luft, von einem hoch­tech­ni­sierten, unbe­mannten Gerät. Die Bun­des­wehr hat bereits mehr als 330 Drohnen ver­schie­dener Größen in Dienst gestellt.

Etwa 70 werden im Afghanistan-​Krieg ein­ge­setzt. Das geht aus einem Bericht der Bun­des­re­gie­rung von letzter Woche hervor. Das Papier beant­wortet eine Anfrage der Bun­des­tags­ab­ge­ord­neten Andrej Hunko und Ulla Jelpke (beide Die Linke). Die hatten sich nach der Nut­zung unbe­mannter Luft­fahr­zeuge bei Militär und Polizei erkundigt.

Die meisten von der Bun­des­wehr ver­wen­deten Maschinen haben dem­nach eine Reich­weite von maximal 100 Kilo­me­tern. Zu ihnen gehören bei­spiels­weise 37 »Klein­flug­ge­räte Ziel­or­tung« und 51 Sys­teme »Luft­ge­stützte unbe­mannte Nah­auf­klä­rungs­aus­stat­tung«. Jetzt wird das Reper­toire durch fünf Lang­stre­cken­drohnen ergänzt.

Die erste aus den USA über­führte »Euro Hawk« wird der­zeit im baye­ri­schen Man­ching vom EADS-​Ableger Cas­si­dian mit Spio­na­ge­sys­temen aus­ge­rüstet. Wei­tere mil­lio­nen­schwere Ein­käufe sind geplant: Bald wollen Heer und Marine 16 Geräte mit Rotor­blät­tern erwerben, die senk­recht starten können. Der Auf­trag ging an die öster­rei­chi­sche Firma Schiebel mit ihrem »Camcopter«.

Die teu­erste Anschaf­fung werden Drohnen für mitt­lere Flug­höhen sein, die große Reich­weiten haben. Deut­sche Mili­tärs for­dern neue unbe­mannte Spio­na­ge­flug­zeuge zur »abbil­denden Auf­klä­rung bis in die Tiefe des Ein­satz­ge­bietes«. Weil der­ar­tige Sys­teme am inlän­di­schen Markt nicht erhält­lich sind, hat die Regie­rung auf eine Zwi­schen­lö­sung gesetzt:

Für den Krieg in Afgha­nistan hat die Bun­des­wehr vor­über­ge­hend das unbe­mannte Auf­klä­rungs­system »Heron« 1 geleast, das von der Firma Israel Aero­s­pace Indus­tries (IAI) gefer­tigt wird. »Heron«-Spionagedrohnen sind laut der Ant­wort auf die Anfrage der Par­la­men­ta­rier auch für Ein­sätze in städ­ti­schen Bal­lungs­räumen »grund­sätz­lich geeignet«. Neben der Lie­fe­rung von Auf­klä­rungs­daten könnten sie »mit­tels eines Laser­strahls Ziele am Boden beleuchten«.

Die israe­li­schen Maschinen sollten ursprüng­lich im Oktober 2012 an den Her­steller zurück­ge­geben werden. Jetzt erklärte die Bun­des­re­gie­rung aber, daß sich die Beschaf­fung neuer Geräte bis 2014 ver­zö­gert. Die sollen dann sofort genutzt werden. Die Bun­des­re­pu­blik will den Vor­sprung anderer Länder auf­holen, deren Luft­waffen sogar über Kampf­drohnen verfügen.

So läßt Ita­lien sechs »Predator«-Systeme fliegen, die zur Auf­klä­rung über Libyen ein­ge­setzt waren. 13 NATO-​Mitgliedsstaaten wollen zudem für drei Mil­li­arden Euro meh­rere Lang­stre­cken­drohnen nebst Funk­sys­temen und Boden­sta­tionen kaufen, die auf dem ita­lie­ni­schen Luft­waf­fen­stütz­punkt Sigo­nella auf Sizi­lien sta­tio­niert werden. Daran ist Deutsch­land beteiligt.

Der Ein­satz unbe­mannter Mili­tär­ma­schinen ist nicht nur in Kriegs­ge­bieten risi­ko­reich: Fünf Pro­zent aller beschafften Sys­teme sind bereits abge­stürzt, sowohl in Afgha­nistan als auch auf Übungs­flügen in der Heimat. Die Links­par­tei­abge­ord­neten Hunko und Jelpke sehen dem­nach für die Technik andere Verwendungsmöglichkeiten:

»Flie­gende Kameras können in etli­chen Berei­chen durchaus einen wich­tigen Bei­trag zur gefahr­losen Beob­ach­tung aus der Luft leisten, dar­unter für Feu­er­wehr und Kata­stro­phen­schutz. Dem Aufbau einer Spio­na­ge­flotte für Polizei und Militär erteilen wir jedoch eine klare Absage«.

Quelle: junge Welt

Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung zur Wie­der­gabe hier auf Mein Politik­blog. Dankeschön!

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